Es geht um Brandschutz, aber auch ums Wohlbefinden: Die Haltinger Festhalle soll bald wieder wie früher genutzt werden.
Großen Zuspruch hat Bürgermeister Lorenz Wehrle im Haltinger Ortschaftsrat für sein Konzept für die Sanierung der Festhalle in Haltingen erhalten.
Für rund eine Million Euro könnte man die Halle in einen nutzbaren Zustand versetzen, geht aus den Kostenberechnungen hervor, die er vom Büro Wilhelm und Hovenbitzer hat erstellen lassen.
Sie sollen in den Haushalt des kommenden Jahres aufgenommen werden. Zum Hintergrund: Aufgrund von Brandschutzmängeln war die Halle seit Jahren nur noch eingeschränkt nutzbar. Maximal 199 Personen durften sich darin aufhalten. Hinzu kommt, dass sie schwer zu heizen ist.
Aufgrund der knappen Haushaltslage der Stadt Weil am Rhein hatte sich zuletzt angedeutet, dass der ursprüngliche Wunsch des Baus einer neuen Festhalle in Haltingen in absehbarer Zeit nicht umgesetzt werden kann.
Stattdessen geht es jetzt um eine Sanierung mit überschaubaren Kosten, um die Halle mindestens für die kommenden zehn Jahre wieder in vollem Umfang nutzen zu können.
Lösung für Brandschutz als „Game-Changer“
Als er die Halle betrat, habe er nicht glauben können, dass hier schon Hopfen und Malz verloren sei, führte Wehrle aus. Vor allem die Defizite beim Brandschutz waren ausschlaggebend für die Nutzungseinschränkung. Bisher war man davon ausgegangen, dass ein neues Hallendach notwendig sei, um den Rauch- und Wärmeabzug im Brandfall durch große Öffnungen im Dach gewährleisten zu können.
In Abstimmung mit Ortsvorsteher Peter Reinacher
Zusammen mit einem Brandschutz-Sachverständigen, mit dem er bereits früher zusammengearbeitet hat, und in enger Abstimmung mit Ortsvorsteher Peter Reinacher, der die Örtlichkeit gut kennt, ist Wehrle nun zu einer anderen Lösung gekommen: der Entrauchung über die Hallenfenster.
Dies sei der „Game-Changer“, der eine Ertüchtigung ermögliche, die auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Mithilfe einer Druck-Entrauchermaschine und Ventilatoren könne die Halle innerhalb von ein bis zwei Minuten komplett entraucht werden, führte Wehrle aus. Damit gelange die Wärme gar nicht erst ans Dach und es bliebe im Brandfall genug Zeit, die Halle zu evakuieren. Investitionen seien dennoch nötig: in eine Ersatzstromversorgung, die Erneuerung der Brandmeldeanlagen und der Außentüren mit Podest und Vordach sowie ein neues Alarmsystem.
Durch eine neue Rampe könnte in diesem Zug auch Barrierefreiheit hergestellt werden. Kostenpunkt: 500 000 Euro.
Doch damit nicht genug: Ergänzend zu dem oben genannten Maßnahmenpaket schlägt Wehrle ein zweites Paket vor, in dem es darum geht, die Aufenthaltsqualität in der Halle zu erhöhen, so dass die Menschen wieder gern kommen.
Darin enthalten ist etwa die Errichtung einer weiteren Wärmequelle, etwa einer Luft-Luft-Wärmepumpe, Ventilatoren im Innenraum, welche die Wärme gleichmäßig im Raum verteilen, so dass sie sich nicht am Hallendach sammelt.
Szenenvorhänge wieder in Form bringen
Als weitere Idee führt er die Ergänzung der Szenenvorhänge auf, größere Sprünge werde man aber, was die Ausstattung betrifft, nicht machen können, betonte er. Kostenpunkt für dieses Maßnahmenpaket: 150 000 Euro.
Für substanzerhaltende Maßnahmen würden in einem dritten Kostenpaket weitere rund 420 000 Euro fällig. Dabei handele es sich um Maßnahmen von unterschiedlicher Dringlichkeit, führte Wehrle aus. Unter diese fallen Ausbesserungen am Dach sowie neue Dächer für die Neben- und Geräteräume, aber auch eine neue Hebeanlage für die Toiletten, damit es dort künftig nicht mehr so stinkt.
Bald soll es nicht mehr stinken
Fassade und die Innenwände sollen gestrichen, eine LED-Beleuchtung eingebaut und die Garderobe sowie der Tresen renoviert werden. Alles in allem ergäben sich projektierte Gesamtkosten in Höhe von 1 070 000 Euro, rechnete Bürgermeister Lorenz Wehrle vor. Vom Haltinger Ortschaftsrat hieß es dafür: „Chapeau!“