Im Bürgerbüro im Rathaus gibt es personelle Engpässe. Die Mitarbeiter bekommen es derzeit immer wieder mit Bürgern zu tun, die lautstark ihren Unmut über längere Wartezeiten kundtun. Dabei kann vieles auch selbst online erledigt werden.
Despektierliche, teilweise beleidigende Äußerungen verhindern immer wieder eine sachliche Kommunikation auf Augenhöhe und sorgen bei den Bediensteten mitunter für Frust, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung.
Ein Problem, das nicht nur das Weiler Rathaus betrifft, ist die personelle Situation in bestimmten Bereichen. So stehen im Bürgerbüro für den Bereich des Pass- und Meldewesens eigentlich sechs Stellen zur Verfügung. Für mehrere Monate waren nur zwei regulär besetzt. Seit dem 1. März konnte eine Stelle neu besetzt werden, die neue Mitarbeiterin wird nun umfassend eingearbeitet. Zwei Kollegen sind krankheits- beziehungsweise elternzeitbedingt nur stundenweise im Einsatz und eine Stelle ist derzeit noch vakant, heißt es.
Mitarbeiter haben viele Aufgaben
Die Mitarbeiter, deren Stellen regulär besetzt sind, sind derzeit gleichzeitig für den Schalterdienst, die Bedienung am sogenannten Schnellschalter (dort können ohne Termin beispielsweise Ausweisdokumente abgeholt werden) und das Telefon verantwortlich. „Ihre Belastungsgrenze ist längstens erreicht“, macht Rechts- und Ordnungsamtsleiterin Ellen Nonnenmacher deutlich.
Und dennoch würden alle versuchen, das Beste aus der nicht einfachen Situation herauszuholen. So werden Termine bereits doppelt gebucht, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Die Wartezeit beträgt derzeit rund 21 Tage. Dabei gelte es zu bedenken, dass im Bürgerbüro nicht nur Termine abgearbeitet werden, sondern auch sehr viele Tätigkeiten anfallen, die im Hintergrund stattfinden.
Immer wieder werden die Mitarbeiter mit der Aussage konfrontiert, dass diese Angelegenheit nur fünf Minuten in Anspruch nehme, es ja kein großer Aufwand sei und man diesmal ja eine Ausnahme machen könne. „So einfach ist das nicht. Die Kolleginnen und Kollegen haben beispielsweise Telefonanfragen zu bearbeiten, Dokumente zu prüfen, Aufträge abzuschließen, Personen anzuschreiben, Fundsachen entgegenzunehmen, E-Mails abzuarbeiten, Behörden- und Meldeanfragen zu beantworten, Urkunden zu prüfen, Statistiken zusammenzustellen, Ermittlungen durchzuführen, Rechnungen zu bezahlen und viele Aufgaben mehr“, erklärt Nonnenmacher.
Viele Dienstleistungen sind online möglich
Für viele Dienstleistungen müssen Bürger nicht mehr ins Rathaus kommen. So ist beispielsweise die Wohnsitzummeldung mit dem Personalausweis bereits online möglich. Eine detaillierte Auflistung der Leistungen, die direkt von zuhause aus und ohne Terminanmeldung vor Ort machbar sind, sind auch auf der städtischen Internetseite abrufbar.
Stichwort Führungszeugnis: „Wir erhalten immer wieder Beschwerden, dass Bürgerinnen und Bürger lange auf einen Termin für das Beantragen eines Führungszeugnisses warten müssen. Hier gilt es zu beachten, dass dies nicht zwingend vor Ort durchgeführt werden muss. Auf unserer Homepage ist ein Hinweis, dass man das Führungszeugnis auch online über das Bundesamt für Justiz beantragen kann“, lässt Nonnenmacher wissen.
Reisedokumente rechtzeitig beantragen
Und Mitte Juni sind wieder Pfingstferien – Urlaubszeit also. Schon jetzt macht das Bürgerbüro darauf aufmerksam, dass reisewillige Personen frühzeitig, am besten sofort, ihre Ausweisdokumente überprüfen sollten. „Es wird wieder zu längeren Wartezeiten kommen. Zum einen wegen der angespannten personellen Situation im Rathaus, aber auch aufgrund der Vielzahl an Aufträgen für die Bundesdruckerei“, weiß die Rechts- und Ordnungsamtsleiterin. Bedauerlicherweise habe man jedes Jahr aufs Neue mit verzweifelten Menschen zu tun, die kurz vor der Reise bemerkten, dass ihre Dokumente abgelaufen seien, sagt Nonnenmacher. Allzu häufig würde dann der Spieß herumgedreht und die Mitarbeiter entsprechend unter Druck gesetzt, da der Flug bereits gebucht und die Reise nur wegen der langen Wartezeit dann storniert werden müsste. Dabei liege es in der Verantwortung der Bürger, sich rechtzeitig um gültige Reisedokumente zu kümmern.
„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten und helfen gerne. Es ist uns bewusst, dass die Situation für die Bürgerinnen und Bürger nicht befriedigend ist. Aufgrund der aktuellen Situation geht es aber einfach nicht schneller. Wir wären sehr dankbar, wenn die Bürgerinnen und Bürger uns trotz der nicht einfachen Situation respektvoll gegenübertreten. Wir probieren jedem Menschen, der zu uns kommt, so gut es geht zu helfen“, hofft Nonnenmacher auf Verständnis.
Wieder mehr Stellen besetzt
Etwas Licht am Ende des Tunnels taucht indes auf. Die eine vakante Stelle wurde wie erwähnt zum 1. März besetzt, die zweite soll im Mai folgen, so dass die Stadtverwaltung guter Hoffnung ist, dass sich die Situation dann entspannt.