Thomas Harms übergibt die „Apotheke am Rathaus“
Früher habe er sich immer vorgenommen, mit 55 Jahren aufzuhören, sagt Thomas Harms, der seit 43 Jahren die Weiler „Apotheke am Rathaus“ führt. Jetzt ist er schon 77, und vom Aufhören kann nach wie vor keine Rede sein. Doch die Verantwortung für sein Lebenswerk gibt der Weiler Apotheker und Stadtrat jetzt in jüngere Hände: Zum 16. Oktober wird seine Tochter Elena Harms Royo die Leitung der Apotheke übernehmen. Das wird gefeiert: mit einem kleinen Umtrunk vor der Apotheke am Montag zwischen 10 und 13 Uhr.
1980 war der gebürtige Berliner Thomas Harms, der in Karlsruhe und Heidelberg auf Anraten seines Großvaters Pharmazie studiert hatte, in Weil fündig geworden. Er hatte eine eigene Apotheke gesucht, weiter südlich und mit Blick nach Frankreich. Mit der „Apotheke am Rathaus“ unternahm der junge Mann dann den Schritt in die Selbstständigkeit in dem damals neuen Ärztehaus gegenüber dem Weiler Rathaus. „Ich habe mich reingeworfen“, sagt Harms. Mit zwei Angestellten fing er an, heute sind es über 20. Bekannt ist er auch für sein langjähriges Engagement für ein Krankenhaus in der Ukraine.
Erst später in die Pharmazie
Der Weg seiner Tochter Elena Harms Royo, die mittlere seiner drei Kinder, führte nicht direkt zum Pharmaziestudium. Nach dem Abitur zog es die Halbspanierin erst einmal weg von Zuhause: zunächst als Flugbegleiterin, dann in die Welt der Haute Couture in Italien, wo sie Kleider für die bekanntesten Modehäuser Europas entwarf. „Es war eine großartige Zeit“, sagt sie im Rückblick. „Es hat Freude gemacht, zu sehen, was man erschaffen hat.“
Doch die Perspektive, für immer in Italien zu bleiben, lockte sie nicht. Das Konkurrenzdenken in der Modebranche gefiel ihr immer weniger. Sie war schon über 30, als sie in Freiburg zu studieren begann. Auf ein Jahr Chemie folgte Pharmazie, danach das praktische Jahr in der Apotheke ihres Vaters.
Hier ist Elena Harms Royo, die mit ihrem Lebensgefährten und einer Tochter im Weiler Ortsteil Märkt lebt, jetzt angekommen. Die Idee sei, so sagt sie, weiter Hand in Hand mit Vater Thomas in der Apotheke weiterzuarbeiten, so wie sie es in den vergangenen Jahren getan haben.
„Nichts in Stein gemeißelt“
Sie hoffe, noch lange Zeit aus seiner Erfahrung schöpfen zu können. Immer wieder tauschen sich die beiden aus, was sich bewährt habe und wo die Zeit Neues erfordere. „Auch ich lerne dazu, nicht ist in Stein gemeißelt“, ergänzt Thomas Harms, sichtlich zufrieden, dass seine Apotheke in der Familie bleibt.