Im nächsten Jahr soll es gerne noch mehr Buden mit Kunsthandwerk geben. Foto: Gabriele Hauger

Im Großen und Ganzen positiv fällt die Bilanz des diesjährigen Lörracher Weihnachtsmarkt aus. Lars Frick setzt auf Konsolidierung – und hat weitere Pläne.

Holzlatten werden auf Anhänger geladen, nach und nach wird eine Bude nach der anderen zerlegt und in Teilen abgefahren: Der Lörracher Weihnachtsmarkt ging am Sonntag zu Ende. Jetzt wird aufgeräumt.

 

Grundsätzlich positiv sei es dieses Jahr verlaufen, bilanziert Lars Frick, Fachbereichsleiter Kultur, gegenüber unserer Redaktion. Die Zeichen sieht er in puncto Markt derzeit zunächst auf Konsolidierungskurs. Schließlich stand der Weihnachtsmarkt in den vergangenen Jahren durchaus in der Kritik. Neuerungen wie 2023 eine Ausweitung auf den Hebelpark scheiterten.

Keine Experimente

Solche Experimente sind derzeit laut Frick nicht in Planung. „Wir haben unsere Lehren daraus gezogen.“ Vielmehr möchte er das nun erreichte Niveau zunächst etablieren und dann auch gerne Verbesserungen am Konzept vornehmen. Dabei schwebt ihm vor allem ein größeres Angebot an individueller Handwerkskunst vor. Dies soll über eine Staffelung der Mietgebühren für die Stände gesteuert werden. Gastro-Anbieter gebe es genug, diese sollen künftig mehr zahlen, für Handwerkskunst sollen die Mieten gleich bleiben. „Im Vorfeld haben sich noch viel mehr Gastronomen beworben, wir hätten mindestens zehn mehr haben können.“ Mehr als beim jetzigen Weihnachtsmarkt seien indes gar nicht drin, wie er ausführt, da deren Buden den meisten Strom verbrauchten und die Kapazitäten diesbezüglich auf dem Marktplatz begrenzt seien; auch Zu- und Abwasser würden sonst zum Problem.

Kapazitäten begrenzt

Gegessen wird immer

„Gegessen wird halt immer“, weiß er. Darum war selbst am ersten verregneten Samstag gerade an den Essensständen reger Betrieb. Trotzdem soll der Lörracher Weihnachtsmarkt keine reine Fressmeile werden.

Insgesamt sei das Wetter zum Glück trocken gewesen, fast das wichtigste für einen Geschäftserfolg.

Die Kritik

Natürlich gebe es auch Kritik. So werde immer wieder das Fehlen der früheren Weihnachtsstraße beklagt. „Viele verklären das total“, schüttelt er den Kopf. Die Buden hätten sich lediglich vier Tage lang die Tumringerstraße entlang präsentiert, direkt vor den Geschäften. Danach standen sie leer – unschön, wie Frick findet. „Wenn Hütten da sind, müssen sie auch belebt sein.“ Vorzeitig abgebaut wurden sie aus organisatorischen und finanziellen Gründen nicht. „Für die Anrainer war das ein Riesenärgernis. Ihre Schaufenster waren zwei Wochen lang zugestellt.“

Der Alte Markt ist und bleibt laut Frick der beste Standort für den Weihnachtsmarkt. Foto: Gabriele Hauger

Für Frick ist klar: „Es hat sich gezeigt: Der Alte Markt ist für den Lörracher Weihnachtsmarkt das A und O.“ Hier sei das pulsierende Leben. Dies vielleicht auch mit einem Seitenblick auf die Premiere des erstmalig stattfindenden zweiten Weihnachtsmarkts bei der St. Boniatiuskirche.

„Die Innenstadt soll durch den Weihnachtsmarkt belebt werden“, so das Konzept. Schließlich investiere die Stadt auch ordentlich.

Gerne mehr Musik

Belebt worden sei die Atmosphäre auch sehr durch die fast täglich stattfindenden musikalischen Auftritte: ob die ASG-Schüler zum Auftakt oder das Orchester vom Zollamt. Letztere hätten sogar ein richtiges Blaskonzert gegeben und tolle Stimmung auf dem vollen Platz geboten, so Frick. Davon will er künftig gerne mehr. „Chöre oder die Stadtmusik – sie sind alle willkommen.“ Denn gerade Musik mache die weihnachtliche Atmosphäre des Markts aus.

Dieses Jahr war er froh, personell auf eine feste Größe setzen zu können: Paola Meida übernahm die Organisation, hatte aber im Hintergrund mit der Regio-Messe in Gestalt von Thomas Platzer Unterstützung. „Das hat die Planung deutlich erleichtert.“

Positiv zudem: Bedenken über eine potenzielle Gefahrenlage auf dem Lörracher Weihnachtsmarkt habe es seinem Empfinden nach nicht gegeben.