Die Menschen ziehen zum Festplatz, als am Vorabend des ersten Mai der Maibaum gestellt wird. Mit Musik und Festbetrieb wird dieser Anlass gebührend gefeiert.
Dass im Weiler Teilort Märkt, dem früheren Fischerdorf am Rhein, ein Maibaum steht, ist keine althergebrachte Tradition, sondern eine Neuerung, die seit der Corona-Zeit im Ort Fuß gefasst hat.
In den vergangenen Jahren hat sich das Maibaumstellen auf dem Festplatz aber zu einem leibgewonnenen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft mit stimmungsvollem Festbetrieb entwickelt.
Aus allen Himmelsrichtungen sieht man die Märkter zum Festgelände ziehen, wo es schon verheißungsvoll nach Bratwurst duftet.
Dank des SV Märkt, dessen Mitglieder bewirten, und dem Musikverein Märkt, der seine Bude vom nicht mehr existierenden Fischerfest zur Verfügung stellt, ist ein Festbetrieb möglich, der keine Wünsche offen lässt. Zusätzlich bietet der Förderverein der ortsansässigen Hermann-Daur-Schule Kuchen und Kaffee.
Die Märkter sind froh über die Gelegenheit, bei strahlendem Sonnenschein nach Arbeitsschluss auf dem Festgelände das verlängerte Maiwochenende willkommen zu heißen. Das Maibaum-Stellen bietet auch Gelegenheit, Bekannte, die man länger nicht gesehen hat, zu treffen und Gespräche zu führen.
Ehrenamtliche Maibaumsteller sind im Einsatz
Ortsvorsteher Stefan Hofmann begrüßt die ehrenamtlichen Maibaumsteller – eine Gruppe von zwölf Männern aus den Reihen der aufgelösten Märkter Feuerwehr. Maibaumsteller Martin Hildenbrand führt die Gruppe an. Mit Muskelkraft schieben sie den 18 Meter langen Baum auf einem Wägelchen auf den Platz, die Spitze mit den grünen Nadeln schwankt dabei heftig hin und her.
Musiker aus fünf Vereinen spielen auf
Für den passenden Ton zum feierlichen Einzug des Maibaums auf das Festgelände sorgt ein Projektorchester unter Leitung von Kai Trimpin, an dem neben dem Musikverein Märkt auch Musiker des Eisenbahner Musikverein, der Stadtmusik Weil am Rhein sowie der Musikvereine Haltingen und Efringen-Kirchen beteiligt sind.
„Gruß an Kiel“ und „Wien bleibt Wien“ geben den Feierlichkeiten einen würdigen Rahmen, dass die Musiker Freizeitkleidung oder den Vereins-Polo tragen statt Uniform, tut dem überhaupt keinen Abbruch.
Baum ist fest im Boden verankert
Richtig spannend wird es, als der Maibaum in Position gebracht, und mit Hilfe eines Traktors mit Hebevorrichtung Zentimeter für Zentimeter nach oben gedrückt wird. Auch wenn der Fuß des Baums in einer festen, stählernen Konstruktion im Boden verankert ist, heißt es „Achtung, zur Seite“, als das Männer-Team sein Werk beginnt.
Schließlich bilden die Kinder und die anderen Festgäste einen großen Kreis, in dessen Mitte der Maibaum schließlich senkrecht zum Stehen kommt.
Gelb-rote Bänder flattern im Wind
Die Spitze biegt sich im Wind, die badisch gelb-roten Bänder flattern im Wind. Kinder der Hermann-Daur-Schule tragen, begleitet von Schulleiterin Anna Kruse ein Lied und ein Frühlingsgedicht vor und erhalten dafür von den Festbesuchern Applaus.
Zum Abschluss darf Oberbürgermeisterin Diana Stöcker beim Badner Lied den Taktstock schwingen. Das gelingt ihr genau so gut wie davor der Fassanstich, um mit den Maibaumstellern zünftig auf das gelungene Werk anstoßen zu können.
Projektorchester will weiter auftreten
Mit seinem Projektorchester will Kai Trimpin, Dirigent der Stadtmusik Weil am Rhein, künftig öfter in Erscheinung treten, bei besonderen Gelegenheiten und vielleicht sogar mal in einem Konzert. Begeistert sichern die um ihn herum stehenden Musiker ihm ihre Unterstützung zu. Das Musizieren in einem großen Kreis von Gleichgesinnten hat ihnen gut gefallen.