Julian Fahrner, ein leidenschaftlicher und erfolgreicher Geiger aus Weil Foto: zVg

Mit sechs Jahren hat Julian Fahrner angefangen, Geige zu spielen. Der in Weil am Rhein aufgewachsene, ausgezeichnete Musiker ist derzeit Konzertmeister beim Staatsorchester Darmstadt.

Der 35-jährige Violinist stammt aus einer Weiler Musikerfamilie. Seine Faszination und Passion für die Musik ist daher naheliegend. Denn sein Vater Dieter Fahrner, der 2018 mit 71 Jahren überraschend verstarb, war fast 30 Jahre Leiter der Weiler Musikschule, Dirigent, Trompeter und Komponist, während seine Mutter Ellen Fahrner ebenfalls Musiklehrerin ist und seit mehr als 30 Jahren an der Musikschule unterrichtet.

 

„Musik war schon immer eine Herzensangelegenheit für meine Familie und mich, sie hat einen sehr hohen emotionalen Stellenwert“, sagt Julian Fahrner, der zielstrebig mit viel Talent und Fleiß eine Karriere als Berufsmusiker eingeschlagen hat.

Landesjugendorchester prägte ihn

Während seiner „prägenden Zeit im Landesjugendorchester“, in dem er im Alter zwischen 13 und 17 Jahren spielte und einige Konzertreisen unter anderem nach Ecuador und Ägypten unternahm, reifte in ihm der Entschluss, Berufsmusiker zu werden. Ambitioniert und erfolgreich verfolgte er dieses Ziel.

Als mehrfacher Bundessieger bei „Jugend musiziert“ in verschiedenen Kategorien spielte er in Kammermusik-Ensembles, oft auch zusammen mit dem aus Märkt stammenden Bundessieger Johannes Lang, der heute Organist der Leipziger Thomaskirche, Kirchenmusiker und Glockensachverständiger ist. Gemeinsame Konzertreisen führte die beiden schon in jungen Jahren unter anderem nach Zypern, Syrien und Portugal.

Welch großes Musiktalent in Julian Fahrner steckt, lässt sich schon daran ablesen, dass er während seiner Schulzeit ab dem 13. Lebensjahr bei Geigen-Professor Jörg Hofmann in Freiburg Unterricht nahm und bereits vor dem Abitur am Weiler Kant-Gymnasium ein Vorstudium an der Musikhochschule Karlsruhe bei Professor Albrecht Breuninger begann.

Musik prägt sein Leben. Konsequent ging und geht Julian Fahrner seinen Weg. Nach dem erfolgreichen Musikstudium, in dessen Verlauf er auch ein eigenes Kammerensemble mit Klavier, Violoncello und Geige gründete („das war eine intensive Zeit“), konzentrierte er sich zunächst auf seine Konzerttätigkeit. Inzwischen spielt er als festangestellter Geiger seit sieben Jahren im 80-köpfigen Staatsorchester Darmstadt und ist zum Konzertmeister avanciert. „Ein Konzertmeister überwacht vor dem Konzert und zwischendurch das Stimmen der Instrumente, führt Spiel und Orchester an und hat auch die Solostellen seines Instruments vorzutragen“, wird dessen Tätigkeit definiert, die „nur besonders guten Geigern zufällt“.

Musik für die Oper und fürs Ballett

Vor allem Opern- und Ballettaufführungen begleitet das Darmstädter Orchester musikalisch. Je nach Spielplan des Staatstheaters bestimmen zuweilen tagsüber zwei Proben und abends Aufführungen den Alltag von Julian Fahrner. Hinzu kommt noch die individuelle Vorbereitung. Es gibt kaum einen Tag, an dem der 35-Jährige nicht auf seiner Violine übt.

Neben seinem Engagement in Darmstadt arbeitet Julian Fahrner, der mit seiner Lebensgefährtin in Frankfurt wohnt, an seiner weiteren Karriere. „Die Reise geht weiter“, sagt der leidenschaftliche Geiger. So ist er derzeit im Staatsorchester Stuttgart als Gast Zweiter Konzertmeister und pendelt daher zwischen Darmstadt und Stuttgart.

Leidenschaft für Kammermusik

„Es ist eine aufregende, spannende Zeit und manchmal schwierig, alle Termine unter einen Hut zu bringen“, sagt der gefragte Violinist und Bewunderer der Berliner Philharmoniker. Sein Ziel ist es, einmal in einem großen Opernhaus und in einem großen Orchester zu spielen. Und dabei möchte er auch eine Führungsrolle übernehmen, bei der er „viel bewirken“ kann. Außerdem strebt der ehrgeizige Geiger eine Kammermusikprofessur an.

Julian Fahrner, der als eingefleischter Fußballfan des SC Freiburg zur Entspannung gelegentlich gemeinsam mit seiner Mutter sowohl Heim- als auch Auswärtsspiele besucht, ist in seiner alten Heimatstadt Weil am Rhein derzeit nicht mehr oft anzutreffen, denn sein Terminkalender ist prall gefüllt. Während der Corona-Zeit, als er als Musiker auch ausgebremst wurde, hatte er Weil am Rhein und das Markgräflerland neu entdeckt: „Da habe ich richtig zu schätzen gewusst, woher ich komme.“