Bis zum Dreikönigstag können Gäste beim Basler Rathaus ihre Wünsche ins Wunschbuch schreiben.
Es sind berührende Worte, die auf einer der vielen Seiten des Basler Wunschbuchs geschrieben stehen: „Hi, allerliebster Schatz. Ich vermisse dich so sehr. Wo bist du? Hoffentlich an einem schönen Ort, und ich hoffe, dass du auf mich wartest. Ich habe dich so lieb, deine Julia.“
Im Hof des Basler Rathauses herrscht wenige Tage vor Heiligabend reges Treiben. Einheimische, Touristen, Kinder und Senioren – viele bewundern den schönen Weihnachtsbaum, blättern im Wunschbuch und halten ihre Gedanken auf Papier fest. So auch die Zwillinge Matthew und Samantha mit ihren Eltern Alex und Alma. „Wir wünschen allen frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr“, sagt Vater Alex, der mit seiner Familie für einen Urlaub in der Schweiz aus Kanada angereist ist. „Und natürlich Gesundheit“, fügt er an.
Das wünschen sich auch Gäste aus Australien. „Heute in Basel, dann weiter nach Straßburg, um den berühmten Weihnachtsmarkt zu erleben“, freut sich Rachel auf einen Höhepunkt ihrer Europareise. „Denn dafür sind wir eigens so weit geflogen.“
Rund 800 Seiten sind schnell vollgeschrieben
Die knapp 800 Seiten des Wunschbuchs sind schon wenige Tage vor Weihnachten vollgekritzelt mit Herzen, Zeichnungen, Grußbotschaften und Wünschen in allen möglichen Sprachen. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, kann sich ein Bild davon machen, was die Menschen derzeit bewegt: „Kein Krieg mehr in Russland, die wollen auch Frieden“, heißt es. „Liebe, Glück, Frieden für alle“, lautet eine weitere Botschaft. Daneben: „Inshallah bestehe ich meine Realschule mit guten Noten.“ Und zur Belohnung soll es bitte ein nagelneues iPhone geben, schreibt der Autor in blauem Filzstift, während sich ein anderer Wunsch um eine erfolgreiche berufliche Karriere dreht. Was nicht fehlt: zahlreiche Bekundungen, dass man in Basel gewesen ist, mit Datum und Uhrzeit.
Wunschbaum auf dem Rümmelinsplatz
Das öffentliche Basler Wunschbuch liegt noch bis zum Dreikönigstag auf einem breiten Holztisch im Hof des Rathauses. Danach wandert es ins Staatsarchiv, wo seine Vorgänger aus den vergangenen Jahren bereits auf das neue Exemplar warten. Jedes Jahr bringen Bevölkerung und Touristen rund 20 000 Wünsche aufs Papier.
Nur von kurzer Haltbarkeit sind die vielen Papierzettel, die den Wunschbaum auf dem Rümmelinsplatz schmücken. Platz ist nur noch an den oberen Ästen. Aufgestellt wird der Baum seit dem Jahr 2014 vom Verein Instandbelebung Rümelinsplatz – zur Freude von Einheimischen, Touristen und Gästen, die ihre Weihnachtswünsche auf einen Zettel schreiben und diesen an den Tannenzweigen befestigen. „Das ist eine wunderschöne Tradition“, freut sich Laura Guerrero. Die pensionierte Lehrerin stammt aus Argentinien. „In meiner Heimat gibt es so etwas nicht. Ich bin begeistert, dass man die Wünsche hier sammelt. Hoffentlich gehen sie in Erfüllung.“