Am kommenden Samstag eröffnet das Freibad im Laguna seine Pforten und hat dann den ganzen Sommer über jeden Tag von 10 bis 20  Uhr auf. Foto: Beatrice Ehrlich

Mit neuen Regeln bei der Badebekleidung will das Laguna Badeland für mehr Zufriedenheit unter Gästen und Mitarbeitern sorgen. Zur Freibaderöffnung gibt es weitere Neuigkeiten.

Im Weiler Freibad wird ab dieser Saison Sicherheitspersonal eingesetzt, am Kiosk und im Restaurant gibt es bald ein neues, digitales Bestellsystem, um Schlangen zu vermeiden.

 

Die Wetteraussichten? Eher durchwachsen. Natalia Golovina, die Laguna-Geschäftsführer Stephan Matti seit Mitte April als Verantwortliche für Marketing und Qualitätssicherung zur Seite steht, schaut in die Wetter-App auf ihrem Handy.

16, 17 Grad werde es wohl warm sein. Eher etwas für echte Fans als für die ganz großen Menschenmassen, vermutet sie.

Das Badewasser werde aber mit Sicherheit schon wärmer sein, verspricht sie.

Gastro-Verantwortung in neuer Hand

Zur neuen Saison erwarten die Freibad-Besucher in Weil am Rhein einige Neuigkeiten, ist im Gespräch mit ihr und Stephan Matti im Bad zu erfahren. Unter anderem am Kiosk wird dort jetzt noch Hand angelegt, um pünktlich am Samstag startklar zu sein für die Freibadsaison.

Dort ist der neue Gastro-Leiter Roberto Lehmann anzutreffen, der – ebenfalls neu im Team – für Restaurants und den Kiosk im gesamten Badeland verantwortlich zeichnet. Die Installation eines neues Bestellsystems befindet sich in den letzten Zügen.

Kiosk nimmt kein Bargeld mehr an

Die Bestellung an großen Bildschirmen oder mit einer App vom Handy aus soll dann dazu beitragen, dass sich keine Schlangen mehr bilden – einer der Kritikpunkte, die laut Matti immer wieder von Badegästen geäußert werden.

Alles ist bereit für die Freibaderöffnung im Laguna. Foto: Beatrice Ehrlich

Bargeldzahlung wird dann am Kiosk selbst nicht mehr möglich sein, weiterhin aber an den Automaten. Dafür gebe es, etwa für Mütter, die Möglichkeit, auch von zu Hause für ihr Kind eine Portion Pommes zu bestellen und gleich zu bezahlen, wirbt Matti.

Neue Badebekleidungs-Regelung

Eine weitere Neuigkeit sind die geänderten Regeln für Badebekleidung. „Wir machen es einfach für unsere Gäste. Alles, was bis Knie und Ellenbogen reicht, ist erlaubt“, sagt er, und bezieht sich damit natürlich ausschließlich auf Badebekleidung. Nicht mehr erlaubt sind Ganzkörperanzüge, Burkinis oder lange Röcke, ganz zu schweigen von Straßenkleidung oder Unterwäsche, die grundsätzlich nichts verloren hätten in einem Schwimmbad.

14 Tage vor der Freibad-Eröffnung wird das Wasser eingelassen. Foto: Beatrice Ehrlich

Mit dieser Maßnahme, auf die schon am Eingang auf prominent platzierten Schildern hingewiesen wird, sollen die Bekleidungsvorschriften für Badegäste einfacher zu verstehen sein.

Hilferuf der Mitarbeiter

Die Mitarbeiter des Laguna, die aufgrund des Fachkräftemangels ohnehin sehr gefordert seien, würden entlastet, erklärt Matti.

Gäste und Mitarbeiter sollen auf dem weitläufigen Gelände nicht belästigt werden. Foto: Beatrice Ehrlich

Auf einen schriftlichen Hilferuf der Mitarbeiter hin habe man unter anderem auch die Entscheidung getroffen, nun auch, wie in Schwimmbädern in den umliegenden Orten, einen Sicherheitsdienst zu beauftragen. Die Mitarbeiter könnten sich so ganz ihrer eigentlichen Aufgabe, der Aufsicht, widmen.

Sicherheitsdienst patrouilliert im Bad

Sie müssen sich nicht mehr um Auseinandersetzungen zwischen Gästen kümmern, wie es in der Vergangenheit manchmal vorgekommen sei, so Matti. Das Wohl der Badbesucher und der Mitarbeiter stünden für ihn an oberster Stelle, sagt der Bäder-Fachmann mit langjähriger Erfahrung in der Leitung verschiedenster Badeeinrichtungen. „Wir sind ein Freizeitbetrieb. Wir wollen Spaß haben.“ Niemand wolle andere drangsalieren oder selbst drangsaliert werden, sagt er. Nach Ablauf des Sommers werde Bilanz gezogen, ob sich die neue Regelung bewährt habe.

Schauen, was im Laguna noch besser werden kann: Natalia Golovina und Stephan Matti. Foto: Beatrice Ehrlich

Weiter bleibe es der Wunsch die Besucherzahlen auch des Freibads wieder auf das Niveau der Zeit vor Corona zurückzubringen. Man sei auf gutem Wege. Mit rund 50 000 Gästen sei man sehr zufrieden, rund 65 000 waren es zu Spitzenzeiten.

PV-Paneele produzieren Strom und spenden Schatten

Besuchern des Freibads werden auch die neuen Schattenspender auffallen, welche die in Reih und Glied stehenden Liegestühle auf einer Länge von etwa 60 Metern überspannen. Noch geben sie keinen Schatten.

Die Schattenspender sind installiert – nun fehlt noch die neue PV-Anlage. Foto: Beatrice Ehrlich

Dies sei aber bald so weit, dann nämlich, wenn die neuen PV-Paneele geliefert werden, die mit 25 Kilowatt Peak dann einen Beitrag leisten zur Stromversorgung des Bads. Rund 10 000 Euro könne man so einsparen, unterstreicht der Geschäftsführer.

Übrigens: Auch er zieht gern seine Bahnen im Freibad. Allerdings früh morgens und nicht unter den Augen der Gäste. Nicht mehr lange: Für Stephan Matti ist es die vorletzte Sommersaison im Laguna, denn Ende 2026 hört der 65-Jährige auf.