In der Festhalle Haltingen begeht die AfD ihren Wahlkampfauftakt. Kundgebungen dagegen sind angemeldet. Foto: Beatrice Ehrlich

Die AfD veranstaltet ihren Wahlkampfauftakt in Weil am Rhein in der „maroden“ Haltinger Festhalle. Wie es dazu kam, erklären die Verantwortlichen.

Ausgerechnet in der Festhalle Haltingen, über die bereits vor Jahren eine Nutzungseinschränkung verhängt wurde – nur 199 Personen dürfen gleichzeitig in der Halle sein – hat die AfD im Landkreis Lörrach ihre Auftaktveranstaltung für den Landtagswahlkampf verlegt.

 

Für mehr Personen in der Halle ist der Brandschutz nicht ausgelegt, zudem ist die Halle schwer zu heizen . Zwei Gegendemonstrationen sind bei der Stadt für den Sonntag angemeldet worden.

Warum Haltingen? Er habe wenig Handhabe, eine solche Veranstaltung zu unterbinden, sagt der Haltinger Ortsvorsteher Peter Reinacher, der selbst CDU-Mitglied ist.

Er wolle das aber auch gar nicht: „Jeder kann machen, was er will“, sagt er zu dem Thema. Auch andere Parteien könnten die Halle bei Bedarf mieten.

„Es gilt das Gleichbehandlungsprinzip“

Die Anfrage sei bei der Stadtverwaltung eingegangen, sei dort bearbeitet, und die Festhalle der AfD zur Miete überlassen worden. Es gelte das Gleichbehandlungsprinzip. Bereits in der Vergangenheit seien auch andere politische Parteien zugelassen worden, informiert Stadtsprecher Mirko Bähr, wie es zu der Vermietung kam. Ob auch ein Vertreter der Stadt bei der Veranstaltung anwesend sein werde, sei noch nicht gewiss.

Warum die Wahl auf diese Halle in Weil am Rhein gefallen ist, wo es doch größere Hallen im Landkreis Lörrach gibt – und auch solche, die sich in einem besseren Zustand befinden, haben wir den Kreisvorsitzenden der AfD, Michael Blos, gefragt.

Gute Verkehrsanbindung

Dieser weicht der Frage nach anderen möglichen Orten aus. „Während Gesprächen im Vorlauf zwischen Stadt, Polizei und uns als Veranstalter, wurde von Seiten der Stadt und der Polizei aus Sicherheitsgründen darum gebeten, die Veranstaltung in Haltingen in der Festhalle durchzuführen, da die Verkehrsanbindung dort für die Größe der Veranstaltung die besten Bedingungen erfüllt“, lässt er auf Nachfrage wissen.

199 Besucher dürfen in den Saal

Auf die Frage nach der Teilnehmerzahl, die er bei dieser Veranstaltung erwartet, antwortet er, die Zahl der Antifa-Mitglieder – nach denen unsere Zeitung ihn gar nicht gefragt hatte – nicht benennen zu können, für die Saalveranstaltung aber mit maximal 199 Besuchern zu rechnen.

„Wir werden eine Kundgebung machen“, sagt Axel Zangenberg, Sprecher des Weiler Bündnisses für Demokratie und Vielfalt. Um 15 Uhr werde man dort aufschlagen, kündigt er an, denn dann kämen ja schon die Besucher für den Wahlkampfauftakt um 16 Uhr.

„Die Leute zum Aufwachen bringen“

Die Kundgebung des Bündnisses wurde am Donnerstag bei der Stadt angemeldet. 50 bis 100 Teilnehmer erwarten die Organisatoren für ihre Protestveranstaltung am Sonntag. Dort sollen auch Reden gehalten werden, neben Zangenberg werden unter anderem Rainer Zahn und Angelika Schilling sprechen. „Es geht uns darum, immer mehr Leute zum Aufwachen zu bringen“.

„Sichtbare, friedliche und demokratische Antwort“

Denn der AfD-Auftritt sei aus Sicht des Bündnisses für Demokratie und Vielfalt kein gewöhnlicher Wahlkampftermin, sondern ein bewusst gesetztes politisches Signal. „Gerade weil die AfD vor Ort bislang schwach verankert ist, will sie hier offenbar Präsenz aufbauen.

Dem setzen wir eine sichtbare, friedliche und demokratische Antwort entgegen“, sagt Zangenberg.

Es sollen Plakate mitgebracht werden, die sich gegen Hass und Hetze richten, kündigt Zangenberg an. „Genau dagegen sind wir“, betont Zangenberg. „Was die Antifa macht, ist denen ihr Bier.“

Die Antifa hat sich angemeldet

Auch die Antifa ruft zu einer Demonstration gegen die AfD-Veranstaltung in Haltingen auf. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Bahnhof Haltingen, ist in einem Social-Media-Auftritt des Black Block Oberes Wiesental festgehalten.

Die Polizei wird in Haltingen anwesend sein, teilt Polizeisprecher Thomas Batzel mit.