Viel Arbeit in der Landwirtschaft und starkes bürgerschaftliches Engagement haben das Leben von Karl Fischer geprägt. Heute kann der bekannte und engagierte Haltinger seinen 85. Geburtstag feiern.
Landwirtschaftsmeister, Winzer, langjähriger Stadt- und Kreisrat sowie 18 Jahre Kirchenältester, zeitweise auch Vorsitzender des Kirchengemeinderats, zweiter Vorstand der Winzergenossenschaft Haltingen, Mitbegründer der Diakoniestation Weil am Rhein-Vorderes Kandertal, fast 60 Jahre Sänger im Gesangverein und früher Sprecher einer Bürgerinitiative, als die Haltinger seinerzeit um den Erhalt ihrer Selbstständigkeit kämpften: Karl Fischer wurde es bei seinem fordernden Beruf auf dem Landwirtschaftshof und in den Reben sowie bei seiner Vielzahl an Ehrenämtern nie langweilig.
Jahrzehntelang war der Jubilar, der vor drei Jahren einen schweren Schlaganfall erlitten hat und wieder sprechen lernen musste, immer ein Kämpfer und stets ein Mann der klaren Worte. Und eine Eigenschaft hat ihm auch bei der Überwindung anderer schwerer Erkrankungen stets geholfen: sein Optimismus und seine lebensbejahende Einstellung.
Seinen früheren Wunsch, einmal Jurist zu werden, konnte sich der urwüchsige Haltinger, der auf dem Bauernhof in der Großen Gass 4 groß geworden ist, nicht erfüllen. Denn sein Vater hatte darauf bestanden, dass er und seine vier Geschwister eine Ausbildung in der Landwirtschaft machen. Er ging in eine Fremdlehre, arbeitete im Staatsbetrieb Forchheim, besuchte die Bauernschule in Tiengen und absolvierte später erfolgreich die Meisterschule.
Nach seiner Heirat 1962 mit Ruth Diether wechselte er auf den Hof seiner Frau an der Großen Gass 21. Das agile Ehepaar baute den Betrieb mit viel Tatkraft nach und nach aus. 2004 übergab es den Hof an Tochter und Schwiegersohn. Doch noch heute sind Karl und Ruth Fischer, die vor zwölf Jahren ins neue Haus am Winzerweg gezogen sind, täglich auf dem geliebten Anwesen anzutreffen, um Tochter Bärbel Trimborn und deren Mann, so weit es noch möglich ist, zu unterstützen. Ein starker Familienzusammenhalt war dem Ehepaar Fischer, das noch eine weitere Tochter und einen in Amerika lebenden Sohn hat, schon immer wichtig. Alle drei Kinder haben promoviert, der Sohn ist zudem Professor an der Universität in North-Carolina.
Karl Fischer setzte sich immer für seinen Berufsstand ein. So waren ihm beispielsweise die landwirtschaftlich wertvollen Flächen im Beregnungsgebiet an der Autobahn stets ein wichtiges Anliegen, damit die Haltinger Landwirte dort Gemüseanbau betreiben konnten. Zusammen mit Robert Sprich hatte er nicht nur den Beregnungsverband gegründet, sondern sich auch vehement und letztlich erfolgreich dagegen gewehrt, dass das Gebiet für die Industrieansiedlung hergegeben werden muss.
Als meinungsstarker Kommunalpolitiker der CDU, der immer bestens vorbereitet in die Sitzungen kam und der nie ein klares Wort scheute, wenn ihm etwas missfiel, verschaffte sich Karl Fischer Anerkennung über die Fraktionsgrenzen hinaus. Sein Wort hatte Gewicht. 20 Jahre bis 2009 gehörte er dem Gemeinderat und Bauausschuss an, war im Aufsichtsrat der Städtischen Wohnbau sowie15 Jahre Mitglied des Kreistags bis 2014. „Die kommunalpolitische Arbeit hat mir immer Spaß gemacht“, sagt der Jubilar.
Die Lösung bei der Erweiterung der Firma Raymond und damit der weitgehende Erhalt des Beregunungsgebiets sowie die Landesgartenschau mit all ihren infrastrukturellen Begleitmaßnahmen bezeichnet der Jubilar, der sich 30 Jahre lang auch für die Jugendhilfeeinrichtung Tüllinger Höhe engagierte, im Rückblick als wichtigste Entscheidungen während seiner langjährigen Amtszeit. Als passionierter Winzer hat er sich zudem 30 Jahre lang als stellvertretender Vorsitzender bei der Winzergenossenschaft eingebracht und die Interessen der Mitglieder vertreten. Karl Fischer ist ein Mann, der immer Verantwortung übernahm und sich für das Gemeinwohl einsetzte.
Auch wenn die Arbeit in der Landwirtschaft und seine vielfältigen Ehrenämter sein Leben prägten, so ließ es sich der Opa von sieben Enkelkindern im Laufe der Jahrzehnte nicht nehmen, gelegentlich auch mal größere Reisen zu unternehmen, vor allem mehrfach zu seinem Sohn und dessen Familie nach Amerika.
„Dankbar und zufrieden“ genießt er, so weit es möglich ist, den Ruhestand und weiß den Rückhalt und die Unterstützung durch seine Frau und seine Familie zu schätzen.