Die Alti Fabriknäscht Cligge aus Friedlingen eröffnete traditionsgemäß am Samstag nach dem „Ölfte Ölfte“ die Fasnachtssaison 2025/2026.
Die Alti Fabriknäscht Cligge (AFC) zeigte einmal mehr, dass sie zu feiern versteht. Bereits vor dem Programm herrschte eine Bombenstimmung – bei Party-Musik der Band „Fashion“ wurde eifrig geschunkelt und mitgesungen.
Die Friedlinger Fasnacht kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Die bereits vor 102 Jahren im Jahr 1923 gegründete Cligge hat nichts von ihrer Attraktivität verloren: Den ganzen Abend herrschte Stimmung, die sich bei dem finalen Tanzauftritt und dem Spiel der Guggemusik Notehobler zu absoluten Höhepunkten steigerte. Die voll besetzte Altrheinhalle in Märkt wurde von der ältesten Weiler Fasnachtsclique kurzerhand zur neuen Fasnachtshochburg umfunktioniert. Die Cliquen und zahlreiche Gäste ließen sich das rund zweieinhalbstündige Spektakel nicht entgehen.
Holger Rüping, der 17 Jahre Cliquenchef war und dieses Jahr von Marco Läublin abgelöst wurde, begrüßte die gut gelaunten Gäste, darunter auch Andreas Kiesewetter, Oberhaupt der IG Weiler Straßenfasnacht.
Danach war Stimmung nonstop angesagt – die Live-Band „Fashion“ übernahm das Zepter und traf mit einer bunten Mischung aus Partymusik, Schlagern, Oldies und Fasnachtshits voll den Geschmack des Publikums. Frontfrau und Sängerin Shylene führte nach der obligatorischen Schunkelrunde auch durchs närrische Programm.
Deftige Witze
Mit kurzen, aber deftigen Witzen sowie einer Reihe von Sketchen heizten Marco Läubin, Uwe Brandscheidt, Reini Schühlein und Stefano Ruggiero die gute Laune weiter an sorgten auf der Bühne für eine gehörige Portion Spaß und Ulk. Dafür wurden sie mit viel Applaus belohnt.
Und es wurde noch viel deftiger – die Liebhaber der frivolen Ausgelassenheit kamen voll auf ihre Kosten, ein schlüpfriger Sketch wurde vom nächsten abgelöst und sorgte für fröhliche Ausgelassenheit. Ob Szenen einer Ehe oder die clevere Nonne – das Publikum war begeistert.
Besuch aus Lörrach
Die Sogge-Flicker, eine Clique aus Lörrach, wollte dieses Saison unbedingt Fasnacht feiern, was wegen der Ungereimtheiten in Lörrach ungewiss war. Mit ihrer fröhlichen und unbeschwerten Art reihten sie sich nahtlos ein und bereicherten den Abend.
Die Guggemusik Notehobler spielte sich in die Herzen der Anwesenden. Energiegeladen trumpften sie auf, hatten jede Menge Stimmungshits auf Lager, die von den Bläsern kraftvoll intoniert wurden, und, welch Wunder, die Schlagzeuge gingen bei dem Auftritt nicht zu Bruch. Kraftvoll und ausdauernd beeindruckend heizte die Gugge ein. Ohne Zugaben durfte sie natürlich die Bühne nicht verlassen.
Kuckuck wohnt in der Uhr
Eine Version von „Wer wird Millionär“, der bekannten Quizshow, durfte nicht fehlen; Welcher Vogel baut kein eigenes Nest? A) Specht, B) Amsel, C) Kuckuck oder D) Drossel. Die Kandidatin wusste auch mit Hilfe des Publikum die Antwort – der Kuckuck. Auf die Rückfrage, ob sie sich bei der Antwort ganz sicher gewesen wäre, antwortete sie: Auf jeden Fall, der Vogel wohne doch in der Kuckucksuhr, das wisse doch jeder.
Tanz als Höhepunkt
Der Tanz der „begnadeten“ Akteure des AFC, bei dem sie von drei jungen Damen des TV Haltingen unterstützt wurden, war der finale Höhepunkt: Das Publikum johlte und forderte stürmisch eine Wiederholung. Die Zugabe wurde auch gewährt, aber für einen weiteren Auftritt fehlte einfach „die Luft“, erklärte der erschöpfte Reini Schühlein anschließend.
Mit dem Programm war dann zwar Schluss, mit dem Feiern aber noch lange nicht. „Fashion“ sorgte bis weit nach Mitternacht für ausgelassene Stimmung und eine volle Tanzfläche. Wer etwas Erholung benötigte, war an der Bar gut aufgehoben.