Backt in vielen Stunden verschiedene Sorten Weihnachtsgebäck, um mit dem Verkauf die Menschen und Hilfsprojekte in der Stadt Iquitos im peruanischen Regenwald zu unterstützen: Claudia Stader aus der Villinger Südstadt. Foto: Martina Zieglwalner

Bei Claudia Stader läuft der Backofen seit Wochen auf Hochtouren. Von Makronen bis Springerle sind 30 Sorten Kekse entstanden, die sie ab Samstag, 30. November, zugunsten der peruanischen Partnergemeinde San José der Pfarrei St. Konrad verkauft.

Der verführerische Duft von Honig und Lebkuchengewürz strömt aus der einen Dose, kaum ist der Deckel der nächsten angehoben, wehen feine Kirsch- und Zimtaromen um die Nase.

 

In der Weihnachtsbäckerei von Claudia Stader in der Villinger Herdstraße gibt es manche Leckerei – und das für einem guten Zweck. Seit Wochen läuft ihr Ofen auf Hochtouren, um unterschiedlichstes Gebäck für den Verkauf zugunsten der peruanischen Partnergemeinde der katholischen Pfarrei St. Konrad herzustellen. 30 Sorten sind inzwischen zusammengekommen.

Dose an Dose reihen sich die Köstlichkeiten in ihrem Wohnzimmer aneinander, das ebenso wie die Küche seit einigen Wochen von der Backaktion in Beschlag genommen ist. Vor mehr als zehn Jahren hatte Claudia Stader begonnen, Weihnachtskekse aus eigener Herstellung anzubieten und mit dem Erlös die Sanierung der Bernhardshütte der Kirchengemeinden St. Fidelis und St. Konrad zu unterstützen.

Eine Herzensangelegenheit

Der Umbau des Bildungs- und Freizeitheims ist längst abgeschlossen, doch sowohl das Backen als auch das Engagement für ein soziales Projekt sind für sie eine Herzensangelegenheit. So entstand die Idee, künftig den Erlös der Partnergemeinde in Peru zu spenden.

Voller Elan hat sie sich also wieder in die Arbeit gestürzt, schon im Sommer angefangen, den Keller mit Vorräten wie Mehl oder Zucker zu füllen und Beeren aus dem eigenen Garten zu Gelee zu verarbeiten, um Engelsaugen oder Himbeersternen mit qualitativ hochwertiger Füllung anzufertigen. „Im August fängt es an, mich zu kribbeln“, erzählt Claudia Stader von ihrer eigenen Freude am Backen. Für sie ist es eine Tätigkeit, in die sie sich völlig vertiefen kann.

Honiggebäck zum Auftakt

Ist der erste Einkauf erledigt, steht sie Tag für Tag in der Küche, startet mit dem Honiggebäck, das länger liegen muss, bis es zur Weihnachtszeit weich ist. Dann geht es an all die anderen „Bredle“ wie Butterkränze, Nougatblüten oder Nussschnitten. 14 Bleche hat sie im Einsatz, zudem zahlreiche Abkühlgitter, um ohne Unterbrechung den Teig zubereiten, Kekse ausstechen, in den Backofen schieben, herausholen und verzieren zu können. Nur zwischendurch zieht sie ab und zu los und besorgt Nachschub an frischen Zutaten. 50 Päckchen Butter kämen da schon zusammen, schätzt sie, mit der entsprechend großen Menge an Mehl und Zucker.

Allein für die Linzertorten, die noch schnell übers Wochenende entstanden sind, benötigt sie einige Tüten an Nüssen. „Es gibt alles, was das Herz begehrt“, ist sie sich sicher, ob mit oder ohne Nuss, aus dunklem oder hellem Teig, mit Gelee oder Schokolade gefüllt.

An die 250 Stunden Arbeit

Bis all das Gebäck von Kirschherzchen bis Mandelhäubchen fertig sortiert und sorgfältig in den Dosen bereitliegt, liegen an die 250 Stunden Arbeit hinter Claudia Stader. „Ich mache das gerne“, sagt sie mit einem Lächeln. Bestätigt fühlt sie sich, wenn manche Kunde schon lange vor der Adventszeit nachfragen, ob es denn bei ihr wieder Weihnachtsgebäck gibt. „Und wenn sie dann mit strahlenden Gesichtern bei mir rausgehen, bin auch ich froh“, bringt sie ihre Motivation auf den Punkt.

Zumal der Verkauf auch weiteren Menschen zugute kommt: Neben einem Betrag für die Kinderhilfsaktion Herzenssache des Südwestrundfunks geht der überwiegende Teil des Gewinns in die Stadt Iquitos im peruanischen Regenwald und dient zum einen der Versorgung der Ärmsten der Armen mit Nahrungsmitteln und zum anderen der Förderung von Studenten, die durch Bildung später Hilfe zur Selbsthilfe leisten können. Dass das Geld ankommt, hat Claudia Stader beim Besuch eines Geistlichen aus der Partnergemeinde in St. Konrad erfahren. Und so hofft sie, dieses Jahr die Spende von knapp 950 Euro noch überschreiten und vielleicht die 1000-Euro-Marke knacken zu können.

Verkaufsstart

Die Zeiten
Mit dem Verkauf ihrer selbst gebackenen Weihnachtsbrödle startet Claudia Stader am Samstag, 30. November, in der Herdstraße 95 in der Villinger Südstadt. So kann sich jeder pünktlich zum ersten Advent mit Köstlichkeiten für die vorweihnachtliche Kaffeetafel eindecken. Verkaufszeiten sind dienstags bis samstags von 14 bis 19 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon 07721/ 2 52 00. Der Verkauf ist bis Mittwoch, 18. Dezember, geplant, falls der Vorrat solange reicht. Jeder kann sich aus 30 Sorten sein Lieblingsgebäck aussuchen. Der Preis richtet sich nach dem Gewicht. Eine Keksdose ist mitzubringen, für Linzerztorten ist für den Transport ein Pizzakarton ratsam. Den Erlös erhält erneut die peruanischen Gemeinde San José in Iquitos, mit der die katholische Pfarrgemeinde St. Konrad seit 1996 eine Partnerschaft pflegt.