In der voll besetzten Kirnbacher Nikolauskirche ließ die traditionelle Aufführung die Weihnachtsgeschichte lebendig werden.
Es war das vorletzte Event im Kirnbacher Jubiläumsjahr: das „Kirnbacher Hirtenspiel“. Es geht auf den früheren Kirnbacher Pfarrer Erik Turnwald zurück und wurde an Heiligabend in der voll besetzten Kirnbacher Nikolauskirche vom erweiterten Kreis der Kurrende, begleitet vom Kirchenchor, aufgeführt.
Das „Kirnbacher Hirtenspiel“ erzählt in Reimform die Geschichte von Christi Geburt in Bethlehem vor mehr als 2000 Jahren und stellt dabei durch die traditionelle Kirnbacher Tracht eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und dem Heute her.
Der Kirchenchor singt zwischen den einzelnen Szenen und unterstreicht damit sehr wirkungsvoll die Handlung des Spiels. „Es ist ein Ros’ entsprungen“ singt der Chor und ein Herold fordert die Menschen auf: „Lasst mit den Hirten uns den Weg beschreiten, den sie im Glauben einst gegangen sind!“
Ein König in einer Krippe liegend – das ist für Herodes unvorstellbar
Hoch oben von der Kanzel verkündet ein Engel die frohe Botschaft von der Geburt Christi. Maria und Josef jedoch wird in der Herberge der Einlass verwehrt; lediglich in einem Stall finden sie Unterschlupf. Die Nachricht von der Geburt eines Königs der Welt in einem ärmlichen Stall ist zum Palast von Herodes durchgedrungen. Diese ärmlichen Umstände der Geburt eines angeblichen Königs lassen Herodes und seinen Beratern die Nachricht als unglaubwürdig erscheinen.
Auch ein böser Engel tritt in Erscheinung; er leugnet die frohe Botschaft und sagt ein böses Ende des Erlösers voraus. Die einfachen Hirten lassen sich nicht von einem Besuch beim Kind im Stall abbringen und auch die drei Weisen aus dem Morgenland machen sich auf nach Bethlehem zum Stall.
Das Hirtenspiel endet mit feierlichem Chorgesang und den Worten: „Wisst, dass nur der Gottes Segen hat, der glaubend Jesus Christus sich genaht; denn nur der Glaube hebt uns aus der Zeit und bettet uns in Gottes Ewigkeit.“
Ein Herold entlässt die Besucher in die Nacht mit den zu Herzen gehenden Worten: „Und werdet ihr zum Christfest heimwärts gehen, bedenkt im Herzen, was in dieser Nacht uns Gott in seinem Sohne dargebracht.“
Jubiläumsjahr
Im Wolfacher Stadtteil Kirnbach stand das Jahr 2025 ganz im Zeichen der 750-Jahr-Feier. Außerdem schaute man auf 50 Jahre seit der Eingemeindung zurück. Ein Kalender und ein Buch wurden zu diesen Anlässen erstellt. Zudem gibt es ein Kirnbacher Jubiläumsbier, einen Kugelschreiber und besondere Briefmarken. Der Veranstaltungskalender war auch das ganze Jahr über gefüllt. Angefangen beim Neujahrsempfang, über Konzerte, den Hock der Freiwilligen Feuerwehr, das Moosenmättle-Open-Air, das Bollenhut-Feschd und vielem mehr.