Verkauft an einen Investor aus der Schweiz: die „Krone“ in Alt-Weil Foto: Saskia Scherer

Das Traditionsgasthaus hat einen neuen Besitzer. In Zukunft ist auch wieder eine Gastronomie geplant. Der Hotelbetrieb soll weiterhin bestehen bleiben.

„Ein Investor aus der Schweiz hat sich in die Immobilie verliebt und sie gekauft“, berichtet die bisherige Inhaberin Sonja Hechler auf Nachfrage unserer Zeitung. Dieser wolle nicht namentlich erwähnt werden. Er habe großes Interesse, das geschichtsträchtige Haus – es handelt sich um das älteste Gasthaus der Stadt – zu pflegen. „Es ist ihm ein Anliegen, dass der Hotelbetrieb und auch das Restaurant weiterhin bestehen bleiben.“

 

Investitionen geplant

Der neue Besitzer plane zudem, in die Immobilie zu investieren – vor allem in die Nachhaltigkeit. „Es werden E-Stationen installiert und eine Solaranlage gebaut“, kündigt Hechler an. Außerdem sollen Fenster ersetzt und die Fassade renoviert werden. Sie selbst werde die „Krone“ weiterhin begleiten und mit den richtigen Partnern neue Konzepte entwickeln – für das Hotel und auch die Gastronomie. Letztere werde in naher Zukunft wieder öffnen. Die ersten Arbeiten am Haus sollen noch dieses Jahr stattfinden.

Die „Krone“ war im Spätherbst 2022 auf einem Immobilienportal für knapp 3,5 Millionen Euro angeboten worden. Hechler sprach damals von einer unternehmerischen Entscheidung: „Auf Grund der schweren Zeit während Corona und auch der aktuellen Zeit mit der Energie- und Wirtschaftskrise haben wir uns entschlossen, das Risiko zu minimieren und uns auf einen Betrieb zu konzentrieren“, erklärte sie gegenüber unserer Zeitung.

Der Restaurantbetrieb war kurze Zeit vorher mit dem der Binzener „Mühle“ zusammengelegt worden. Letztere führen Hechler und ihr Mann Fabio Elia seither gemeinsam. Letztlich wurde das Altweiler Gasthaus Ende Juli über einen lokalen Immobilienmakler verkauft. Es habe einige Interessenten gegeben, aber auch einige, die wieder abgesprungen seien, schildert die bisherige Inhaberin. Deshalb sei das Inserat zeitweise auch nicht mehr online gewesen. Die ursprünglich anvisierte Summe konnte laut Hechler zwar nicht erzielt werden. „Aber wir sind mit dem jetzigen Verkaufspreis zufrieden.“

Meetings in der „Mühle“

Nach der Zusammenlegung der Restaurantbetriebe war die „Krone“ als Bed & Breakfast betrieben worden. Dieses war die ganze Zeit geöffnet - und bleibe es auch weiterhin, betont Hechler. Meetings hätten in der „Mühle“ angeboten werden können, da dort die komplette Infrastruktur und auch das Restaurant vorhanden seien.

Die damalige Entscheidung, dass „Krone“ und „Mühle“ zusammenspannen, bezeichnet die Gastronomin als „absolut richtig“: „Wir genießen es nun, zusammen in einem Betrieb Gastgeber sein zu können. Wir haben ein großartiges Team und können jetzt in Zukunft unsere ganze Energie in die ,Mühle’ bringen und das große Potenzial noch mehr ausschöpfen.“ Ihr Mann und sie würden sich sehr wohl fühlen in dem Hotel-Restaurant in Binzen, sagt Hechler. „Es ist unser neues Zuhause geworden.“

Sie hatte zuvor mehr als zehn Jahre lang in der „Krone“ gewirkt. Ihre Großeltern Lutz und Anneli Hechler hatten die Gaststätte im Jahr 1952 gepachtet und einige Jahre später, 1960, gekauft. Deren Söhne Hansjörg und Roland schlugen ebenfalls eine gastronomische Laufbahn ein: Ersterer in der „Mühle“, sein Bruder in der „Krone“ – über der unter Roland Hechlers Leitung mehr als zehn Jahre lang ein Michelin-Stern strahlte.