Jürgens Weihnachtsmarkt hat sich als beliebter Treffpunkt in Bechtoldsweiler etabliert. Gekauft werden können Unikate aus Holz – der Erlös kommt krebskranken Kindern zugute.
Alle Jahre wieder sorgt Jürgens Weihnachtsmarkt zu Beginn der Adventszeit für eine besondere Atmosphäre in Bechtoldsweiler. Seit dem Jahr 2011 verkaufen Jürgen und Elisabeth Kluck in ihrem Haus, Hof und Garten handgefertigte Holzwerke für den guten Zweck. Dieses Jahr findet der Weihnachtsmarkt am kommenden Samstag, 29. November, ab 16 Uhr statt.
Unsere Redaktion hat die Klucks in ihrer Werkstatt besucht: „Die Vorbereitungen laufen seit September“, sagt Jürgen Kluck. Nahezu jeden Abend und auch die Wochenenden verbringe er mit seiner Frau in der Werkstatt. „Aber das macht uns Spaß.“
Und schließlich hat die Arbeit respektive das Hobby einen guten Zweck. Denn: Seit jeher werden die Erlöse des Marktes gespendet. Im ersten Jahr noch an den Hechinger Hilfsverein Kinder brauchen Frieden, danach an den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen. Die Klucks betonen: „Die Spende für die Kinder steht über allem. Wir wollen mit dem Weihnachtsmarkt kein Geld verdienen.“
Spenden sollen in der Region bleiben
Regelmäßig besuchen auch die Vorstände des Tübinger Vereins den Weihnachtsmarkt in Bechtoldsweiler. „Kinder sind unsere Zukunft“, untermauert Jürgen Kluck sein Anliegen. Wichtig seien ihm und seiner Frau zudem gewesen, dass die Spende in der Region bleibt.
Entstanden ist die Idee für den Weihnachtsmarkt vor 14 Jahren. Die Holzkunst von Kluck war im Bekanntenkreis der Familie in der Weihnachtszeit so beliebt, dass er sich den zunehmenden Aufwand nicht mehr ohne gesellschaftlichen Mehrwert machen wollte. „Das Geld zu behalten, war zu keiner Zeit eine Option, daher haben wir ein Spendenziel gesucht.“ Gefunden wurde dieses in Tübingen. Damals habe eine Bekannte der Familie auf der Station für krebskranke Kinder an der Klinik in der Universitätsstadt gearbeitet – so sei letztlich der Kontakt zum Verein zustande gekommen.
Jährlich steigt die Spendensumme. Angefangen bei 600 Euro im ersten Jahr bis zu 7500 Euro im vergangenen Jahr. Mit den Jahren ist auch die Anzahl der angebotenen Holzwerke gestiegen. Engel, Sterne, Türkränze und Tannen versprühen weihnachtliche Stimmung, aber auch neutrale Holzdeko – konkret: Serviettenhalter, Vesperbretter oder Holz in Herzform – wartet auf ihren Verkauf. Die Klucks haben aufgehört, all ihre Objekte zu zählen. Sie erwarten jedenfalls wieder 300 bis 400 Besucher am Samstagabend. Die Straße Im Oberdorf ist für die Marktzeit sogar verkehrsberuhigt.
Im Carport des Nachbarn gibt es Glühwein und Co.
Ohne Unterstützung von Bekannten, Verwandten und Nachbarn wäre Jürgens Weihnachtsmarkt für die Initiatoren nicht mehr zu stemmen. So wird beispielsweise eine Bewirtung im Carport des Nachbarn mit Würsten, Waffeln und Glühwein angeboten – übrigens alles zum Selbstkostenpreis mit einem Spendenkässle. Dankbar ist Jürgen Kluck auch für Materialspenden sowie einem weiteren Nachbarn, der die Schweißarbeiten bei einzelnen Kunstwerken übernimmt. Eine zweistellige Zahl an Helfern sorgt für Ausschank, Aufbau und Co.
Die Holzwerke sind indes alles Unikate – gefertigt per Hand aus Bäumen aus der Region. Jürgen und Elisabeth Kluck hoffen, dass auch dieses Jahr wieder viele Besucher ihren „ruhigen und heimeligen Weihnachtsmarkt“ besuchen. Übrigens: Wer am Samstag keine Zeit hat, der kann die nicht verkauften Holzwerke in der weiteren Vorweihnachtszeit bei den Klucks kaufen. „Einfach klingeln oder anrufen“, lädt Jürgen Kluck ein.