Maike Hansen ist eine von knapp 45 Beschickern des Marktes. Sie bietet Schönes aus Olivenholz, Küchenreiben aus Steingut und warme Tücher aus Yak-Wolle an.
Wenn sich jemand an Maike Hansens Häuschen auf dem Weihnachtsmarkt umsieht, lächelt sie die Person offen und freundlich an. Interessiert sich ein Besucher näher, sprudelt sie los, lebhaft erklärt sie ihr Sortiment und freut sich, wenn sich dabei ein kleiner Schwatz ergibt.
„Das ist eine tolle Reibe“, sagt Maike Hansen, als eine Frau und ein Mann sich die hübschen bunten Schälchen an ihrem Stand ansehen. Sie weist auf die kleinen eingefrästen Zacken am Boden hin und zeigt, wie man damit Knoblauch, Ingwer und andere Küchenzutaten bis hin zu Schokolade reiben kann. Die Gewürze entfalteten auf dieser Reibe aus Steingut ihr Aroma besonders gut, erklärt sie. Daneben stehen Schüsseln mit türkisblauer Glasur, einer Farbe wie Urlaub und Meer.
Das Besondere anbieten
Maike Hansen bezieht die Keramik von einer kleinen Fabrik in Andalusien, die sie über Bekannte kennenlernte, wie sie erzählt. Bei einem Besuch habe sie selbst erlebt, wie die Keramik teils in Handarbeit hergestellt wird.
Hansen ist ein persönlicher Bezug zu den Waren, die sie verkauft, wichtig. An ihrem Stand bietet die Lörracherin auch Geschirr und Küchenhelfer aus Olivenholz an: Schüsseln, Schneidebrettchen, Kochlöffel, Besteck. Jedes Stück ein Unikat mit charakteristischer Maserung. Die entstehe, weil sich der Olivenbaum beim Wachsen drehe, weiß Hansen.
An der Rückwand des Weihnachtsmarkthäuschens hängen große harmonisch gemusterte Umhangtücher aus einer besonderen Faser: aus Wolle vom Yak. Die Rinder leben im Himalaya in Nepal, wo ihr Fell sie gegen extreme Kälte und Hitze schützt. Ortsansässige Familien kämmen die Unterhaare des Fells aus, verspinnen und verweben sie zu den schönen Tüchern, die besonders leicht und wärmend seien, so die Standbetreiberin. Über eine Freundin aus England habe sie Kontakt nach Nepal bekommen und wolle die Produzenten-Familien demnächst selbst besuchen, um ihre Arbeitsbedingungen kennenzulernen, sagt sie. Das Geschirr aus Olivenholz habe sie über einen Standkollegen vom Weihnachtsmarkt Offenburg bekommen.
Seit Jahren auf Märkten
Maike Hansen ist seit Jahren auf Weihnachtsmärkten und das ganze Jahr auf „Krämermärkten“, wie sie sagt, zwischen Waldshut, Baden-Baden und Villingen-Schwenningen unterwegs. Ursprünglich hat sie als gelernte Steuerfachgehilfin Bürodienstleistungen wie Buchhaltung erledigt.
Im Büro war es langweilig
Doch im Büro habe sie sich gelangweilt, weil sie da mit niemandem reden konnte, erzählt sie: „Der Kontakt mit Menschen ist mir wichtig. “ Daher mache ihr das Verkaufen auf den Märkten so viel Spaß. Wegen der finanziellen Sicherheit habe sie allerdings immer auch in einer 50-Prozent-Anstellung gearbeitet.
Seit einigen Jahren ist sie bei der Lebensgemeinschaft Sankt Christophorus in Niederweiler tätig. Dort leben Menschen mit Assistenzbedarf in einem kleinen Quartier mit Café mitten im Dorf. Maike Hansen arbeitet als Betreuerin in einer Wohngruppe mit. „Die Menschen sind wie eine Familie für mich“, sagt die Lörracherin. Privat lebt sie in einer Hausgemeinschaft am Hühnerberg.