Der Biber lässt durch seine Baumaßnahmen den Pegel im Weiher sinken, was beim Angelverein freilich nicht gut ankommt. Im Gemeinderat wurde nun Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Zudem sind weitere Ökokontomaßnahmen geplant.
In der Gemeinderatsitzung stellten Felix Broß und Jochen Gresch vom Planungsbüro Bresch Henne Mühlinghaus mögliche neue Ökokontomaßnahmen im Gewann Möslewiesen vor.
Ortsbaumeister Patrick Lutz berichtete, dass das Ökokonto der Gemeinde Brigachtal aktuell einen Kontostand von 7 096 189 Ökopunkten, verteilt auf alle drei Gemarkungen besitzt. Um weitere Ökokontomaßnahmen im Gewann Möslewiesen im Ortsteil Überauchen zu finden, gab es mehrere Termine an dem Weiher, der an den örtlichen Angelverein verpachtet ist.
Diese Termine waren notwendig, da der dort ansässige Biber vor allem im Sommer dem Weiher das Wasser abgegraben hat. Deshalb versuchten das Landratsamt, der Biberbeauftragte des Schwarzwald-Baar-Kreises, der Angelverein und die Verwaltung der Gemeinde Brigachtal vor Ort, eine Lösung zu finden.
Biber lässt Pegel des Weihers sinken
Durch die Baumaßnahmen des Bibers war der Pegel im Weiher gesunken, was den Fischen nicht guttat.
Marco Kauschwitz vertrat den Angelverein und erläuterte, dass der Biber durch seine Arbeiten nicht nur Wasser vom Weiher abgezweigt habe, sondern es entlang des Weihers hohle Flächen (Tunnelsystem des Bibers) gebe, was nicht ungefährlich sei.
Bürgermeister Michael Schmitt erklärte, alle Maßnahmen würde der Biber als Herausforderung sehen und noch mehr bauen. Die Gemeinde könne es sich nicht leisten, den Weiher aufrecht zu erhalten – andererseits sollte dem Angelsportverein geholfen werden, wenn er gewisse Arbeiten vornehmen will.
Verein hofft auf 90 Prozent Förderung
Kauschwitz stellte die Möglichkeit einer Eigentumsübertragung vor, dann könnte der Verein eventuell 90 Prozent Förderung erhalten. „Dort hatten wir früher eine Fischzucht, da hängen viele Emotionen dran. Das durch den Biber verursachte Fischsterben ist sehr schmerzlich. Ich hoffe, dass eine gute Lösung gefunden wird“.
Markus Rist meinte, da habe man sehr gute landwirtschaftliche Flächen, er möchte davor warnen, zu sehr vorzupreschen. Josef Vogt betonte, dass der Biber noch geschützt sei, man sollte einen Kompromiss finden: „Ein Revier für den Biber, und einen Platz wo er nicht zu sein hat. Wir sollten aufpassen, dass Bürger, die ihr Herzblut hier eingebracht haben, nicht die Lust daran verlieren“, so Vogt.
Haftung bei Schäden
Jürgen Kaltenbach stellte die Frage in den Raum, wer hafte, wenn der Biber großen Schaden anrichte – die Biberbeauftragte sicher nicht. Patrick Lutz meinte, der Biber sei geschützt, da könne man nichts machen.
Es wurde beschlossen, dass man sich anschaue, was man machen müsse und was bewirtschaften dürfe. Bezüglich des Angelsportvereins müsse sich die Verwaltung überlegen, was getan werden könne.
Das Planungsbüro stellte zudem die Flächen im Oberried und am Bondelgraben, die für weitere Ökopunkte ideal wären, vor.