Zum grandiosen Weihnachtskonzert des Musikverein »Eintracht« waren zahlreiche Gäste ins Gemeindehaus gekommen – und diese brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen.
Nach Grußworten des Vorsitzenden Johannes Geprägs übernahm das Jugendblasorchester (JBO) »Youthnited« unter der Leitung von Sabrina Michelfeit den Auftakt.
Melodiös, mitreißend und mit Ohrwurmcharakter nahmen sie im Stück »Fascination Fanfare« das Publikum mit in die wundervolle Welt der Blasmusik, bevor sie mit einem »faszinierenden, fesselnden und atemberaubenden Stück«, wie es angekündigt wurde, weitermachten: »Schmelzende Riesen, Melting Giants« von Armin Kofler. Das Stück, welches nach ruhigem Beginn schneller wird, mündet in einer Art Klagelied der Gletscher, was das Ausmaß der Klimaerwärmung verdeutlicht. Sein Ende findet das Stück in positiveren Klängen und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Mit »Selections from Encanto« verabschiedete sich das JBO von der Bühne. Der Disneyfilm »Encanto«, dessen Name aus dem Spanischen übersetzt »Zauber« oder Verzauberung bedeutet, erzählt von Familie Madrigal, die in einer wundersamen Stadt in den Bergen Kolumbiens lebt. »Die Magie der Familie gerät in Gefahr, kann jedoch am Ende durch Menschlichkeit wieder zusammengebracht werden«, hieß es in der Ansage.
Die auch in diesem Stück brillante musikalische Leistung wurde abermals vom Publikum mit einem tosenden Applaus belohnt, der dem Orchester eine Zugabe entlockte.
Nach einer Umbaupause nahm die »Eintracht« auf der Bühne Platz. Mit »Quintillusion!« begrüßten die Musiker das Publikum. Das Stück, eine symphonische Fanfare, baue, wie der Name schon sagt, auf eine Quinte auf und zeige ein melodisches, harmonisches und rhythmisches Zusammenspiel.
Variantenvielfalt der Blasmusik
Was ist das Motto des Konzerts? Dieser Frage ging Martin Neff auf die Spur. »Unser Konzert soll die Variantenvielfalt der Blasmusik zeigen«, sagte er. So vielversprechend war bereits das erste Stück.
Spätestens beim nächsten Stück kam das Publikum aus dem Staunen nicht mehr raus. Mit »Excalibur«, einer Komposition von José Alberto Pina, spielten die Musiker eine deutsche Erstaufführung. Noch nie zuvor habe dieses Stück ein deutscher Musikverein aufgeführt, wie Dirigent Thomas Rauber beim Beschaffen der Noten im Kontakt mit dem Komponisten erfuhr.
Das Stück handelt von einer sagenhaften Welt, in der Ritter durchs Land streiten und der Suche nach dem gleichnamigen Schwert »Excalibur« des mythischen Königs Artus.
Ganz schön hinters Licht geführt wurde das Publikum beim nächsten Stück: »Ballroom Bamboozles«. Jemanden bamboozlen bedeutet, jemanden hinters Licht zu führen oder zu täuschen. Walzer, Samba und Blues, so hießen drei der fünf Sätze. Wer jedoch glaubte, diese Stile auch zu hören, wurde schwer getäuscht. Und wer glaubte, Schlagzeugern reicht ihr eigentliches Schlagwerk, hatte sich auch getäuscht, denn auch eine Fahrradklingel und ein Waschbrett, also wahrlich kein typisches Schlagwerk zwischen Pauke, Trommel und Becken, fanden ihren Einsatz.
In die Welt von Indiana Jones
Als die Musiker das Publikum in die Welt von Indiana Jones entführten, bogen sie auf die Zielgerade ein. Mit »The Incredibles«, folgte einer von zahlreichen Höhepunkten. Das Stück erzählt die Geschichte einer Superheldenfamilie, die ihre Superkräfte versteckt, um wie eine normale Familie auszusehen. Mit diesem Stück lief das Orchester zu Höchstleistungen auf und präsentiere das wundervolle Resultat der Probenarbeit. Und um dem Publikum die Charaktere von The Incredibles zu veranschaulichen, zogen sie eine schwarze »Superheldenbrille« an.
Die Standing Ovations entlocktem den Musikern noch eine Zugabe, welche Martin Neff nutzte, um sich bei einigen Personen, wie den Aushilfen und Verantwortlichen für Dekoration und Technik zu bedanken. Allen voran aber »der große Meister. Er hat den Laden zusammengehalten und uns zu Höchstleistungen angetrieben« – so die Worte der Anerkennung an Dirigent Thomas Rauber.
Bevor das Publikum noch verweilen konnte, brachte das Orchester mit einem weihnachtlichen Medley aus den Liedern „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Macht hoch die Tür“ weihnachtliche Klänge in die Halle. Ob Sage, Mythos oder Naturphänomen, bei diesem Konzert war für jeden etwas Passendes dabei.