Der Verein zur Förderung der Dorfstube Ötlingen widmet sich dem Maler und Grafiker Hermann Daur. Dieser hat deutliche Spuren in seinem Wohnort Ötlingen hinterlassen. Sein Todestag jährt sich am 21. Februar zum 100. Mal.
Hermann Daur gilt als der erste Maler, der die Motive des Markgräflerlandes für die heimische Kunst entdeckt hat, heißt es in einer Mitteilung. Zu seinem 100. Todestag sind zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen geplant – unter anderem in Kandern und Ötlingen.
Die sanften Hügel, malerischen Dörfer und weiten Felder der Region finden sich als Motive in seiner Kunst wider. Doch nicht nur die hiesige Region hat ihn begeistert. Geprägt haben ihn auch seine Zeit während der Studienjahre im nordfriesischen Duhnen, in der Künstlerkolonie in Dachau und später auch im Engadin.
Wie entsteht die Idee?
Im Sommer 2024 bekam der Verein zur Förderung der Dorfstube Ötlingen die Möglichkeit, bei einem renommierten Stuttgarter Auktionshaus ein Bild von Hermann Daur zu ersteigern. Dieses Bild aus schwäbischem Schlossbesitz war viele Jahre nicht zugänglich. Es bot sich an, dieses Bild zum Anlass des Festjahres mit der breiten Öffentlichkeit zu teilen und seinen Schöpfer zu feiern.
Leihgaben aus Lörrach
Weitere Bilder aus der Region und vor allem auch Leihgaben des Dreiländermuseums in Lörrach – dort wird der Nachlass verwahrt – ermöglichten es der Dorfstube, einen umfangreichen Eindruck über die Werke Daurs zu geben, heißt es weiter.
Bezüge nach Ötlingen
Hermann Daur hat von 1906 bis 1925, also von seiner Hochzeit bis zu seinem frühen Tod, in Ötlingen gelebt, und zwar im Kogerschen Anwesen. Heute ist es vielen bekannt durch das Café Inka. Das Atelier im Hof und die Wohnung direkt gegenüber waren ein idealer Ort für seine künstlerischen Aktivitäten. Eine noch heute sichtbare Wandmalerei zeigt ein eng umschlungenes Paar, wahrscheinlich den Künstler mit seiner Frau Gretchen.
Weitere Spuren Daurs
Doch nicht nur die Wohn- und Arbeitsstätte geben Zeugnis vom Maler und Grafiker. Viele Orte in Ötlingen sind nach ihm benannt. Es gibt das Denkmal auf dem Kirchhof, eine Straße trägt seinen Namen, und viele Ötlinger Kinder sind in die Hermann-Daur-Schule gegangen. Eine Schule in Märkt ist nach ihm benannt, in den Weinbergen heißt ein Brunnen wie er und schließlich ist er in einem Ehrengrab auf dem Ötlinger Friedhof bestattet. Etwas außerhalb vom Dorf finden Wanderer die Daur-Hütte auf dem Tüllinger, deren Aussicht er äußerst geschätzt hat und die vom Schwarzwaldverein 1925 errichtet wurde.
Der Verein zur Förderung der Dorfstube ehrt Hermann Daur als Mensch, Maler und Grafiker durch vielfältige Aktionen (siehe Infokasten). Die unterschiedlichen Aktionen sollen den Interessierten mehr von der Vielseitigkeit und Persönlichkeit des großen Malers vermitteln, aber auch die Möglichkeit bieten, über den selbst gewählten Rückzugsort zu erfahren, wo er die Stille, aber auch die Inspiration, fand, um ausgiebig seiner Malkunst nachzugehen.