Bei der Weiberfasnet in Beffendorf gab es königlichen Besuch. Foto: Stern

In Beffendorf warteten die weiblichen Gäste im festlich geschmückten Schloss Urbania zu Beffendorf auf die Ankunft ihres Königs – und hatten einiges zu erzählen.

Die Fanfaren erklangen, und zwei festlich gekleidete Lakaien trugen den König in einer goldgeschmückten Sänfte herein. Alle huldigten ihrem König, und nach einer würdigen Rede wurde zu höfischen Tänzen eingeladen. Danach wurde zu Tisch gebeten mit Kaffee, Gebäck und köstlichen Getränken. Die Tischmusik wurde unterbrochen durch fröhliche Schunkelrunden und Gesänge.

 

Zur Unterhaltung trat eine Gruppe gestresster Waschweiber mit alten Waschbrettern, Stampfer und Waschbottich vor den König und trug vor, was sie alles an Wäsche fein sauber zu waschen hatte.

Was hat sich im Schloss zugetragen?

Dann traten zwei Kammerzofen vor und tratschten, was sich so alles im Schloss zugetragen hatte. „Stell dir mal vor, die Gräfin Eugenie behauptet, sie gehört selbstverständlich zum Hochadel, sie sei schließlich mit Kaiserschnitt auf die Welt gekommen“, hieß es da etwa.

Zofe Annett berichtete, dass Graf Hubert zu seiner Gräfin sagte, sie seien pleite. Auf Huberts Rat, „Lerne du zu kochen, dann entlassen wir den Koch“, habe die Gräfin erwidert: „Lerne du wie man Liebe macht, dann entlassen wir den Chauffeur.“

Markenschnee auf dem Auto

Damit niemand etwas von der finanziellen Schieflage erahnt, ging es trotzdem in den Urlaub. Zu Hause angekommen, wurde dann einfach das Eis aus der Gefriertruhe auf dem Auto verteilt. Doch die Nachbarin hatte den Braten gerochen. Es könne sich eindeutig nur um Markenschnee handeln – „da steht noch Bofrost drauf“.

Als Nächstes trat der Hofmarschall mit dem König vor und verkündete, dass seine Hoheit eine Ehefrau suche. Es seien viele Bewerbungen eingegangen, drei hätten es in die engere Auswahl geschafft. Er wollte von ihnen wissen, was sie an Mitgift mitbringen, wie sie ein Fest organisieren und was sie dem König Gutes tun würden. Die Antworten der Kandidatinnen hatte der Hofmarschall aber gehörig durcheinander gebracht. So meinte etwa Kandidatin eins, dass sie die Mitgift unter den Gästen verteilen, mit ihnen kuscheln und nach einem anstrengenden Tage die Füße waschen würde.

Nachdem der König zwei Kandidatinnen aussortiert hatte – die eine sei ihm zu alt und die andere nicht schön genug – trat seine Auserwählte nach vorne. Als der König sah, dass es eine Hexe war, fiel er fast in Ohnmacht, musste sein Versprechen aber einhalten.

Zwischendurch machte die Schantlekapelle ihre Aufwartung mit Schunkelliedern und Partymusik. Die beiden Kammerzofen zeigten mit ihrem Gefolge eine umwerfende Hutmodenschau zum Staunen der Gäste. Die Hüte sahen entzückend aus. Zum Teil aus Körben, Blechbüchsen, Lampenschirmen, Kaffeehaube wurden anmutige, übergroße Teile zur Begutachtung gezeigt und zum Kauf angeboten.

Darauf traten fünf Könige aus Sachsen vor den König, um ihm zu huldigen. Mit Kronen und wertvollen Umhängen tanzten sie um den Herrscher. Und eine große Schantlegruppe hatte lustige Ortsbegebenheiten künstlerisch auf Leinwand dargestellt.

Als die königliche Schatzkammer geplündert wurde, konnten die Gäste durch Würfelspiele einige wertvolle Utensilien ergattern. Am Ende bedankte sich der König (Margit) bei seinem Gefolge für den gelungenen Weiberball im Schloss.