Diese Milch wird direkt verarbeitet – und das Ergebnis noch vor Ort verkauft. Der Nußbacher Unterhohnenhof verarbeitet den Großteil dessen, was seine Kühe produzieren, selbst.
15 Milchkühe grasen im Sommer zusammen mit einigen Jungtieren rund um den Nußbacher Unterhohnenhof: Jeden Morgen werden sie vom Hofgelände nach oben auf die Weide getrieben, bevor es gegen Abend, etwa um 16 Uhr, zurück geht – unter anderem zum Melken. Die Milch, welche die Tiere geben, kommt – zumindest teilweise – auch gleich vor Ort zum Einsatz: In der hauseigenen Käserei wird sie zu Käse verarbeitet und direkt verkauft.
„Es geht gar nicht anders“, sagt Manfred Fehrenbach vom Unterhohnenhof aus wirtschaftlicher Perspektive. Nur als reiner Milchlieferant könne man heute kaum mehr überleben. Er ist daher froh über das zweite Standbein, das es ermögliche, auch als Landwirt im Nebenerwerb noch etwas Geld zu verdienen.
Wenig verwunderlich ist es daher, dass die Zahl der Milcherzeuger auf Nußbacher Gemarkung in den vergangenen Jahren gefallen ist, wie Bernhard Kienzler, Vorsitzender des Ortsvereins Nußbach des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), weiß. Sieben seien es aktuell. Und während Rinder früher das Bild dominierten, finde man mittlerweile eine ganze Reihe anderer Weidetiere vor. Oder aber der Betrieb werde ganz eingestellt, merkt Fehrenbach an – gerade bei kleinen Höfen komme das häufig vor.
Der Unterhohnenhof, den es seit 1770 gibt, wird weiterhin bewirtschaftet. Zwölf Hektar Wald, viel davon in noch steilerer Hanglage als die topographisch auch schon anspruchsvollen Weiden, gehören dazu. Und fünf Mal pro Woche werde in der Käserei gearbeitet.
Großteil geht in die Käseproduktion
Am Sonntag komme zudem der Tanklaster und hole den Rest der Milch, der nicht zu Käse verarbeitet wird, ab, schildert Fehrenbach. Das ist allerdings ein geringer Anteil: Etwa 80 bis 90 Prozent der eigenen Milch verarbeite man direkt vor Ort zu Käse – eine aufwendige, aber lohnende Sache, wie Fehrenbach sagt.
Besonders wichtig ist für den Unterhohnenhof, dass die Qualität der Milch konstant stimmt. Das sei beim Käsen unerlässlich, betont Kienzler. Daher bekommen die Kühe zusätzlich zu dem, was sie auf der Weide abgrasen, auch Heu zu fressen. Dazu werden der erste und zweite Aufwuchs gemäht – danach, vor allem in den Herbstmonaten, sind nur noch die Tiere auf den Weiden unterwegs.
Sieben Monate auf der Weide
In den warmen Monaten verbringen diese allgemein viel Zeit im Freien, sagt Fehrenbach. Von April bis Mitte November, schätzt er, seien die Kühe tagsüber auf der Weide. Denn ob sie frisches Gras und Heu oder nur Heu fressen, spüre man bei der Käseproduktion sofort.
„Sieben Monate im Jahr will ich sie mindestens rauslassen“, sagt Fehrenbach – sofern das Wetter mitspielt. Denn bei zu viel Regen steigt das Risiko massiver Trittschäden – und große Hitze setze den Tieren stark zu. Dann gehe es schon mal auch mittags noch mal in den Stall.
Mini-Serie
Hofgeschichten
Berge, Täler und steile Hänge prägen die Landschaft rund um Nußbach – und sie bergen für Landwirte ganz besondere Herausforderungen. Weidetiere helfen ihnen, diese zu meistern – und bringen Besonderheiten mit sich. Eine Mini-Serie bietet exemplarisch einen Überblick. Diesmal geht es um Milchkühe, deren Milch in der hauseigenen Käserei eingesetzt wird.