Es geht um echte Emotionen und ganz viel Inklusion: Magdalene Kohl-Strobel besucht die Hechinger Weiherschule jede Woche als Schulclownin Malu. Wie geht sie mit den Kindern und ihren Beeinträchtigungen um und wie kommuniziert sie mit ihnen?
Sie trägt verschiedenfarbige Socken und Schuhe, bunte Hosenträger und eine rote Clownsnase: Magdalene Kohl-Strobel ist Schulclownin an der Hechinger Weiherschule. Einmal in der Woche besucht sie als „Malu“ von Truemoments die Schülerinnen und Schüler, um Freude und Leichtigkeit in deren Alltag zu tragen.
Malu ist eine Freundin für die Schüler
Mal ist sie 11, mal 16 und ab und an auch mal 120 – auf jeden Fall ist sie jedoch eine Freundin für die Kinder. Es gebe nicht die eine Clownsrolle, wie Magdalene Kohl-Strobel berichtet. Stattdessen begegne sie jedem Kind anders und mit allem, „was Freundschaft so bedeutet“. Dadurch erreiche sie auch viele Schüler, zu denen Lehrer oder Sozialpädagogen nur schwer Kontakt aufnehmen können.
Die Kinder so annehmen, wie sie sind
Bei alledem gehe es allerdings nicht nur um Friede, Freude, Eierkuchen, sondern um echte Emotionen und Authentizität: Wenn einem Kind etwas nicht passt oder Malu sich wehtut, dann zeigt sie das auch – ohne viele Worte, aber mit Mimik, Geräuschen und Gesten. So klappt Verständigung auch mit denjenigen Schülern, die Einschränkungen in der lautsprachlichen Kommunikation haben.
„Der Schulclown kann durch einen kleinen Moment etwas aufbrechen“, sagt Kohl-Strobel. Sie sei kein Zirkusclown, sondern jemand, der die Kinder unterstütze und sie so annehme, wie sie eben seien. „Das Kind spielt die Hauptrolle, nicht ich“, betont die ausgebildete Gesundheitsclownin.
Die Clownsrolle schützt vor traurigen Erlebnissen
Immer an Malus Seite: ihr Kuscheltier-Schaf Susi. Auch Susi hilft Malu dabei, mit den Kindern eine Verbindung einzugehen. Zuweilen werde Susi von einem der Schüler entführt, doch sie finde stets zu ihr zurück, wie Kohl-Strobel in ihrer Clownsrolle erzählt.
Doch trotz der unzähligen schönen Erlebnisse und der Begeisterung der Schüler, die Malu entgegenschlägt, ist es „natürlich nicht immer nur schön“. Die Rolle als Clown Malu schütze indes auch, erzählt Magdalene Kohl-Strobel. So sei es ihr möglich, ohne Mitleid auf die Schüler der Weiherschule zuzugehen: „Hinter jedem Kind steckt etwas sehr Wertvolles, das man hervorholen kann“, sagt Kohl-Strobel. Und das sei es eben, weswegen sie die Schule stets erfüllt und positiv gestimmt verlässt.
„Es sollte in jeder Schule einen Schulclown geben“
Besondere Freude bereite es Kohl-Strobel, wenn sie Kinder erreicht, die bisher sehr verschlossen waren. Oft wirkt Malu dann als Ausgleich: Manch ein zurückgezogenes Kind wird in ihrer Gegenwart mutig, aufgedrehte Kinder zuweilen ganz ruhig. Es geht also auch um Emotionsregulierung bei den Schulclowns von Truemoments.
Die Jugendhilfeeinrichtung Truemoments besteht seit fünf Jahren und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen zu einem Wohlfühlort zu machen. Fast 20 Clowns nehmen an verschiedenen Grund- und weiterführenden Schulen sowie an Sonderpädagogischen Bildungs-und Beratungszentren am Schulleben teil und sorgen für mehr Inklusion.
Malu ist eine von ihnen und geht ihrer „Herzensaufgabe“ in der Weiherschule nach. Aber: „Es sollte in jeder Schule einen Schulclown geben“. Sie hoffe, dass der Wert der Schulclownerie erkannt und das Angebot vermehrt genutzt wird.