Johannes Müller – hier mit der Vorsitzenden Katharina Kögler – der seit 26 Jahren in der Wolterdinger Musikkapelle aktiv ist, ist nun neues Ehrenmitglied. Foto: Anita Reichart

Die Wolterdinger Musikkapelle bekommt viel Beifall für ihre Weihnachtskonzert und ernennt Johannes Müller zum Ehrenmitglied.

Einen Abend voller mitreißender Blasmusik: Klangliche Höhepunkte ohne Unterbrechung prägten das dreistündige anspruchsvolle Weihnachtskonzert der Wolterdinger Musikkapelle.

 

Drei Ensembles mit zusammen um die 120 Musikern präsentierten sich in Topform. Die drei Dirigenten führten die etwa 350 Zuhörer in der Mehrzweckhalle durch ein breites Spektrum der Stilrichtungen. Und diese genossen es in vollen Zügen. Bravorufe und viele Beifall-Pfiffe begleiteten das Konzert. Erst nach Zugaben durften die Formationen die Bühne verlassen. So sah man am Ende des Abends nur strahlende Gesichter unter den Verantwortlichen.

Aufen-Grüningen bilden Auftakt

Den Auftakt bildete das Vororchester Aufen-Grüningen-Wolterdingen. Unter der Leitung von Petra Bolli erfreuten die 19 jungen Nachwuchsmusiker mit Wellerman Traditional und den lustigen Rhythmen zu Makalaka Boom!. Mit einem klanggewaltigen Programm präsentierte sich der Musikverein Achdorf anschließend zum letzten Mal mit Taktgeber Valentin Feucht an der Spitze.

Zum Repertoire der Kapelle gehörte etwa das einfühlsame Stück Our cast aways von Julie Giroux. Mit dem Klarinettenkonzert Nr. 3 in B-Dur1. Satz von Carl Stamitz, brillierte die Klarinettensolistin Hannah Parschau. Weiter ging es mit Dragon Fight, gefolgt von bekannten Melodien aus dem weltbekannten Musical Starlight Express.

Mit dem Stück Zurück in die 2000er, das Valentin Feucht – er ist übrigens der Sohn des Pfohrener Ortsvorsteher – selbst arrangiert hatte, und mit Titeln wie Das Kompliment löste er wohl bei so manchem Zuhörer den Vergangenheitszauber aus. Zum Schluss bedankte er sich noch bei seinen Musikern. „Ich bin stolz auf das, was ich mit euch alles erreicht habe.“ Und: „Ich sage nicht Tschüss, sondern auf Wiedersehen“, fügte er an.

Nachfolger als Dirigent gesucht

Valentin Feucht rührte auch noch die Werbetrommel. Wenn irgendjemand von den Gästen im Saal Interesse daran habe, seine Nachfolge als musikalischer Leiter zu übernehmen, könne er oder sie sich noch auf den Posten bewerben. Mit der Zugabe, dem Marsch "Füreinander da", verabschiedete sich der Klangkörper dann, und hinterließ ein begeistertes Publikum.

Hochmotiviert war auch die Wolterdinger Musikkapelle mit Björn Sermersheim. Ihr roter Faden dieses Jahr war das Meer, mit all seinen Facetten: Beim ersten Stück, dem Hands across the sea, einem schmissigen Marsch des US-amerikanischen Komponisten John Philip Sousa, nahm Vize-Dirigent Jan Trescher, den Taktstock in die Hand, da Sermersheim sich mit seiner Piccoloflöte unter die Musiker mischte.

Reise über den Atlantik

Weiter ging es mit dem The Ghostship, was zweifellos eines der wichtigsten Werke der aktuellen Blasmusik-Literatur sei, und das Orchester auf hohem Niveau fordere, so der Dirigent.

Das Stück stellte in epischen Klängen die letzte Fahrt des ehemaligen Passagierschiffs American Star dar. Pinas Musik nahm die Zuhörer mit auf die letzte Reise und wechselte zwischen klangvollen Erinnerungen an die Hochzeit der Transatlantik-Schifffahrt und wilden Klängen der Gefahr des Meeres. Die gewaltigen Klangvariationen zogen die Zuhörer in ihren Bann.

Melodien rund um das Meer

Mit Mit Highlights from the Rock folgte ein Abstecher zur Filmmusik, und den Abschluss bildete ein Medley aus dem Film Arielle die Meerjungfrau, gefolgt von dem Weihnachtslied Es ist ein Ros entsprungen.

Durchweg positiv waren schließlich die Bewertungen aus dem Publikum. Die beiden ehemaligen aktiven Musiker der Wolterdinger Kapelle, Werner Vogt und Rolf Dufner, sowie der Hubertshofener Musiker Harald Vogt sind sich einig, dass dies ein überwältigender, hervorragender Konzertabend gewesen sei.

Johannes Müller

Ehrung
Eigentlich wäre Johannes Müller schon im vergangenen Jahr an der Reihe gewesen, doch dies ging unter, aber „Wertschätzung kennt kein Verfallsdatum“, sagte die Vorsitzende der Wolterdinger Musikkapelle, Katharina Kögler. 1998 reihte sich der Tannheimer als Dirigent in die Kapelle ein. Seit 2001 spielt er die erste Trompete, zehn Jahre war er Beisitzer und 17 Jahre Vize-Dirigent. Damit gehört er dem Klangkörper nun schon 26 Jahre an. Sein Ansatz und seine Ausdauer beim Musizieren seine noch immer enorm, und „somit ist er nach wie vor auch eine große Bereicherung wenn es um die Fasnetmusik geht, erklärte die Vorsitzende, die Müller zum Ehrenmitglied ernannte.