Im August musste der Weiher umgewälzt werden. Foto: Cools

Der Zustand des Hochmössinger Weihers treibt Naturschützer um. Die Stadt wehrt sich gegen die kürzlich erhobenen Vorwürfe.

Oberndorf - Bei einem Waldbrand im August musste die Feuerwehr Löschwasser aus dem Hochmössinger Weiher entnehmen. Dieser wurde dadurch in Mitleidenschaft gezogen und musste umgewälzt werden. Dabei wurde auch bekannt, dass ein Teil des Weihers noch vom Faulschlamm befreit werden muss, obwohl die Weiherrettung im vergangenen Jahr als abgeschlossen galt.

Überraschende Neuigkeit

"Wir sind davon ausgegangen, dass die Maßnahme beendet wurde. Wir sind überrascht, dass es einen Bereich gibt, in dem man nun doch noch etwas tun muss", merkte Ruth Hunds (SPD) in der jüngsten Sitzung des Technikausschusses an.

Romy Bloß vom Bauamt gab an, dass die Verwaltung sich diesem Thema noch nicht angenommen habe und man daher nicht einschätzen könne, ob noch tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Vorwürfe erhoben

Die Verwaltung nutzte die Gelegenheit, um noch auf die Vorwürfe, die Ende August erhoben wurden, einzugehen. Der ehemalige Hochmössinger Ortschaftsrat Reinhold Weisser warf der Stadt vor, dass diese den Weiher der Natur überlassen wollte, als Bürger sich für dessen Rettung eingesetzt hatten.

Dies wies die Verwaltung nun von sich. Die Stadt habe sich eingebracht, Geld investiert, Gespräche geführt und Arbeit in die Rettung des Weihers gesteckt, erklärte der erste Beigeordnete Lothar Kopf. Doch nun komme man so weg, als wenn man nichts getan hätte, fügte er hinzu.

Die Stadt sei grundsätzlich gesprächsbereit, meinte Bürgermeister Hermann Acker. Doch durch solche Vorfälle werde die Zusammenarbeit letztlich erschwert.

Langfristige Lösung?

Die Hochmössinger Ortsvorsteherin Sabine Jaud informierte noch über den Zustand des Weihers. Bei der Rettungsaktion wurde dieser tatsächlich nicht vollständig ausgebaggert. Es sei nicht möglich gewesen aus allen Bereichen den Faulschlamm zu entfernen.

Eine solarbetriebene Regenerationsanlage konnte eine langfristige Lösung darstellen. Die Kosten hierfür würden wohl bei etwa 23 000 Euro liegen. Den See alle paar Jahre auszubaggern belaste aber ebenfalls die Stadtkasse. Es wäre daher wohl auch aus wirtschaftlicher Sicht eine Überlegung Wert. "Bei den Löscharbeiten hat sich jedenfalls wieder gezeigt, wie wichtig dieser Weiher ist", so die Ortsvorsteherin.