Mit Aktionen außerhalb der Gottesdienste, aber auch Feiern in Gemeinschaft, will die katholische Seelsorgeeinheit ihren Gemeindemitgliedern ein christliches Weihnachtsfest ermöglichen. So ist wie schon im Vorjahr erneut ein "Krippenstall" hinter der Erlaheimer Kirche St. Silvester aufgestellt. Foto: Wiget

2G, 2G plus, Maskenpflicht, mit Gesang oder ohne, mit Krippenspiel oder ohne – oder im schlimmsten Fall gar nicht? Die vierte Corona-Infektionswelle droht, den Christen in Geislingen auch das kirchliche Weihnachtsfest zu verderben.

Geislingen - Doch die evangelische Kirchengemeinde Ostdorf-Geislingen und die katholische Seelsorgeeinheit Am Kleinen Heuberg wollen den Gläubigen trotz aller Widrigkeiten ein christliches Weihnachtsfest ermöglichen: Sie setzen auf Adventsaktionen und Gottesdienste in Präsenz, soweit das die geltenden Vorschriften zulassen. Der Schwarzwälder Bote fragte Pfarrer Johannes Hruby und Pater Augusty Kollamkunnel, was geplant ist.

In welcher Form kann in diesem Jahr Weihnachten gefeiert werden?

Hruby: Wir planen zwei Gottesdienste, am 24. Dezember nur für Ostdorf, um 17.30 Uhr und um 18 Uhr, mit Voranmeldung per E-Mail oder Telefon beim Pfarramt Ostdorf.

Kollamkunnel: Es gibt Gottesdienste mit AHA-Reglung und Anmeldung. Die Gottesdienste an Weihnachten werden auch live übertragen.

Wird in Präsenz gefeiert?

Hruby: Präsenzgottesdienste gibt es unter einer Inzidenz von 800. Über 800 sollen die Gottesdienste ausfallen und online gefeiert werden. Ein Team sitzt in Ostdorf in den Startlöchern, falls dieser Wert erreicht wird.

Kollamkunnel: Ja!

Welche Vorschriften werden dabei bestehen?

Hruby: Ab dem zweiten Advent lautet die Vorschrift: kein Gemeindegesang, Maske im Gottesdienst, zwei Meter Abstand und eine Dauer von 30 Minuten.

Kollamkunnel: Die AHA-Regelung.

Wer legt fest, welche Regeln zum Schutz gegen Corona in den Kirchen gelten?

Hruby: Der Oberkirchenrat aus Stuttgart verschickt E-Mails an die Pfarrämter mit den neuesten Verordnungen. Sie können auch online auf www.elk-wue.de/corona eingesehen werden .

Kollamkunnel: Die Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Sind Krippenspiele möglich?

Hruby: Manche Gemeinden führen Krippenspiele durch. In Ostdorf verzichten wir darauf.

Kollamkunnel: Ja, unter Einhaltung der AHA-Regelung.

Darf gesungen werden?

Hruby: Nein.

Kollamkunnel: Ja, mit Maske.

Sind weitere Aktionen außerhalb der Gottesdienste geplant?

Hruby: Keine. Die Aktion "Lebendiger Adventskalender" wurde abgesagt, außerdem die Adventstage im Haus Bittenhalde.

Kollamkunnel: Gebetshefte für zuhause haben wir in den Kirchen und auf unserer Homepage. In Geislingen gibt es weihnachtliche Musik in der Kirche den ganzen Tag und eine große Weihnachtskrippe hinter der Kirche in Erlaheim. Wir haben auch die Aktion "Friedenslicht aus Bethlehem" in allen Kirchengemeinden, und alle Senioren in Erlaheim bekommen persönlich einen Weihnachtsgruß.

Was geben Sie als Seelsorger den Christen in Ihren Gemeinden für den Advent und die Weihnachtszeit auf den Weg?

Hruby: Schauen Sie auf die vielen Lichter in der Adventszeit. Sie erinnern an das Licht der Welt, an Jesus. Seine Geburt feiern wir am Christfest. Das göttliche Licht ist stärker als die finstere Welt. Die Finsternis kann das Licht nicht auslöschen. Das Licht geht als Sieger hervor. Verbinden Sie sich mit diesem Licht. Setzen Sie Ihr Vertrauen ganz auf Jesus Christus. Er ist der beste Begleiter in diesen notvollen Zeiten.

Kollamkunnel: Der Advent ist eine Zeit der Hoffnung. Wir haben die Hoffnung, dass alles besser wird. Gott wird uns nie alleinlassen, auch nicht in den schwierigen Situationen, wenn wir ihn am meisten brauchen. Gott ist da, nicht nur dann, wenn es uns gut geht, wenn alles okay ist, sondern auch, wenn es uns schlecht geht, wenn wir leiden und wenn wir traurig sind. Ich wünsche mir für unsere Gemeinden, dass das Alltagsleben im neuen Jahr langsam einkehrt. Mehr Leben. Mehr Gemeinschaft und ein gutes friedliches Miteinander. Ein 3G – gesegnetes, gesundes und glückliches – Jahr 2022.