Das traditionelle Weihnachtskonzert des Markgräfler Symphonieorchesters am dritten Adventswochenende im Festspielhaus in Badenweiler war ein riesiger Publikumserfolg.
Dirigent Uwe Müller-Feser und das stattliche Ensemble begeisterten mit bekannten Werken von Beethoven und Schubert. Für eine weihnachtliche Einstimmung stand Carl Otto Nicolais „Weihnachtsouvertüre“ auf dem Programm. Als Solistin am Flügel brillierte Sylke Mehnert. Beide Vorstellungen, die Premiere am Samstag und die Zweitaufführung am Sonntag, waren ausverkauft.
Mit dem Vortrag von Nicolais „Weihnachtsouvertüre“ gelang ein feierlicher Auftakt. Man spürte ab den ersten Takten, dass Orchester und Dirigent nicht nur eine perfekte Interpretation boten, sondern auch mit dem Herzen dabei waren. Das Werk, das auf dem Choral „Vom Himmel hoch“ beruht, erweckte mit seiner majestätischen Gestaltung und den subtil eingeblendeten lyrischen Momenten den strahlenden Zauber der Weihnachtszeit.
Die Pianistin Sylke Mehnert beherrschte mit ihrer virtuosen Interpretationskunst die Darbietung des 5. Klavierkonzerts op. 73 von Ludwig van Beethoven. Die faszinierende Präzision ihrer prachtvollen Klavierpassagen und ihr fingerflinkes Gleiten über die Tasten im einführenden Allegro hatten etwa geradezu Sportives. Sanft und kantabil, doch stets melodieführend, agierte die Solistin im Adagio. Mit dem donnernden Fortissimo im finalen Rondo-Allegro setzte sie einen Kraftakzent, ohne im Folgenden in eine martialische Manier zu verfallen. Dabei gelang in jedem Moment der Dialog mit dem Orchester, mal in freundlicher Harmonie, dann wieder mit nahezu streitbarer Fulminanz. Diese kühnen Effekte verliehen der Darbietung eine prickelnde Vitalität. Den begeisterten Applaus des Publikums honorierte die Künstlerin mit der liebevoll intonierten „Träumerei“ aus den „Kinderszenen“ von Robert Schumann.
Ein Fest für die Sinne war die Aufführung von Franz Schuberts Meisterwerk „Große Sinfonie in C-Dur“. Dirigent Müller-Feser hatte in die Einstudierung alles hineingezaubert, was das Markgräfler Symphonieorchester nach vier Jahrzehnten erfolgreichen Musizierens an musikalischem Vermögen aufzubieten hat. Farbenfrohes Klangkolorit, Esprit, Melodieseligkeit und überraschende rhythmische Elemente wurden in großflächiger Dimension und packender Tiefenschärfe ausgebreitet. Von den spritzigen Kontrasten des ersten Allegro über das stellenweise gespenstische Andante und das übermütige Scherzo bis zum finalen Allegro schwelgte das Orchester in einem wahren musikalischen Schönheitsbad. Nicht ein einziges Mal lockerte sich der virtuos Spannungsbogen. Orchester, Dirigent und Publikum schwelgten unisono in einem einzigartigen Klangparadies.
Der Applaus war ohrenbetäubend. Es gehört zur Tradition der Weihnachtskonzerte des Markgräfler Symphonieorchesters, dass als Zugabe Edgar Elgars „Nimrod“-Satz aus den „Enigma-Variationen“ gespielt wird.
Mit dem Weihnachtslied „Tochter Zion“ wurde das begeisterte Publikum in die adventliche Nacht entlassen.