Schnell von den Kindern umringt war der Nikolaus. Foto: Schwarz

Bei zwar eisigem, aber trockenem Wetter erwies sich der "Weilermer Weihnachtsmarkt" des Handels- und Gewerbevereins nach zweijähriger Corona-Zwangspause als Besuchermagnet.

Pfalzgrafenweiler - Bereits am Mittag schauten zahlreiche Besucher aus Pfalzgrafenweiler und benachbarten Ortschaften vorbei. Als kurz nach 16 Uhr der Nikolaus auf seiner Kutsche erschien, wurde es vor der Bühne sogar richtig eng. So manches Elternteil musste den Nachwuchs aktiv dabei unterstützen, überhaupt zum Nikolaus vorzudringen.

Geschenke für die braven Kinder

Da die Frage an die Kinder, ob denn auch wirklich alle brav gewesen seien, mit einem lauten "Jaaa" beantwortet wurde und einige sogar bereit waren, ein kleines Gedicht vorzutragen, wurden die Geschenke, die der Nikolaus mitgebracht hatte, dann auch schnell verteilt.

Zuvor hatten der Nachwuchs der Jugendmusikschule und das Jugendorchester des Musikvereins mit weihnachtlichen Klassikern wie "Lasst uns froh und munter sein" oder "Weihnachtsbäckerei" von Rolf Zuckowski musikalisch auf die Vorweihnachtszeit und den Nikolaus eingestimmt. Trotz der Kälte wurden die gesanglichen und instrumentalen Darbietungen mit viel Hingabe präsentiert, und einige der Zuhörer summten mit.

Für die Erwachsenen gibt es Feuerzangenbowle

An den Ständen sorgten örtliche Vereine und Einrichtungen für die Bewirtung. Der den Markt veranstaltende HGV mit Vorsitzendem Josef Schiebel und stellvertretendem Vorsitzenden Ralf Kossmann an der Spitze hatte sich einmal mehr für die Zubereitung einer Feuerzangenbowle entschieden und damit offenbar den Geschmack zahlreicher Marktbesucher voll getroffen.

Das vor deren Augen frisch zubereitete Getränk wärmte viele Kehlen an diesem kalten Tag. Fetzige Weihnachtssongs luden zudem zum Verweilen ein. Auf Wunsch und für die Kinder gab es auch die alkoholfreie Punschvariante. Den Standaufbau hatte der HGV – und ein Teil der sonstigen Vereine – bereits am Vortag erledigt.

Erlös des HGV geht in die Philippinen

"Die Leute haben wieder so viel Lust auf solche Veranstaltungen", schilderte Kossmann seinen Eindruck. Er und Schiebel freuten sich über die Resonanz, und beide waren froh, dass ein Großteil der Standbetreiber trotz der Corona-Pause auch diesmal dabei war. Der Markt werde immer wieder auch von ehemaligen Bewohnern des Orts für einen Besuch genutzt, erzählten sie. Unter den Besuchern war auch Bürgermeister Dieter Bischoff.

Der am Stand des HGV erzielte Erlös fließt diesmal auf die Philippinen – der Heimat von Schiebels Ehefrau. "Wir geben das Geld dorthin ohne einen Euro Abzug weiter", sagte Schiebel. Die Not der Menschen dort sei teilweise groß. Auch in den vergangenen Jahren wurde das an diesem Tag erwirtschaftete Geld für bestimmte Projekte gespendet.

Kirchengemeinde verkauft Selbstgebackenes

An den weiteren Ständen kamen die Einnahmen in aller Regel den Vereinen oder Schulklassen selbst zugute. Die sechste Klasse der Werkrealschule mit Lehrerin Michaela Hörnig-Meinecke will ihren Erlös beispielsweise für einen Ausflug zur Burg Wildenstein im Donautal nutzen. Zu verdanken sei die Bereitschaft für den Einsatz auf dem Markt nicht nur den Schülern, sondern auch den Eltern, erzählte Hörnig-Meinecke. Von ihnen sei diese Initiative ausgegangen.

Ein beliebter Anlaufpunkt war unter anderem auch der vielseitig sortierte Stand von "Proteen" (evangelische Kirchengemeinde), an dem es viel Selbstgemachtes und Selbstgebackenes zu kaufen gab. Mitglieder der gesamten Kirchengemeinde hatten sich dafür ins Zeug gelegt. Der am Stand erzielte Erlös hilft dabei, die rein spendenfinanzierte Stelle des Jugendreferenten Alfred Heß mitzufinanzieren. Seit September kümmert er sich um die christlich orientierte Jugend im Ort.

Vereine bieten Süßes und Deftiges

Auch an den weiteren Ständen, unter anderem waren die SG Herzogsweiler-Durrweiler, der Ski-Club, die Missionsgemeinde, die Feuerwehrabteilung Edelweiler, der Phönix und der Turnverein vertreten, gab es mit einbrechender Dunkelheit zahlreiche kleine Warteschlangen und Menschentrauben, die das kulinarische Angebot und die Getränke genossen. Je nach Vorliebe heiß oder kalt, süß – etwa in Form von Waffeln – oder doch eher deftig als rote Wurst.

Das in der Dunkelheit beleuchtete Karussell ließ zahlreiche Kinderherzen höher schlagen. Die ebenfalls beleuchtete Krippe nebenan zog viele Blicke auf sich.