Schon seit Jahren werden auch in Haslach Päckchen für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“gesammelt. Hier ist ein Bild aus einem früheren Jahr zu sehen. Foto: privat

Auch in diesem Jahr packen unzählige Menschen in verschiedenen Ländern Päckchen für bedürftige Kinder. Die Aktion gibt es auch im Kinzigtal. Die Haslacherin Silke Maier ist schon seit Jahren dabei.

„Es ist immer ein schönes Erlebnis“, berichtet Silke Maier im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie organisiert „Weihnachten im Schuhkarton“ in Haslach. Das Prinzip ist einfach. Wer bedürftigen Kindern eine Freude zu Weihnachten machen möchte, packt Geschenke in einen Schuhkarton, darf diesen auch hübsch verpacken und bringt das Geschenk zu Maier. Sie nimmt die verpackten Kartons an und organisiert den Weitertransport. Zunächst nach Lahr, von dort aus über Berlin ins Ausland. Georgien, Ukraine, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Slowakei, Kroatien, Litauen, Lettland, Estland, Belarus und Ungarn stehen auf der Liste.

 

Weihnachten im Schuhkarton“ gibt es bereits seit Anfang der neunziger Jahre. Die evangelikale Hilfsorganisation „die Barmherzigen Samariter“ mit Sitz in den USA ist die Dachorganisation. Die Idee hat sich immer weiter verbreitet, unter anderem nach Deutschland. Auch Maier ist schon lange dabei. Wie lange genau, da ist sie sich gar nicht mehr so sicher. „15 Jahre sind es schon mindestens“, erzählt Maier.

Wer einen Schuhkarton verpacken möchte, kann diesen anschließend bei Maier in Haslach, In der Frühmess 13, abgeben.

Schon vorab sind viele Geschenke eingetroffen

Die offizielle Annahme läuft vom 11. November bis zum 18. November. Von 9 bis 18 Uhr nimmt Maier die Geschenke an. „Es ist wichtig, dass ich auch für Werktätige erreichbar bin“, erklärt sie.

Die Beteiligung an der Aktion ist inzwischen deutlich größer als bei ihrem Start in Haslach, berichtet Maier. „Es wurde richtig gepusht“, freut sie sich. Nur in den letzten Jahren war die Beteiligung etwas geringer ausgefallen. Die Gründe seien unklar, möglicherweise würden die Menschen mehr sparen, so Maier. Der Start in diesem Jahr ist allerdings schon vor dem offiziellen Beginn gelungen. „Etwa 60 Päckchen habe ich schon angenommen“, freut sich Maier. Viele, die schon seit Jahren dabei sind, hätten ihre Geschenke schon vorab übergeben, erklärt die Haslacherin.

Die Geschenke richten sich an Kinder zwischen zwei und 14 Jahren. Es wird in verschiedenen Kategorien unterschieden. Die Altersgruppen zwei bis vier, fünf bis neun und zehn bis 14. Die Dachorganisation erklärt auf ihrer Internetseite unter www.die-samariter.org, das häufig weniger Geschenke für Jungen zwischen zehn und 14 eintreffen.

Maier machte diese Erfahrung auch in Haslach. „Ich habe das Gefühl, das Ältere etwas untergehen“, erzählt sie. Es gebe oft mehr Geschenkideen für Jüngere, vermutet sie. In diesem Jahr gehe Haslach aber gegen den Trend. Ein großer Anteil der vorab eingereichten Kartons sei genau für diese Gruppe gedacht, freut sich Maier.

Die Geschenke kommen von unterschiedlichen Gruppen. „Viele junge Mütter sind dabei“, so Maier. Sie selbst sei auf „Weihnachten im Schuhkarton“ gekommen, als sie ihren Sohn bekam. Von da an verpackte sie selbst Geschenke für benachteiligte Kinder. Das gemeinsame einpacken gehört für die Familie seither fest zum Jahresverlauf dazu.

Viele junge Mütter unterstützen die Aktion

Ihre Familie wird dann auch in der kommenden Woche unterstützen, erklärt Maier. Die vielen Boxen finden zunächst in ihrer Garage Platz. Nach dem 18. November werden die Weihnachtsgeschenke in einen Transporter verladen und nach Lahr gefahren. Dort werden sie mit Kartons von weiteren Sammelstellen der Region schließlich nach Berlin gebracht. Hier ist die deutsche Zentrale der Initiative. Aus der Hauptstadt hinaus geht es dann schließlich in die Länder der Kinder.

Da nicht jeder Karton ähnlich viel enthält, sammeln die Ehrenamtlichen auch „Zupackmaterial“. Das können etwa gestrickte Handschuhe und Ähnliches sein. „Viele ältere Frauen liefern uns seit Jahren ganze Kisten davon“, freut sich Maier. Mit den gestrickten Sachen werden dann Kartons mit weniger Inhalt aufgefüllt.

Weitere Teilnehmer in der Region

Die Aktion hat sich in Deutschland weit verbreitet. Auch in unserer Region gibt es weitere Annahmestellen für die mit Geschenken gefüllten Schuhkartons. So gibt es etwa eine Abgabestelle in Hornberg, der Stadt Lahr, Schonach oder Freiamt. Sämtliche Abgabestellen in der Umgebung kann man sich durch das eingeben der Postleitzahl auf der Internetseite von „Weihnachten im Schuhkarton“ anzeigen lassen. Die Gemeinde Hofstetten plant eine ähnliche Aktion. Sie plant, Pakete mit Geschenken an Waisenkinder in der ukrainische Partnergemeinde Trostjanez zu schicken. Dort habe die Zahl der Kriegswaisen im Verlaufe des russischen Angriffskrieges zugenommen. Bis zu 270 Kinder zwischen ein und 16 Jahren leben laut dem Aufruf der Gemeinde Hofstetten in dem Waisenhaus. „Wir sind der Ansicht, dass wir – mit überschaubarem Aufwand – diesen Kindern zu Weihnachten eine Freude machen können“, so die Mitteilung der Gemeinde. Die Kartons können bis Freitag, 29. November, im Bürgerbüro des Rathauses Hofstetten abgegeben werden. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite der Gemeinde.