„Sie haben die Herzen der Schwarzwälder erobert, und das will was heißen“ – das Lob von Programmchef Thomas Weisser hätte nicht größer sein können. Dabei war der Auftritt von Filippo Strocchi ursprünglich gar nicht geplant.
Mit 140 Shows bietet der Triberger Weihnachtszauber den Besuchern an sechs Veranstaltungstagen ein opulentes Programm. Dass bei solch einem enormen Personaleinsatz einmal ein Künstler krankheitsbedingt ausfällt, lässt sich auch angesichts der aktuellen Erkältungswelle nicht vermeiden. Am Donnerstag hat es Musicalstar Kevin Tarte erwischt. Eine heftige Erkältung legte den Sänger lahm. Da war schnelles Handeln gefordert, um einen Ersatzsänger auf die Bühne zu bekommen. Die Telefondrähte glühten.
„Als am Mittwochabend der Anruf von Kevin Tarte kam, dass er nicht auftreten kann, mussten wir schnell handeln“, sagte Organisator und Programmchef Thomas Weisser. Gemeinsam mit der Künstleragentin, die auch die Golden Voices of Gospel betreut, und Kevin selbst wurde fieberhaft gesucht, welcher Künstler einspringen könnte, der einerseits ein ähnliches Repertoire hat, andererseits an diesem Abend nicht irgendwo anders auf der Bühne steht und auch noch möglichst in der Nähe des Auftrittsorts verfügbar ist. Nach intensiver Suche wurde schließlich mit Filippo Strocchi ein adäquater Ersatz gefunden.
Das Publikum im voll besetzten Kurhaus reagierte mit Verständnis auf die Programmänderung, als Thomas Weisser die Situation schilderte und um Verständnis warb. Die Zuhörer empfingen genauso herzlich Filippo Strocchi, der sich mit seinen Auftritten ohne Umwege in die Herzen der Zuhörer sang. Und das nicht nur, weil Strocchi, der bis September die Erstbesetzung des Grafen Krolock in „Tanz der Vampire“ in Stuttgart war und die „Unstillbare Gier“ daraus sang.
Begeisterter Applaus
Der sympathische Italiener machte eine Reise durch die Welt der schönsten Musicalmelodien, die er auf Deutsch, Englisch und Italienisch sang. Der Schlussapplaus gab Weisser recht, mit Filippo Strocchi einen würdigen Ersatz gefunden zu haben. „Sie haben die Herzen der Schwarzwälder erobert, und das will was heißen“, sagte Weisser angesichts des nicht enden wollenden Beifalls.
Im Gespräch mit unserer Redaktion verriet Filippo Strocchi, wie er zum Auftritt in Triberg kam. „Ich war auf dem Weg von St. Gallen, wo ich derzeit in ‘Le Miserables’ spiele, nach Stuttgart. Ich habe spielfrei und wollte am Donnerstag ein paar Tage wegfliegen, um meine Stimme zu schonen.“ Nachts um 22.30 Uhr habe ihn der Anruf erreicht. Kurzerhand verschob er seine Auszeit und reiste nach Triberg.
In guter Erinnerung
Dort war er von dem Ambiente überrascht. „Ich kannte den Triberger Weihnachtszauber vorher nicht, aber ich habe mir gleich die Feuershow angesehen, die mich ein wenig an Rammstein erinnert“, sagt Strocchi und lacht. Auch von den vielen Lichtern war er beeindruckt, sodass er seinen Spontanauftritt in bester Erinnerung behalten wird.
Musikalisch ging es auch vor dem Kurhaus zu. Dort konnten sich die Besucher von einer lebenden Musikbox Lieder wünschen. Diese wurden von zwei Herren, die mit Gitarre und Schlagzeug in einem umgebauten Trabi saßen, live erfüllt.
Auf der Naturbühne verbreiteten die Wombats unplugged Stimmung. Und im Wunderland verblüffte unter anderem Zauberer Olli G. die Kinder mit seinen Tricks.
Am Freitag wehte ein Hauch von Nostalgie über den Weihnachtszauber. Die Band Sweden 4ever servierte die größten Abba-Hits im Kurhaus. Auf der Naturbühne schickten Acoustic Breeze eine stimmgewaltige Brise mit Klassikern in neuem Gewand über das Areal. Und die Gruppe Jonglissimo präsentierte rasante Jonglage.
Der Schlussakkord
Letzte Chance
Diesen Samstag geht der Triberger Weihnachtszauber zu Ende. Zuvor werden mit Magic Acoustic Guitars, Bluesquamperfect und Schlagersänger Reiner Kirsten noch einmal Knaller zum Jahresende auftreten. Und für das Wunderland hat sich „märchenhafter Besuch“ angekündigt.