Monika Bieber und Jörg Benner engagieren sich gemeinsam mit weiteren Freiwilligen bei den Behördenlotsen. Foto: Christine Wondrak-Brunen

Manche Menschen benötigen Hilfe für den Schriftverkehr mit Behörden. Die Caritas will ihr Angebot in Weil am Rhein ausbauen und sucht dafür Ehrenamtliche.

Seit fast einem Jahr helfen in Weil am Rhein ehrenamtliche Behördenlotsen beim alltäglichen Schriftverkehr, bei Formularen und beim Umgang mit Behörden. Das Angebot im Quartierstreff August-Bauer-Straße kommt gut an, heißt es in einer Mitteilung. Nun sucht die Caritas weitere Engagierte zur Verstärkung.

 

Finanziert wird das Projekt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.

Im März letzten Jahres starteten die Behördenlotsen mit Sprechstunden alle 14 Tage im Quartierstreff August-Bauer-Straße 3, bei denen sie Personen mit eingeschränkten Kenntnissen helfen, ihren alltäglichen Schriftverkehr zu bewältigen.

Es stellte sich jedoch heraus, dass viele Menschen eine schnellere Hilfe brauchen. Seit September findet die Sprechzeit daher jede Woche mittwochs von 16 bis 18 Uhr statt. Mit dem ausgeweiteten Angebot stieg auch die Nachfrage weiter: Inzwischen kommen in der Regel drei bis fünf Personen, um Hilfe bei Anträgen und der Beantwortung von Briefen zu erhalten.

Es sind jeweils zwei Engagierte, die sich eine Sprechzeit teilen, dazu ist auch Christine Wondrak-Brunen vom Caritassozialdienst für fachliche Unterstützung im Hintergrund anwesend. So können knifflige Fragen in der Regel im Team geklärt werden.

Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und vielem mehr

Die Hilfe suchenden Menschen haben meist Migrationshintergrund und kommen oft mit mehreren Anliegen. Meist geht es dabei um Schriftverkehr mit Behörden oder Versicherungen, regelmäßig auch um Bewerbungen. Die Helferinnen erklären den Inhalt von Briefen, helfen beim Ausfüllen von Formularen, beim Formulieren von Antworten und beim Erstellen von Lebensläufen. Gelegentlich kommt es auch vor, dass ein Familienangehöriger als Dolmetscher mit dabei ist.

Inzwischen hat sich eine gewisse Routine eingespielt. Dabei gilt, dass sich die Freiwilligen immer mehr Wissen aneignen, dieses jedoch keine Voraussetzung sein soll: „Wir arbeiten auf der Basis von Alltagswissen. Bei besonderen Anliegen nennen wir auch spezialisierte Stellen“, so Projektleiterin Wondrak-Brunen.

„Wertvolle Ergänzung zum Sozialsystem“

Die Hilfe stelle eine wertvolle Ergänzung im Sozialsystem dar, da viele Menschen nicht die erforderlichen Schriftkenntnisse haben, um ihnen zustehende Leistungen zu beantragen oder Schulden zu vermeiden.

Um die Sprechzeiten längerfristig jede Woche anbieten zu können, werden nun weitere Interessierte gesucht, die Lust haben, sich ehrenamtlich ins Projekt einzubringen. Eine gute Kenntnis der deutschen Schriftsprache ist dafür Voraussetzung, ebenso Offenheit und Interesse für Menschen unterschiedlicher Herkunft sowie für den Umgang mit unterschiedlichen Schriftstücken. Vor dem Einsatz wird eine Einführungsschulung angeboten.

Mehr Informationen und Anmeldung telefonisch oder per E-Mail: 0160 9518 3247, christine.wondrak-brunen@caritas-loerrach.de