Poesie, Eleganz und Klasse: Sergey und Anastasia Foto: zVg/Zirkus

Weihnachtscircus in Lörrach: Diese schöne Tradition gibt es derzeit wieder im Zirkuszelt im Grütt zu erleben.

Kuschelige Weihnachtsatmosphäre erfasst einen schon im Eingangsbereich des Zelts. Glitzerbaum und ringsum Hütten, die an einen kleinen Weihnachtsmarkt erinnern, an dem es verschiedenste Leckereien gibt. Dann geht es hinein ins warme Zelt, aufgeregtes Lachen, viele erwartungsvolle Kinderaugen, die gespannt in die Mange blicken: Zirkuspremiere – das ist immer etwas Besonders.

 

„This is the greatest Show“, ertönt es dann – und mit viel Glitzer und vier grazilen Tänzerinnen aus der Ukraine geht es endlich los. Artisten aus elf Ländern zeigen ihre Kunst“.

„Wir sind wieder da!“ ruft Conférencier Andrej in die Menge – und es soll Geburtstag gefeiert werden. „Schöner, größer, fulminanter“, verspricht er. Indes: Der Lörracher Weihnachtscircus bietet schon lange wirklich große Zirkusnamen – auch diesmal wieder.

Es geht in die Lüfte

Gleich zum Auftakt geht es hoch in die Lüfte mit Alicia. Elegant und scheinbar schwerelos schwebt sie im Luftnetz über den Köpfen. Perfekte Körperbeherrschung, in einer Mischung aus konzentrierter Artistik und Poesie zeigt sie eine seltene Variation der Luftakrobatik. Dann wieder wirbelt sie dynamisch unterm Kuppeldach, nimmt im Glitzerstaub mit charmantem Augenzwinkern den donnernden Applaus entgegen.

Sudu Salumu Foto: Gabriele Hauger

Nach diesem schönen Start geht es Schlag auf Schlag in einer ausgewogenen Choreografie weiter: erstaunliche Muskelkraft, Humor, Originalität und Poesie – alles dabei. Da hat der aus Lörrach stammende Produzent und Regisseur Sandro Martorana mit viel Gespür weltweit nach erstklassigen Zirkus- und Varieté-Künstlern gesucht. Und sie gefunden. Der Mann hat Erfahrung, hat er doch beispielsweise Großereignisse wie den ESC in Basel als TV-Produktionsleiter betreut. Der Lörracher Weihnachtscircus ist ihm dabei eine echte Herzensangelegenheit, wie er uns in der Pause erzählt.

Doch bis die kommt, gibt es noch viel zu Staunen. Beim Muskelspiel von Jason, der mit Handstand-Equilibristik für tosenden Applaus sorgt. Unglaublich, als er auf zwei wackeligen Glasplatten in Handstand mit Grätsche kraftvolle und elegante Körperbeherrschung zeigt. Herrlich dann der überaus witzige Nikita mit seiner Comedy-Jonglage, der zur kabarettistischen Höchstform aufläuft und dabei locker und selbstironisch daherkommt. Zum Wegschmeißen seine Jonglage für Kurzsichtige oder Schlechtgelaunte.

Fans der Comedy feiern zudem wieder begeistert Clown Mosquito, der auf vielfachen Wunsch des Lörracher Publikums nach vier Jahren endlich wieder das Publikum unterhält – und neben bei mit seinen musikalischen Einlagen glänzt. Der Mann aus Mexiko bekommt Fanpost – man muss ihn einfach mögen.

Der Weihnachtscircus gastiert in Lörrach. Foto: Gabriele Hauger

Deutschland-Premiere

Eine der vielen Höhepunkte ist der zweifache Auftritt des Duo Mystery. Die beiden zeigen mit atemberaubender Eleganz gefühlvolle Akrobatik zu Ed Sheerans Liebessong – zum Dahinschmelzen schön.

Erstmals in Deutschland zeigt die Familie Palma-Diaz ikarische Spiele, sie wirbeln übereinander oder parallel Salti und Drehungen, aufgefangen von den Füßen ihrer sicheren Kollegen. Mit Körperberrschung auf dem Trampolin und dabei ganz viel Witz bringt Mr. Jumping die Menschen im Zelt zum Jubeln. Nicht zu vergessen der junge Sudi Salumu, der scheinbar knochenlos seinen Körper so elegant verbiegt, dass es standing ovations gibt. Ein junges Weltklasse-Talent aus Afrika, das tatsächlich erstmals vor Publikum auftrat.

Unmöglich, die zirzensische Vielfalt inj Gänze zu beschreiben, zu der auch drei Schweizer Motorradfahrer zählen, die in einer wackelnden Stahlkugel halsbrecherische, motorqualmende Verrücktheiten zeigen. Oder Salome mit ihrem Schwungtrapez. Nicht zu vergessen die klangvolle Stimme Maylens aus Kuba. Tiernummern gibt es übrigens keine – mit Ausnahme von ein paar schmusigen Stubentigern.

Am Schluss dieser fulminanten Zirkusshow gibt es ganz viel Applaus. Und die Hoffnung des Publikums, dass die schöne Weihnachtstradition der Familie Frank auch die nächsten 25 Jahre bestehen möge.

Bis 6. Januar, 15.30 Uhr, Fr, Sa, So, feiertags 19.30 Uhr; 24.12. nur 14 Uhr; Silvestervorstellung ausverkauft; Karten: Reservix