Dunkle Wolken ballen sich über den Gebäuden, die demnächst vom DRK und der DLRG genutzt werden sollen. Bei den Organisationen ist die Freude über ihr neues Domizil aber groß. Foto: Beatrice Ehrlich

Mit einem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats wurde der Kauf eines Grundstücks mit Gebäuden für das Weiler DRK und die DLRG unter Dach und Fach gebracht.

Mit einem neuen Blaulichtzentrum kann die Polizei Weil am Rhein trotz starken Bedarfs erst einmal noch nicht rechnen. Das wurde bei der Vorstellung der Kriminalstatistik im Weiler Gemeinderat einmal mehr mit Bedauern festgestellt.

 

Anders sieht es im Fall der Ortsverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK Weil am Rhein-Haltingen) und der DLRG aus. Etwa in einem Jahr, so führte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker in der Ratssitzung aus, könnte das neue „kleine Blaulichtzentrum“ nahe des Rheinhafens in Betrieb gehen. Mit einem einstimmigen Beschluss machten die Räte den Weg frei für den Kauf eines Teilgrundstücks im Besitz der Rheinhafengesellschaft für einen Kaufpreis von 304 000 Euro, inbegriffen die Grunderwerbsteuer, die Vermessungskosten sowie Notar- und Grundbuchkosten (reiner Kaufpreis: 272 800 Euro. Die auf dem betreffenden Grundstücksteil stehenden Gebäude, eine Fahrzeughalle mit Büros in den Obergeschossen und eine weitere, einfache Halle werden von der Firma Rhenus zu einem symbolischen Kaufpreis erworben. Rhenus hätte die Gebäude sonst zurückbauen lassen müssen.

Nun sollen sie den beiden Hilfsorganisationen zur Nutzung überlassen werden. Beide Organisationen hatten bereits zugesichert, sich – teils in Eigenleistung – um den weiteren Ausbau selbst zu kümmern.

Im Gegenzug verkauft die Stadt Weil am Rhein Grundstücke an die Rheinhafengesellschaft und rechnet dafür mit Einnahmen in Höhe von 280 000 Euro.

Klaus-Michael Effert, Vorsitzender des DRK Weil am Rhein-Haltingen und Stephan Matt in Vertretung des DLRG-Vorsitzenden Dominik Pätz waren mit einigen ihrer Mitglieder bei der Gemeinderatssitzung dabei und bedankten sich beim Rat in aller Form für die Lösung ihrer Raumprobleme. Dieser Kauf mache die Verbundenheit der Stadt Weil am Rhein mit dem DRK-Ortsverband deutlich. „Erstens kommt es anders und vor allem früher als gedacht“ textete er launig in Ablehnung an Wilhelm Busch und richtete lobende Worte an Oberbürgermeisterin Diana Stöcker: „Sie haben Taten gezeigt.“ Alles sei nun an einer Stelle, lobte der Vorsitzende, hatte doch das DRK zuvor Fahrzeuge und Materialien an verschiedenen Orten im Stadtgebiet gelagert. „Hier sind wir schnell einsatzbereit, um Menschen zu helfen. Wir haben genügend Platz für Fortbildungen und Schulungen. Dem Dank Efferts an die Oberbürgermeisterin und an das Ratsrund schloss sich Stephan Matt, Leiter Einsatz bei der DLRG Weil am Rhein an. Seit 1989 sei die DLRG auf Raumsuche. Damals wurden den Wasserrettern zwei Garagen am Laguna zur Verfügung gestellt – als Provisorium für fünf Jahre. Nun, 36 Jahre später, stünden die Fahrzeuge immer noch dort, eigene Schulungs- und Vereinsräume hatte die DLRG bisher nicht.

„Dank Ihrer Beharrlichkeit ist diese Geschichte zu einem glücklichen Ende gekommen“, lobte Ulrike Fröhlich die Oberbürgermeisterin. Dass durch Umbau und Nutzung bereits bestehender Gebäude auch der Klimaschutz profitiere, war ihr einen besonderen Dank wert.