Apothekerin Ursula Henghuber, Pfarrer Christoph Gruber (Mitte) und Georg Neumann, Vorsitzender der Evangelischen Kirchengemeinde Empfingen, freuen sich über viele Pakete für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton. Foto: Evangelische Kirchengemeinde

156 Pakete sind für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton in Empfingen abgegeben worden. Sie werden nun nach Osteuropa transportiert und dort an Kinder aus bedürftigen Familien weitergegeben.

Empfingen - Als am Montagabend um 18 Uhr in der Spitzweg-Apotheke in Empfingen die Päckchen für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton gezählt wurden, war die Freude besonders groß. "Ich hatte am Anfang der Woche noch ganz große Sorgen, weil es da noch so wenig waren", beschreibt Apothekerin Ursula Henghuber ihre Befürchtungen. Aber am Samstag und Montag kamen dann die Päckchen, von der Anzahl her ähnlich wie im Vorjahr. Und so trägt man nun einen um den andern Stapel bunter Päckchen aus der Apotheke. Georg Neumann, Vorsitzender der Evangelischen Kirchengemeinde Empfingen, und Pfarrer Christoph Gruber verstauen die Pakete in ihre Autos. 156 Geschenke der Hoffnung sind es am Ende. "Ich habe sehr gerne wieder eine Sammelstelle in der Apotheke gemacht", betont die Apothekerin überzeugt von der Aktion Weihnachten im Schuhkarton. Mit dem kleinen Raum gleich am Eingang ist das auch unter Coronagesichtspunkten sehr gut möglich.

Zentrale Sammelstelle in Haigerloch

Die bunten, liebevoll verpackten Geschenke werden noch am selben Abend nach Stetten bei Haigerloch gebracht. Familie Herrmann organisiert dort eine Art zentrale Sammelstelle, wo alles nochmals kontrolliert wird. Eine Spedition holt wenige Tage später alles ab und fährt zum zentralen Lager in Berlin. Die Päckchen aus der Apotheke sind übrigens aus vielen verschiedenen Orten. Aus Mühlheim und Renfrizhausen kamen zum Beispiel 35 Pakete, viele davon vom Kindergarten in Renfrizhausen. Und auch die Grundschule in Fischingen hat kräftig gepackt und 19 bunt beklebte Schuhkartons in der Spitzweg-Apotheke abgestellt. Natürlich sind auch sehr viele Geschenke aus Empfingen, Wiesenstetten oder Dommelsberg dabei. Auch die Pfadfinder Kings Scouts waren wieder Päckchenpacker. "Wir haben das ebenfalls in der Grundschule im Religionsunterricht zum Thema gemacht", erklärt Pfarrer Gruber. Da die Aktion schon seit vielen Jahren angeboten werde, hätten aber viele Kinder sich schon richtig gut ausgekannt. Und einige Kinder hätten nach den Herbstferien begeistert berichtet, wie sie die Päckchen zuhause zusammengestellt haben.

Beteiligung auf Vorjahresniveau

Immer wieder haben auch Menschen aus der Umgebung angerufen und sich erkundigt, wo man Päckchen abgeben kann, erzählt Gruber. Umso mehr freut sich am späteren Abend Edeltraud Hermann in Stetten über viele neue Päckchen, die Georg Neumann und Pfarrer Gruber dort anliefern. Sie strahlt, auch wenn das nochmals viel Arbeit für sie und ihr Team bedeutet, bis alles sortiert und verladen ist. Seit 21 Jahren macht sie diese Kontrolle und Weiterleitung der Päckchen. "Das sind zwei Wochen im Jahr, die wir als Familie gerne investieren. Wir haben viele Helfer. Und wenn ich jetzt all die vielen Päckchen sehen, dann glaube ich, sind wir auf dem Niveau vom letzten Jahr", sagt sie glücklich und betont gleichzeitig: "Jedes einzelne Kind zählt". So machen sich die 156 Pakete nun auf den Weg. Damit sie auch in diesem Jahr rechtzeitig zu Weihnachten bei den Kindern ankommen werden. Neumann und Gruber sind sich einig: "Es ist wichtig, bei Weihnachten im Schuhkarton mitzumachen und das Ergebnis zeigt, dass ganz viele Mitbürgerinnen und Mitbürger das genau so sehen, mitpacken, spenden und so ein klein wenig Liebe weiterschenken."

Weihnachten im Schuhkarton

Weihnachten im Schuhkarton ist eine Geschenkaktion des Vereins "Samaritan’s Purse – Die barmherzigen Samariter" mit Sitz in Berlin. International ist die Aktion unter dem Namen "Operation Christmas Child" bekannt. Seit 1993 wurden weltweit bereits über 186 Millionen Kinder in mehr als 150 Ländern erreicht. Die Schuhkartons werden in osteuropäische Länder wie Belarus, Bulgarien, Lettland, Litauen, Moldawien, Polen und Rumänien transportiert und dort an bedürftige Kinder überreicht.