Ein Weiler Bündnis hat auf dem Rathausplatz mit einem Banner und Gesprächen ein Zeichen für Demokratie gesetzt.
Ein paar mehr Teilnehmer als die rund 30 Personen, die zu dem Fototermin gekommen sind, hätten sich die Veranstalter Axel Zangenberg, Axel Gehrhardt, Volker Hentschel und Reinhard Zahn schon gewünscht. Im Mittelpunkt stehe aber die Botschaft, die sie mit ihrer Aktion aussenden wollen, sagt Zahn.
„Wir wollten zeigen, dass unser Bündnis lebt“, unterstreicht er. Mit Sicherheit werde es in der kommenden Zeit und bis zur Bundestagswahl im Februar weitere Aktionen geben.
Mit gleichgesinnten, überparteilichen Bündnissen, die sich in Rheinfelden, Schopfheim und Lörrach für Demokratie, gegen Hassrede und „Fake News“ einsetzen, haben sich die Weiler vernetzt, mit dem Ziel, gemeinsam vorzugehen und sich untereinander abzustimmen.
Zu den Teilnehmern, die am Freitagmittag auf den Rathausplatz gefunden haben, um dort gemeinsam ein Zeichen zu setzen, gehört Daniela Rühle.
Die 39-Jährige hatte die Idee, eine solche Aktion ins Leben zu rufen, ins Spiel gebracht, auch wenn sie keine Sprecherrolle übernehmen wollte. „Nicht nur darüber reden, sondern handeln“, ist ihre Devise, wenn es darum geht, sich für Demokratie einzusetzen und Hassredner öffentlich in die Schranken zu weisen. Aus ihrem Engagement in der Flüchtlingshilfe und immer wieder auch im Einsatz für Straßenkinder in Slums in Manila hat Rühle schätzen gelernt, dass man hier in Deutschland die Möglichkeit hat, sich zu engagieren und sich politisch zu äußern. Menschen, die in existenzieller Not oder politisch verfolgt seien, hätten diese nicht.
Im Wintermantel und Handschuhen ist auch Stefan Glaser aus Steinen nach Weil angereist, um bei dem Termin dabei zu sein.
Der CDU-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Lörrach-Müllheim ist damit einer Einladung des Bündnisses gefolgt, das Politiker aus der Region im Vorfeld gezielt angeschrieben hat. Er findet die Initiative wichtig. In einer Demokratie gehe es um die Auseinandersetzung mit Argumenten, sagt er. Das heiße nicht, dass man mit dem politischen Gegner in der Sache nicht auch mal hart streiten könne, führt er aus. Am Ende müsse es aber immer möglich sein, ein Bier oder auch einen Glühwein miteinander zu trinken. „Streit nach Regeln“, nennt er das, Bezug nehmend auf das in diesem Jahr verstorbene CDU-Urgestein Wolfgang Schäuble.
Von Anfang an dabei beim Bündnis ist Grünen-Gemeinderätin Irmgard Lorenz. Auch wenn sie nicht bei jedem der Treffen dabei sein könne, zu denen das Bündnis regelmäßig einlädt, sei ihr diese von der Parteizugehörigkeit unabhängige Initiative wichtig.
„Ich hoffe, dass der Wahlkampf fair abläuft. Damit fangen wir hier in Weil am Rhein im Gemeinderat an“. Im Kommunalwahlkampf hätten die Grünen schlechte Erfahrungen gemacht, erinnert sie. Mitglieder der Grünen wurden an den Wahlständen verbal angegangen. Lorenz wünscht sich, dass es bei der Bundestagswahl anders läuft.
Schon beim ersten Demokratie-Treffen in Weil sei er dabeigewesen, erklärt der ehemalige Weiler Bürgermeister, Landtagsabgeordnete und baden-württembergische Justizminister Rainer Stickelberger von der SPD.
Der Termin heute sei die natürliche Fortsetzung der Idee. Wichtig sei, „dass man nicht daheim resigniert und motzt, sondern öffentlich Flagge zeigt“, und deutlich macht, wofür man stehe, sagt der erfahrene Politiker.