Sie ist nur wenige Millimeter groß, schwarz-weiß gemustert und sehr aggressiv: die Asiatische Tigermücke. Foto: Pixabay

Zur Bekämpfung der Tigermücken ist offenes Wasser unbedingt zu vermeiden. Solidarität ist wichtig.

Auch in diesem Sommer werden die Plagegeister in Weil am Rhein ihr Unwesen treiben. Aus diesem Grund sind wieder die Tigermücken-Bekämpfer der Stadt unterwegs. Zum Helfen aufgerufen sind aber auch die Bürger, schließlich soll der Sommer auf der Terrasse nicht zu einem Spießrutenlauf werden.

 

Die Asiatische Tigermücke legt im Herbst noch Eier, die auch langanhaltende Minustemperaturen und Trockenperioden überdauern. Pünktlich zum Frühjahr startet die Saison der aggressiven Insekten wieder. Sie entwickeln sich im Wasser aus den Überwinterungseiern vom vergangenen Jahr, schlüpfen und der Kreislauf beginnt von vorn, teilt die Stadtverwaltung mit.

Wie die Diplom-Biologin Petra Koops erklärt, sind derzeit die Tigermücken-Bekämpfer unterwegs, die über das Insekt aufklären, auf mögliche Brutstätten im Garten hinweisen, Bti-Tabletten (Bacillus thuringiensis) ausgeben und Info-Flyer verteilen.

„Als Stadt betreiben wir diesen enormen Aufwand, weil die Tigermücke exotische Krankheiten wie Dengue, Zika oder Chikungunya übertragen können“, macht Koops klar. Dass die Plagegeister äußerst aggressiv und lästig auftreten und damit so manche Garten- und Terrassenaufhalte weitestgehend unmöglich machen, sei zweitrangig.

Es komme in den vergangenen Jahren immer häufiger vor, dass Urlaubende mit solchen Infektionen zurückkämen. „Die Zahlen vor allem für Dengue in Deutschland, Frankreich und der Schweiz steigen ständig an. Früher war das nur für die jeweiligen infizierten Reisenden ein Problem, heute steigt aber die Gefahr, dass Tigermücken erst infizierte und dann andere Personen stechen und so die Krankheitsviren übertragen“, erklärt sie. Und genau das soll verhindert werden. Eine Möglichkeit ist, den Insekten ihre Brutmöglichkeiten zu nehmen.

Aber wie? Ganz grundsätzlich gilt: Es sollte kein offenes Wasser herumstehen. Da Tigermücken ihre Eier vor allem in stehendem Wasser ablegen, beispielsweise in Bodenabläufe oder Siphons von Regenrinnen, sollte dieses offene Wasser mit handelsüblichen Fensternetzen verschlossenen werden.

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Bti. Dabei handelt es sich um Tabletten, die alle zwei Wochen in stehendes Wasser gegeben werden. „Bti ist ein bakterielles Eiweiß, das die Larven im Wasser absterben lässt. Es wirkt sehr spezifisch auf Mückenlarven, ist dabei für Menschen, Tiere und Pflanzen aber harmlos“, informiert Koops.

Das Mindeste, was getan werden sollte, ist, das Wasser in Behältern einfach regelmäßig auszuleeren. Allerdings hat diese Bekämpfungsmethode ihre Tücken, da sich letztlich doch immer wieder Wasser ansammelt und Behälter oft doch zu Brutstätten werden. Den üblichen Verdächtigen wie Regenwassertonnen, Untersetzer, Pflanztöpfen mit Wasserreservoir, Eimer, Spielzeug oder Abdeckplanen sollte unbedingt Beachtung geschenkt werden.

Gefordert sind alle Bürger. Denn die Solidarität spielt bei der Bekämpfung dieser Stechmücken eine wichtige Rolle. „Es ist ganz einfach: Wenn Sie Brutstätten auf ihrem Grundstück haben, leiden alle Nachbarn rundherum mit – egal wie sehr diese darauf achten, Brutstätten zu vermeiden.“ Koops‘ Appell: „Auch wenn es Ihnen persönlich eigentlich egal ist, beseitigen Sie bitte die Brutstätten auf Ihrem Grundstück.“

Sollte Hilfe benötigt werden, können sich die Weiler gerne direkt bei der Tigermückenbekämpfung im Rathaus unter E-Mail tigermuecke@weil-am-rhein. de oder Tel. 0170/ 743 10 33 melden.

Mehr Informationen zu dem Thema gibt es auch auf der Homepage der Stadt Weil am Rhein unter www.weil-am-rhein.de.