Die Fürstenberg-Weihnachtswelt lockt die Besucher, wie hier 2023, von weit über die Region hinaus in den historischen Marstall nach Donaueschingen. (Archivfoto) Foto: Roland Sigwart

Der Aufbau für die viertägige Weihnachtswelt im Marstall in Donaueschingen hat bereits begonnen. Organisatorin Kerstin Tritschler erklärt, was ihr wichtig ist.

Obwohl die „Fürstliche Weihnachtswelt“ erst in knapp drei Wochen, am Donnerstag, 27. November, startet, laufen bereits seit Anfang Oktober die Vorbereitungen für das weihnachtliche Großereignis.

 

Verantwortlich für die Organisation der Weihnachtswelt im fürstlichen Marstall ist seit bereits 21 Jahren Kerstin Tritschler. Rund zwei Monate braucht sie zum Dekorieren und sechs Wochen für den Abbau. Mit viel Liebe zum Detail verwandelt sie mit ihrem rund zehnköpfigen Helfer-Team den Marstall in eine funkelnde Weihnachtswelt.

Ein besonderes Auge wird auf den Geweihgang gelegt, den sie in jedem Jahr anders in Szene setzt. Der Geweihgang gehört zu den meistfotografierten Motiven der Weihnachtswelt. Doch das diesjährige Deko- und Farbkonzept verrät Kerstin Tritschler natürlich noch nicht: „Das wird eine Überraschung – wie jedes Jahr.“

Altehrwürdige Architektur

Der Marstall hatte einst die Bedeutung eines Landesgestüts – die Pferde für das ganze Fürstentum wurden gezüchtet. Von 1875 bis 1879 wurde der Marstall umgebaut. Die Zahl der Ställe wurde reduziert und der Fokus auf repräsentativen Schmuck und schöne Bemalungen gelegt. Das Rondel, ursprünglich zum Satteln, Einspannen und als Repräsentationshalle für den Pferdeverkauf genutzt, wurde durch Mauern abgetrennt und erhielt einen Kuppelbau. Noch heute ist die Anspannhalle Aushängeschild des Marstalls.

Kerstin Tritschler organisiert seit 21 Jahren die Weihnachtswelt im fürstlichen Marstall in Donaueschingen. Foto: Denise Kley

Das historische Gebäude ist mit seiner altehrwürdigen Architektur wie geschaffen für einen Weihnachtsmarkt – wohl auch aus Sicht der Aussteller. Die 100 Aussteller präsentieren ihr Angebot in den leer geräumten Pferdeboxen, der Anspannhalle oder den eigens aufgestellten Kuppelzelten.

Warteliste für Aussteller ist lang

Kein Wunder, dass sich viele Händler jährlich einen Standplatz sichern möchten – doch die Warteliste ist lang, wie Tritschler erzählt. „Ich bekomme jährlich rund 50 Bewerbungen von Händlern.“ Der Auswahlprozess ist hart, die Messlatte liegt hoch, das Angebot kuratiert Tritschler sorgsam.

Geachtet wird immer darauf, dass sich nichts doppelt: Jeden Stand, ob Imbiss oder Ware, gibt es genau einmal – damit keine Langeweile aufkommt. „Das Angebot muss zu der Weihnachtswelt passen. Auch wie sich die Händler präsentieren, spielt eine Rolle.“ Denn die Aussteller müssen ihren Stand selbst dekorieren – und dass das tatsächlich sorgsam geschieht und ansprechend aussieht, ist ihr besonders wichtig. „Ich habe auch schon im Folgejahr Händler wieder ausgeladen, da die Ware nicht ordentlich präsentiert wurde“, sagt Kerstin Tritschler.

Der Andrang ist nicht nur bei den Besuchern der Weihnachtswelt, hier 2024, groß – für die Stände im fürstlichen Marstall gibt es jedes Jahr eine Flut von Bewerbern. (Archivfoto) Foto: Hannah Schedler

Und was Organisatorin Tritschler auch wichtig ist: dass jeder Besucher auf seine Kosten kommt. „Wir bieten für jeden Geldbeutel etwas.“ Die Stände bieten eine Vielzahl von Produkten wie Wohntextilien, Geschenkideen, Schmuck, Mode, Delikatessen und handgefertigte Waren wie Seidenmanufaktur, Glasbläserprodukte sowie Töpfer- und Keramikkunst. Besucher können sich auf Live-Musik und Kinderaktivitäten wie Weihnachtsbacken, Märchenerzählungen sowie den Besuch vom Nikolaus und einem Zauberer freuen.

Doch es muss nicht nur dekoriert werden. Auch die vier Kuppelzelte müssen aufgebaut werden, die Pferdeboxen hergerichtet und mit Holzstreu und Holzplatten ausgelegt werden, kilometerlange Lichterketten angebracht und Heizungen installiert werden. Diese sind ein großer Vorteil, denn Frieren ist kein Thema. Unabhängig von allfälligen Wetterkapriolen können die Besucher durch das Labyrinth der Weihnachtswelt bummeln.

Fürstin betreibt Stand

Die Chancen stehen gut, dass man der fürstlichen Familie in die Arme läuft. Christian Fürst und Massimiliana Fürstin zu Fürstenberg sind jedes Jahr zugegen. Fürstin Massimiliana betreibt einen eigenen Stand, an dem sie Olivenöl von ihrem Anwesen in Italien verkauft und hinter dem Verkaufstresen steht. „Die Nachfrage nach dem Öl ist riesig, ich bekomme sogar vor der Weihnachtswelt Anfragen für Vorbestellungen“, plaudert Kerstin Tritschler aus dem Nähkästchen.

Sie rechnet wieder mit großem Andrang. Mittlerweile seien alle drei Tage besucherstark. „Von morgens bis abends stehen die Menschen an.“

Die Öffnungszeiten

Die Fürstenberger Weihnachtswelt in Donaueschingen
Das viertägige Großereignis ist von Donnerstag, 27. November, bis Sonntag, 30. November, im fürstlichen Marstall. Am Eröffnungstag ist von 15 bis 20 Uhr geöffnet, am Freitag und Samstag von 10 bis 21 Uhr und am Sonntag von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene und Jugendliche sechs Euro. Kinder bis 14 Jahre sind frei.