Die Freudenstädter Kantorei, Solisten, Kinderkantorei und das Barockorchester begeisterten in der Stadtkirche. Foto: Lorek

Es war der Aufakt für eine ganze Konzertreihe: Am ersten Weihnachtsfeiertag wurde die erste Kantate von Johan Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium in Freudenstadt aufgeführt.

Der erste Weihnachtsfeiertag stand in Freudenstadt unter einem besonders hell leuchtenden Stern, denn zur Geburt Jesu kam im Rahmen des Gottesdienstes Johann Sebastian Bachs „Weihnachts-Oratorium“ mit Kantate I zu Gehör.

 

Das Bachsche Weihnachtsoratorium gilt als das größte musikalische Kunstwerk zur Weihnachtszeit und besteht aus sechs Kantaten, die allesamt in sechs Gottesdiensten in der Freudenstädter Stadtkirche, in der Taborkirche und in der Klosterkirche Alpirsbach abwechselnd und an unterschiedlichen Tagen der Weihnachtszeit aufgeführt werden.

Die Freudenstädter Kantorei, die Kinderkantorei, das Barockorchester WO`25 mit Konzertmeisterin Renate Harr, die Solisten Livia Kretschmann (Alt), Johannes Kaleschke (Tenor) und Gunnar Frietsch (Bass) unter der Leitung von Jörg Michael Sander begeisterten die Besucher der sehr gut gefüllten Stadtkirche mit dem Eröffnungskonzert und ersten Teil, Kantate eins „Jauchzet, frohlocket“. Pfarrer Daniel Zimmermann übernahm die Liturgie.

Mit Pauken und Trompeten

Nach dem Glockengeläut stimmte das Barockorchester mit ihrer Eingangsmusik (Kantate) und dem majestätischen Duo aus Pauken und Trompeten auf das freudige Ereignis, die Geburt Jesu, ein. „Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“ intonierte der rund 60-köpfige Chor beeindruckend, voller Inbrunst, vielstimmig und fließend ineinander einstimmend und dabei hellklingend und jubilierend.

Glanz und Freude zogen in die Stadtkirche ein. Schöner kann ein Glückwunsch kaum klingen. So war das erste Wort von Pfarrer Zimmermann ein „Wow“. Es folgten Votum und die Begrüßung aller, bevor er die Gemeinde ein erstes Mal einlud, in den Jubel miteinzustimmen.

Nach dem gemeinsamen Psalm 96 und einem Gebet folgte das Evangelium als Kantate. Wunderschön und ausdrucksstark sang Tenor Johannes Kaleschke als Evangelist über Maria und Josef, die sich dem Gebot von Kaiser Augustus folgend auf den Weg nach Bethlehem machten.

Livia Kretschmann (Alt) erzählte die Weihnachtsgeschichte gesanglich mit ihrem schönen und warmklingenden Timbre im Rezitativ und einer wunderschönen Arie mit eingängiger Melodie. Auch der Kinderchor war in einen Choral mit eingebunden.

Als weiterer Evangelist begeisterte Basssänger Gunnar Frietsch beim Rezitativ und einer Bass-Arie mit seiner eindrucksvollen Stimme und sang „der die ganze Welt erhält, muss in harten Krippen schlafen“.

Lächeln im Gesicht

Für weitere Gänsehautmomente sorgten Chor und Orchester mit der abschließenden Kantate Nummer eins, die allen ein Lächeln ins Gesicht zauberte und die weihnachtliche Vorfreude auf die weiteren Kantaten in der Taborkirche und in der Klosterkirche Alpirsbach steigerte.

Wer hören möchte, wie das Weihnachtsoratoriums weitergeht, kann noch folgende Kantaten besuchen: Kantate vier am Donnerstag, 1. Januar, ab 17 Uhr in der Stadtkirche Freudenstadt, Kantate fünf am Sonntag, 4. Januar, um 11 Uhr in der Taborkirche und Kantate sechs am Dienstag, 6. Januar, um 17 Uhr in der Klosterkirche Alpirsbach.