Kreisvorsitzende Tanja Fischer (Zweite von rechts) ehrte die Mahlberger für ihre Treue (von links): Ferdinand Kiesel, Hedwig Kiesel, Karin Kilian, Berthold Griesbaum, Helga Hug, Edwin Kuhn, Peter Walter und Fred Wieseke. Foto: Decoux

Weil der Ortsverband keinen Nachfolger für seinen Vorsitzenden findet, will er sich mit den Kippenheimern zusammentun. Die Idee stieß auf Zustimmung.

Dass bei der Hauptversammlung des VdK-Ortsverbands Mahlberg nicht nur die üblichen Regularien auf der Tagesordnung stehen, ließ bereits der Veranstaltungsort erahnen. So trafen sich die Mitglieder im Gasthaus „Alter Stiel“ in Kippenheim – der Gemeinde, mit deren VdK-Ortsverband die Mahlberger fusionieren möchten. Grund dafür ist, wie der langjährige Vorsitzende Ferdinand Kiesel in seinem wohl letzten Bericht ausführte, dass er trotz vieler Versuche leider keine Nachfolge für seinen Posten gefunden habe. Eine Verjüngung des VdK-Vorstandes sei jedoch sehr sinnvoll.

 

Dabei hat der Ortsverein schon Fusionserfahrung – denn vor 20 Jahren war er mit dem von Orschweier zusammengegangen. Damals hatten die beiden Gruppen erst nur jeweils 39 und 26 Mitglieder. Heute zählt der Mahlberger Verband insgesamt 225. Der rasante Zuwachs lässt sich dadurch erklären, dass der Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands eine wachsende Zahl hilfsbedürftiger Menschen betreut, so etwa bei Widersprüchen und vermittelten Rechtsberatungen besonders im sozialen und Rentenbereich.

Die Fusion wird am 25. März in Kippenheim Thema sein

Ansonsten habe der Vorstand, so Kiesel weiter, auch bei erneut zahlreichen Advent-Besuchen viele schöne, teils aber auch traurige Gespräche geführt. Festzustellen sei, dass die Hilfsbedürftigkeit im sozialen Gesundheits- und Pflegewesen zunehme. Deshalb ist der 1950 bundesweit als Selbsthilfegruppe gegründete VdK trotz mittlerweile nur noch weniger lebender Kriegsopfer dennoch weiterhin aktuell geblieben.

So berichtete die Lahrer VdK-Kreisvorsitzende Tanja Fischer von bundesweit mittlerweile 2,3 Millionen Mitgliedern des somit größten deutschen Sozialverbandes, davon allein 61 000 im Bezirksverband Südbaden und 5204 im Lahrer Kreisverband. Arbeitsschwerpunkte im Verband seien insbesondere juristische Hilfen beim Sozial- und Behinderungsrecht, Pflege- und Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Arbeitsämtern und auch zu Rentenfragen. Bei entsprechend erstrittenen Nachforderungen habe man eine hohe Erfolgsquote aufzuweisen.

Der Kippenheimer Ortsverband spricht sich für die Fusion aus

Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz lobte die entsprechenden Aktivitäten des VdK mit Anspruchsvertretungen gegen die Bürokratie samt dem Einsatz der ehrenamtlich tätigen Vorstandschaften. Kassenwart Peter Walter berichtete letztmals über ein leichtes Einnahmeplus mit befriedigendem Jahresabschluss. Sodann wurde nach letzter Vorstandsentlastung ohne wesentlichen Aussprachebedarf einstimmig beschlossen, nun mangels neuem Vorsitz mit dem Kippenheimer Ortsverband zusammen zu gehen. Dessen Vorsitzender Josef Disch war als Gast mit dabei und begrüßte die Fusion. Die wird jetzt noch von seinem Ortsverband am 25. März separat beschlossen – das gilt jedoch als Formsache. Der künftige Name steht offiziell noch nicht fest, doch voraussichtlich wird es sich dann um dem VdK-Ortsverband Kippenheim/Mahlberg handeln, zumal Kippenheim mit 279 Mitgliedern in leichter Überzahl ist.

Info – Ehrungen

Die Kreisvorsitzende Tanja Fischer hatte zahlreiche goldene Verdienstnadeln samt Urkunden mitgebracht, die den Ausgezeichneten mit „Dank für Engagement und Kampf für Gerechtigkeit als gelebte Solidarität und Menschlichkeit“ übergeben wurden. Darunter Karin Kilian (37 Jahre) und die stellvertretende Vorsitzende Helga Hug (21 Jahre). Weiter folgen Edwin Kuhn (früherer Orschweierer Vorsitzender, 20 Jahre lang Beisitzer), Peter Walter (Mitglied seit 2003 und Rechner seit 2013), Fred Wieseke (23 Jahre), Berthold Grießbaum (20 Jahre) und ebenso Hedwig und Ferdinand Kiesel.