Seit einigen Jahren bietet der Schwarzwaldverein Weil am Rhein Kurzwanderungen an. Entspannt und lustig geht es dabei zu.
Schon von weitem sind die älteren Damen, die an diesem Sommermorgen zu einer Kurzwanderung aufbrechen wollen, zu erkennen: Ausgestattet mit Rucksäcken, Wanderstöcken und festem Schuhwerk warten sie auf den Bus, der sie erst nach Lörrach und dann nach Tüllingen bringen soll. Eine Teilnehmerin kommt in Sandalen. „Wird es heute schwierig?“, fragt jemand. „Nein“, kann Wanderführerin Antonia Duttenhöfer vom Weiler Schwarzwaldverein beruhigen. Und fügt hinzu: „Wir haben Glück mit dem Wetter heute, am Wochenende wird es wieder heiß.“
Gehen und schwätzen
Die 88-Jährige bietet gemeinsam mit Anna Hinkel einmal im Monat Kurzwanderungen an – damit auch ältere Teilnehmer in Gesellschaft unterwegs sein können. Duttenhöfer ist seit mehr als 40 Jahren Mitglied im Schwarzwaldverein. „Früher sind wir große Touren gegangen, die wurden immer kleiner“, lacht sie. Auch die 90-jährige Hinkel ist schon immer gerne gewandert, wie sie sagt. „Wir laufen miteinander und schwätzen“, erzählt Duttenhöfer weiter. Hinterher ist meist eine Einkehr geplant. „Das gehört dazu“, findet eine Weilerin, die mit von der Partie ist. Sollte sich kein Gasthaus finden, das passend öffnet, ist Rucksackverpflegung angesagt.
Angekommen in Tüllingen macht sich die Wandertruppe – acht Frauen sind es – auf den Weg Richtung Ötlingen. „Mensch, ist das eine Aussicht“, ist zu hören. Staunende Blicke erfassen Basel, Weil und Lörrach. Auch die Burg Rötteln ist gut zu sehen. „Und dort ist der Blauen!“, ruft jemand. Antonia Duttenhöfer weist derweil mit ihrem Wanderstock auf den Salzert und erinnert sich schmunzelnd, wie sie und Anna Hinkel sich dort einmal verlaufen haben. Die beiden gehen die Touren, die sie anbieten, nämlich immer vorher ab. Vom Salzert nach Brombach sollte der Weg führen. „Niemand, den wir gefragt haben, konnte uns helfen“, lacht Duttenhöfer. Weil es über 30 Grad hatte, gaben sie schließlich auf. „Aber wir versuchen das nochmal“, haben sich die Wanderführerinnen vorgenommen.
Die Gruppe spaziert durch den angenehm kühlen Wald. Dort kommen die Wanderinnen an einer Bank vorbei, auf der der Schwarzwaldverein Lörrach empfiehlt: „Bisch uf de Socke: Aane hocke!“ Das muss natürlich fotografiert werden.
Anneliese Navarra wohnt in Basel und ist regelmäßig bei den Kurzwanderungen dabei. Auch mittlere Touren ohne Steigungen kann sie noch bewältigen. Sie war bereits Mitglied im Schwarzwaldverein Basel, als eine Kollegin sie mit zu den Weilern nahm. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich hier auch Mitglied geworden bin“, erzählt Navarra. Die Leute seien nett, die Wanderungen interessant. „Und es ist ein Ansporn, sich zu bewegen.“
Als der Weg sich gabelt, hält sich die Gruppe links. „Oestreicherweg“ ist auf einem Schild zu lesen. „Sind wir weit gekommen“, lacht eine Teilnehmerin. Allgemein ist die Stimmung heiter und entspannt. Die Damen kennen sich und verstehen sich gut. „In der Regel sind es zehn bis zwölf Leute – wenig Männer, meist Frauen“, weiß Duttenhöfer zu berichten.
Freude an Bewegung
Meistens dabei ist Zofia Stepniewski aus Weil. Bevor sie in die 3-Länder-Stadt zog, hat sie in der Schweiz gelebt. „2020 bin ich hierher gekommen“, erzählt sie. Im Internet stieß sie auf den Schwarzwaldverein und meldete sich an. Sie wollte sich bewegen. „Und ich bin ohnehin eine Weltenbummlerin. Ich reise viel.“ Ob Indien, Neuseeland, Kuba oder Australien: Stepniewski ist schon viel in der Welt herumgekommen. „Es ist doch schön“, meint sie und blickt sich zufrieden um – und es sei ihr viel lieber, als zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen.
Bei der Daurhütte macht die Gruppe eine kurze Pause. Duttenhöfer erzählt etwas zu dem Ausflugsziel, wo an diesem Tag Schüler mit ihren Lehrern grillen. Dann geht es für die Wanderinnen weiter nach Ötlingen, um die Tour im Café Inka gemütlich ausklingen zu lassen.