Sieben Künstler, sieben Stilrichtungen und Arbeitsweisen – Vielfalt pur verspricht die Weihnachtsausstellung in der Königsfelder Galerie K3.
Positionen aus Malerei, Grafik und Objektkunst, vereint zu einem vielstimmigen, atmosphärischen Dialog – mit diesen Worten kündigt Alexander Höllwarth die bevorstehende Weihnachtsausstellung der Galerie K3 in Königsfeld an. Sieben Künstler präsentieren einen Auszug ihres Schaffens – was hier ausgestellt wird, könnte unterschiedlicher kaum sein.
1 Gabi Streile Die unbändige Macht der Natur bringt Gabi Streile auf die Leinwand – denn wer ihre Werke sieht, fühlt sich schnell in einen wilden Garten versetzt. Unter dem Titel „Flora“ stellte sie bereits 2024 in der Galerie aus.
Dass Streile die Blumen auf ihren Werken genau auf diese Art und Weise darstellt, liegt in der Vergangenheit begründet. Zu Beginn ihrer künstlerischen Karriere habe sie Blumen als mögliches Sujet überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt. Ein halbes Jahr in der Toskana und ein großer wilder Garten in der Ortenau als Quell der Inspiration änderten das jäh – und neben floralen Motiven rückten auch Landschaften in Streiles künstlerischen Fokus.
2 Miriam Huschenbeth Auch die Niedereschacherin ist in der Galerie K3 keine Unbekannte. Vor ziemlich genau einem Jahr präsentierte sie ihre Werke bereits im Rahmen der damaligen Weihnachtsausstellung. Sie arbeitet mit Papier, Schnitt, Farbe und Raum. „Ihre filigranen Scherenschnitte changieren zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, werfen Schatten und eröffnen Ebenen des Dazwischen“, heißt es in einer Ankündigung der Galerie. „Man möchte glauben, sie male mit Licht und Luft zugleich.“
3 Moritz Dümmel Schwarz- und Weißtöne stehen hier im Fokus – ganz bewusst legt Moritz Dümmel den Fokus auf das Motiv – ganz ohne mögliche Ablenkung durch schrille Farben. Er stellte schon mehrfach in Königsfeld aus – unter anderem 2024, als sich unter dem Titel „Zwischen Welten“ alles um Türen drehte.
Dümmels Arbeiten entstehen im Spannungsfeld von Zeichnung, Druckgrafik und Mixed-Media. Gerne bannt er seine Motive mit Graphitpulver, Kohlepulver, Zeichenkohle und weiteren Materialien auf Tapete – auch Elemente wie Graffitis und Akt-Zeichnungen begegnen dem Betrachter. Doch auch Wandobjekte gestaltet der Künstler.
4 Johanna Jakowlev Architekturansichten stehen bei Johanna Jakowlev im Fokus, die erstmals in der Galerie ausstellt. Wobei es ihr nicht darum geht, die Realität abzubilden oder gar ein Foto zu replizieren – ihre Regel ist klar: Die Orte, die sie malt, existieren nicht wirklich. „Es sind Orte, an denen ich gerne wäre.“
Zwar habe sie einen riesigen Fundus an Fotos und Ausschnitten aus Magazinen – „aber das ist eher das Sammlergen“, meint die Künstlerin. „Für mich ist es auch jedes Mal eine kleine Überraschung, was dabei herauskommt“, wenn sie das Motiv in vielen dünnen Schichten auf die grobe Leinwand lasiert. Bewusst verzichtet sie dabei auf Fenster oder Türen, die einen Hinweis auf Größenrelationen geben. So entstehe eine „Riesen-Projektionsfläche“ für den Betrachter.
5 Sergei Moser Wer kennt ihn nicht aus der Schulzeit – den guten alten Linolschnitt? Für Sergei Moser ist es die künstlerische Technik seiner Wahl. Seine surrealen Motive sind sich wandelnde Formen, die zugleich technisch und organisch anmuten. Manches erinnert an die Wirklichkeit, anderes wirkt abstrakt und unbegreiflich. Aus bis zu 100 verschiedenen Schnitten bestehen seine Motive – besonders die großformatigen – oftmals. Obwohl er ein Motiv teils bis zu acht mal drucke, sei am Ende auch wegen der unterschiedlichen Farbgebung jeder Druck ein Unikat.
Für seine Drucke benutzt er gerne aussortierte Landkarten, die der Künstler, der im Nebenberuf noch als Lehrer tätig ist, von diversen Schulen beziehen konnte. In seinem Unterricht komme der Linolschnitt übrigens eher selten zum Einsatz.
6 Maria Kammerer Ein ungewöhnliches Material hat sich die Bösingerin ausgesucht. Seit mittlerweile sieben bis acht Jahren hat sie sich der Nutzung von Sumpfkalk verschrieben. Das weiße Material wird auf die Leinwand aufgebracht – ganz sachte und mit viel Gefühl, wie Maria Kammerer berichtet.
Dann wird der Sumpfkalk mit mehreren Schichten von Pigmenten und Antikölen überzogen. Erst dann kommen die Risse – die absolut intendiert sind – zum Vorschein. Kammerers klares Motto: „das Unsichtbare sichtbar machen.“ Auch spezielle Wachse, die eigentlich in der Autoindustrie zum Einsatz kommen, und Epoxidharze setzt sie ein.
7 Sergej Alöchin Spitzenobjekte fertigt Sergej Alöchin – sie bestehen aus angespitzten und oftmals eingefärbten Holzzylindern. Auf eine komplexe Reihe wolle er den Betrachter mitnehmen – wobei die Bewegung nicht nur im übertragenen Sinne Teil seiner Kunst ist. „Der Betrachter soll sich vor dem Objekt bewegen, um es aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken“, erklärt Alöchin.
Auch der Schattenwurf spielt dabei eine Rolle – der ist auch eines der Dinge, durch die Alöchin zu seiner besonderen Kunst kam. Seine Freundin koche gerne, berichtet er – und eines Tages habe er sich einfach einen der hölzernen Kochlöffel geschnappt. In den vergangenen Jahren habe er in der Folge viel experimentiert, um seine Spitzenobjekte in die Tat umzusetzen – ein wiederum sehr planvoller Prozess.
Ausstellung
Vernissage
Eröffnet wird die Weihnachtsausstellung am Samstag, 22. November, ab 17 Uhr. Dazu werden auch zahlreiche Künstler anwesend sein. Dann läuft die Ausstellung von Sonntag, 23. November, bis Sonntag, 28. Dezember. Geöffnet ist regulär mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr.