Bernd „Moritz“ Neuner-Duttenhofer und Martina Meuth in ihrer Küche auf dem Apfelgut. Bei unserem Besuch bereiten sie gerade ein Brathuhn zu, doch zu Weihnachten kommt etwas anderes auf den Tisch. Foto: Otto

Gerade zu Weihnachten spielt gutes Essen eine besondere Rolle. Im Interview verraten die Fernsehköche Martina und Moritz was es bei ihnen gibt – und ob bald ein Abschied naht.

Auf dem Apfelgut in Hopfau ist bei unserem Besuch von Weihnachtsruhe noch keine Spur. In der Küche werkeln Martina Meuth und Bernd „Moritz“ Neuner-Duttenhofer, wie man die Fernsehköche aus ihren beliebten Sendungen kennt. Dennoch nehmen sie sich Zeit für unsere Fragen und versorgen die Reporterin natürlich auch noch mit allerlei leckeren Kostproben.

 

Ein bewegtes Jahr neigt sich dem Ende zu. Für Sie dürfte es mit Blick auf die Entscheidung, sich vom Apfelgut zu trennen, ein ganz besonderes Jahr gewesen sein. Wie blicken Sie zurück?

Uns kommt dieses Jahr absolut merkwürdig vor, nichts war so, wie geplant oder gewohnt. Von der Natur angefangen, mit dem schwierigen Wetter: erst zu kalt, dann zu heiß, dann zu trocken, was sich natürlich auf alles auswirkte, Garten, Apfelbäume, Befindlichkeit und Laune! Unsere Entscheidung ist zwar gefallen, es hat sich aber nichts bisher geändert…

Wie ist denn der Stand der Dinge bezüglich des Verkaufs?

Ein ganzes Jahr gingen Verhandlungen um das Obst und den Wald, ganz zum Schluss blieb am Ende nur noch der Wald. Aber auch das ist noch nicht in trockenen Tüchern, man glaubt ja nicht, welche bürokratischen Hürden da sich plötzlich auftun können. Ansonsten warten wir noch auf den Käufer, der sich in das Anwesen verliebt.

Das Apfelgut der Fernsehköche Martina und Moritz wartet auf einen Käufer. Foto: Otto

Wo werden Sie eigentlich Weihnachten feiern, und welche Rituale sind Ihnen da wichtig?

Weihnachten sind wir wie immer zu Hause. Diesmal ganz allein, ohne Gäste. Trotzdem werden wir natürlich einen prächtigen Baum schmücken, der gehört einfach dazu.

Herrliches Festessen

Die Frage aller Fragen ist natürlich bei einem Interview mit Ihnen als beliebten Fernsehköchen: Was kommt bei Ihnen an Heilig Abend auf den Tisch? Und wie halten Sie es an den Feiertagen?

Heiligabend wird unser Betriebsleiter uns hoffentlich wieder Forellen räuchern, das gelingt ihm immer perfekt, die Fische kommen aus dem Zuchtteich im Dorf. Denn die im Bach haben ja jetzt Schonzeit. Dazu gibt’s natürlich Kartoffelsalat, mit frischem Meerrettich. Für den Weihnachtstag schlummern bereits zwei Entenkeulen im Tiefkühler, die wir neulich aus Frankreich mitgebracht haben. Dazu gibt es Artischocken, Mitbringsel aus Ligurien, und Puntarelle, auch Cimata genannt, am Kaiserstuhl auch Vulkanspargel. Das sind die dicken Knospen im Herzen der Catalognapflanze. Beides schmeckt roh, fein geschnitten, als Salat angemacht.

Das hört sich hervorragend an. Was ist trotz aller Arbeit ihr Geheimtipp für ein entspanntes Weihnachtsfest?

Am besten alles ruhig angehen, sich nicht hetzen lassen. Eine Freundin von uns feiert mittags an Heilig Abend Geburtstag, da feiern wir mit. Und wenn wir beim Einbruch der Dunkelheit wieder zu Hause sind, lassen wir das Christkind kommen und aller Stress ist gaaanz weit weg.

Silvester mit vielen Gästen

Verraten Sie uns auch, wie Sie den Jahreswechsel verbringen werden?

Silvester haben wir, wie immer, das Haus voller Gäste. Sie reisen schon am Vortag an, damit wir am letzten Tag im Jahr mittags die traditionelle Linsensuppe mit Wiener Würstchen und einen alten Moselwein dazu genießen können, ohne dass man vorher eine lange Anreise hat. Am Abend gibt es dann ein ausführliches Silvestermenü, das wir hoffentlich beendet haben werden, bis das neue Jahr beginnt. Macht aber nichts, wenn das Dessert erst 2026 auf den Tisch kommt.

Auch wenn Sie es ja etwas ruhiger angehen wollen, ich kann mir vorstellen, in Ihrem Kalender für 2026 steht schon wieder einiges. Auf welche Projekte freuen Sie sich?

Gerade jetzt noch fertig geworden sind unsere neuen Videos. Wir wurden so oft gefragt, wann es endlich wieder neue Sendungen mit und von uns gibt. Die Wiederholungen können inzwischen ja alle auswendig. Und so haben wir uns mit unserer Freundin Sonja Buchop zusammengetan, die hat ein Kamera-Team zusammengestellt, wir haben fünf Drehbücher ausgetüftelt, im September eine ganze Woche lang gekocht und gedreht. Dann wurde geschrieben, geschnitten, fertiggestellt. Jetzt sind fünf Videos fertig, jeweils eine knappe Stunde lang, zu verschiedenen Themen. Die kann man als Paket kaufen oder einzeln. Wir kochen diesmal zu dritt, mit Sonja an der Seite, die nicht nur hilft, sondern auch genau die Fragen stellt, die bei den Zuschauern auftauchen könnten.

Vielleicht gibt es neue Kochkurse

Wird denn 2026 nun das Jahr des Abschieds auf dem Apfelgut? Gibt es womöglich einen festen Termin? Und was wünschen Sie sich für 2026?

Tja, wenn wir das nur wüssten! Es fehlt uns die Kristallkugel, die uns verrät, was die Zukunft bringt. Solange wir keinen Käufer für unser Anwesen finden, bleiben wir hier und arbeiten einfach weiter wie bisher. Wir überlegen sogar, noch den einen oder anderen Kochkurs für Stammkunden anzuberaumen. Und womöglich werden wir nochmal eine weitere kulinarische Reise organisieren, nachdem unsere Touren nach Südtirol, ins Elsass und ins Piemont so erfolgreich waren. Diesmal soll es in die Champagne gehen.

Dann wünsche Ihnen jetzt ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs Neue Jahr!

Tausend Dank für Ihre guten Wünsche, die geben wir gern zurück: Bleiben Sie gesund und fröhlich, dann wird der Rest auch noch gelingen!