Unter anderem in einem Produkt des Altburger Naturkosmetikherstellers Börlind wurden Phthalate gefunden. Diese Stoffe können gefährlich sein. Das sagen Börlind und das Bundesinstitut für Risikobewertung.
Eine Untersuchung im Auftrag des Umweltbundesamtes brachte es ans Licht: In zahlreichen Urinproben von Kindern wurde das Stoffwechselprodukt des größtenteils verbotenen Weichmachers Di-n-hexylphthalat (DnHexP) gefunden.
Das berichtete unlängst nicht zuletzt das ZDF-Wirtschafts- und Verbrauchermagazin Wiso. DnHexP werde demnach üblicherweise dafür verwendet, sprödes Plastik biegsam zu machen.
Schädliche Auswirkungen auf ungeborene Kinder
Der Weichmacher stehe in der EU allerdings auf der Liste der besonders besorgniserregenden Substanzen. DnHexP könne sowohl gefährlich für die Fortpflanzungsfähigkeit sein, als auch schädliche Auswirkungen auf ungeborene Kinder haben.
Da die Abbauprodukte im Urin saisonal – im Sommer – verstärkt gefunden worden seien, rückten Sonnencremes als mögliche Ursache in den Fokus.
15 Cremes im Labor getestet
Das ZDF-Magazin Wiso testete daraufhin 15 verschiedene Sonnencremes im Labor – und fand in drei davon Di-n-hexylphthalat. Darunter auch in einem Produkt des Altburger Naturkosmetikherstellers Börlind.
Auf Anfrage unserer Redaktion ließ das Unternehmen uns eine Stellungnahme zukommen. Börlind erklärt, dass Produkten keine Phthalate zugesetzt würden.
Im Austausch mit Behörden und Lieferanten
Allerdings werde der UVA-Filter DHHB verwendet. Dieser enthalte „technisch unvermeidbare Spuren von Di-n-hexylphthalate“. UVA-Filter schützen vor UVA-Strahlung der Sonne; diese ist vornehmlich für die Alterung der Haut verantwortlich.
Seit die Studie zu den DnHexP-Nachweisen im Urin veröffentlicht wurde, sei Börlind nun im Austausch mit Behörden und Lieferanten, „um die Spuren soweit wie technisch machbar zu reduzieren“.
„Als sicher im Gebrauch eingestuft“
Das betroffene Sonnenfluid entspreche indes aber schon jetzt – nach einer Prüfung durch externe Toxikologen – den Richtlinien der EU Kosmetikverordnung „und wurde als sicher im Gebrauch eingestuft“, steht weiter in der Stellungnahme zu lesen.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung komme „aufgrund verschiedener Modellrechnungen zur Sicherheitsbewertung von Sonnenschutz“ zum Schluss, dass die gemessene Phthalatbelastung in den Urinproben „kein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher beziehungsweise für Kinder darstellt“.
„Keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten“
Selbst „bei täglicher und lebenslanger Anwendung von Sonnencremes sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten“, unterstreicht das Unternehmen.
Die Börlind GmbH nehme „ihre Verantwortung als Naturkosmetikhersteller sehr ernst und verkauft nur Produkte, die den Regularien sowie den strengen Kriterien für Qualität, Sicherheit und Gesundheit gerecht werden“. Die Produkte blieben sicher und würden effektiv vor UV-Strahlung und Hautkrebs schützen.