So sah es früher im Dezember auf dem Freudenstädter Marktplatz aus. (Archivbild) Foto: Schwark

Kehrt der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr auf den Freudenstädter Marktplatz zurück? Erste Informationen aus dem Rathaus machen zumindest Hoffnung. Denn die Stadt prüft einen ganz neuen Ansatz, der die Rettung des traditionellen Weihnachtsmarktes bedeuten könnte. Noch ist es aber zu früh, um sich zu freuen.

Es ist für viele Freudenstädter ein regelrechtes Reizthema: Seit zwei Jahren ist es nicht mehr gelungen, auf dem Freudenstädter Marktplatz einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen. Und schon davor musste der Markt ausfallen – wegen Corona. Statt dem traditionellen Weihnachtsmarkt gibt es daher mittlerweile im Dezember im Kurgarten den sogenannten Wintergarten. Es ist ein stark abgespeckter Weihnachtsmarkt, der allerdings auch seine Befürworter hat.

 

Dennoch sind die Stimmen nie verstummt, die eine Rückkehr des Weihnachtsmarktes auf den Marktplatz fordern. Erst vor zwei Wochen hat die CDU-Fraktion im Gemeinderat einen entsprechenden Antrag gestellt. „Ein kompetenter Betreiber soll gesucht und das nötige Budget im Rahmen des Haushalts dafür zur Verfügung gestellt werden“, heißt es in dem Antrag.

Mit Betreibern in Kontakt

Dieser Antrag wurde nun in der aktuellen Gemeinderatssitzung am Dienstagabend aufgegriffen. „Wir sind in Kontakt mit verschiedenen Betreibern, die in Frage kommen würden“, erklärte Thomas Gärtner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung.

Doch was ist mit „verschiedenen Betreibern“ überhaupt gemeint? Unsere Redaktion hat noch mal im Rathaus nachgefragt bei der Wirtschaftsbeauftragten Elke Latscha. Im Gespräch zeigt sich schnell: Derzeit verfolgt die Stadt einen ganz anderen Ansatz als in den Jahren zuvor.

Denn bisher wurde darauf gesetzt, dass sich einzelne Beschicker für den Weihnachtsmarkt anmelden. Das Problem: Kamen nicht genug Beschicker zusammen, musste der Weihnachtsmarkt abgesagt werden.

Stattdessen hat die Stadt nun eine neue Herangehensweise. „Wir versuchen für den Weihnachtsmarkt einen Betreiber oder Organisator zu finden“, erklärt Latscha. Derzeit sei aber noch offen, welche Aufgaben genau dieser externe Dienstleister übernehmen würde.

Auch ein Profi könnte scheitern

Denkbar sei zum einen, einfach die Organisation des Marktes an einen privaten Anbieter zu vergeben, der sich in der Branche auskennt und bessere Chancen hat, genug Beschicker zu finden. Der Nachteil dieser Lösung wäre: Auch eine Profi könnte daran scheitern, genug Beschicker zu finden. „Dann stehen wir doof da“, meint Latscha.

Eine andere Variante wäre, nicht nur die Planung des Marktes an einen externen Dienstleister zu vergeben, sondern auch den Betrieb. So gebe es Anbieter, die bereit wären, zumindest einen Teil des Marktes selbst auf die Beine zu stellen. „Da stehen wir auch mit welchen im Gespräch“, verrät Latscha. Und die Wirtschaftsbeauftragte macht klar: „Das wäre unsere favorisierte Lösung.“

Vieles noch offen

Sorgen, dass dann kein Platz mehr für die Vereine auf dem Markt wäre, müsse man aber nicht haben. „Ich gehe eher davon aus, dass der Betreiber sich freut, wenn sich die örtlichen Vereine engagieren.

Doch noch ist völlig offen, für welche Vorgehensweise sich die Stadt entscheiden wird. „Wir stellen uns gerade die Frage, ob wir das formell ausschreiben“, erzählt Latscha. Es sei aber schwierig, Angebote zu bekommen, die sich miteinander vergleichen ließen.

Denn die einzelnen Angebote und Konzepte seien sehr unterschiedlich. Eine Möglichkeit wäre daher auch, dass die Verwaltung direkt mit den Anbietern spricht und am Ende dann der Gemeinderat entscheidet, welcher Dienstleister und welches Konzept genommen wird.