Neue Wohngemeinschaft, neue Stadt, neuer Job – was sieht die Koalition für junge Menschen vor, die oft im Umbruch leben? Foto: dpa/Christian Klose

CDU, CSU und SPD machen sich an die Arbeit. Was haben sie mit der jungen Generation vor? Ein Blick auf die Pläne für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Mit Friedrich Merz ist nun einer Bundeskanzler, der selbst Kinder hat. Olaf Scholz hat keine, seine Vorgängerin Angela Merkel auch nicht. Merz aber hat sogar Enkelkinder. Steht nun also ein Kanzler an der Spitze Deutschlands, der sich um junge Menschen sorgt? Ein Blick in die Pläne der Regierung.

 

Nichts weniger als „massive Investitionen“ in Kitas und Schulen hat die Koalition versprochen. Auf wie viel das hinausläuft, ist unklar. Bei den Kleinsten will die Regierung die frühkindliche Bildung stärken. Zum Beispiel sollen alle Vierjährigen einen Sprach- und Entwicklungstest machen und bei Bedarf vor dem Schuleintritt zusätzlich gefördert werden. Sprach- und Startchancen-Kitas will die Regierung zusätzlich stärken. Am Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule, der ab 2026 gelten soll, will die Koalition festhalten.

Außerdem sollen Studierende Bafög in Zukunft einfacher beantragen können – und mehr bekommen: Die Wohnkostenpauschale erhöht die Koalition zum Wintersemester 2026/27 einmalig auf 440 Euro pro Monat – bisher waren es 380 Euro. Dass das für die meisten (Groß-)Städte nicht ausreichen dürfte, wird von vielen Seiten kritisiert.

Wehrpflicht

Eine allgemeine Wehrpflicht, wie viele junge Leute sie befürchtet hatten, kommt erst mal nicht. Die Regierung will einen „attraktiven Wehrdienst, der zunächst auf Freiwilligkeit basiert“, ins Leben rufen. Dabei soll das schwedische Modell als Vorbild dienen. Dort müssen alle mit 18 Jahren einen Fragebogen ausfüllen. Basierend darauf lädt die Armee zur Musterung ein und sucht geeignete Kandidaten aus.

Arbeit

Viele Schüler und Studierende mit Nebenjobs dürften sich freuen, dass die Regierung 2026 einen Mindestlohn von 15 Euro anstrebt. Ganz sicher ist der aber noch nicht, zwischen CDU und SPD gab es darüber schon Unstimmigkeiten. Zunächst kommt es darauf an, wie die Mindestlohnkommission entscheidet.

Rente

Auch wenn die Rente für die junge Generation noch fern erscheint, von den Vorhaben der Koalition wird sie auch etwas haben: vor allem Kosten. Denn für die meisten Pläne braucht es Steuermittel.

Etwa, damit das Rentenniveau wie geplant bis 2031 bei 48 Prozent des Durchschnittseinkommens bleibt. Zusätzlich hat sich die Koalition eine Frühstartrente vorgenommen. Vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr zahlt der Staat für jedes Kind zehn Euro pro Monat in ein Altersvorsorgedepot. Danach kann jeder freiwillig weiter einzahlen. Wer die Regelaltersgrenze zum Renteneintritt erreicht hat, bekommt das Geld dann ausgezahlt.

Klimaschutz

Von der Klimakrise sind die Jungen besonders betroffen – sie sind es, die die Veränderung am stärksten erleben werden. Für sie ist gut, dass die Regierung zumindest an der Klimaneutralität bis 2045 festhält. Die Koalition setzt auf Innovation und den Emissionshandel, will aber auch erneuerbare Energien ausbauen. Außerdem wird die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes – auch als „Heizungsgesetz“ bekannt – neu aufgelegt.

Wohnen

Eine „WG-Garantie“ für Auszubildende und Studierende wird absehbar nicht kommen. Allerdings will die Regierung mehr in „Junges Wohnen“ investieren. Unter anderem möchte sie das genossenschaftliche Wohnen weiter fördern.

Verkehr

Das Deutschlandticket für 58 Euro pro Monat bleibt erst einmal bestehen – davon profitieren sicherlich auch viele junge Leute. Ab 2029 wird es voraussichtlich teurer. Zudem will die Regierung den Führerschein günstiger machen.

Eltern

Familien will die Regierung mit mehr Elterngeld unterstützen. Selbstständige sollen künftig auch Anspruch auf Mutterschutz haben. Besonders stärken will die Koalition außerdem Alleinerziehende: Wer keinen Unterhalt zahlt, soll härter bestraft werden können – zum Beispiel, indem er seinen Führerschein abgeben muss.

Sonstiges

Anders als teils erwartet wurde, hat die Regierung die Teillegalisierung von Cannabis nicht zurückgenommen. Sie will sie im Herbst 2025 evaluieren. Bei der Gesundheit legt die Regierung einen Fokus auf die mentale Gesundheit von jungen Leuten. Außerdem prüft sie, ob Menschen ab 16 Jahren an Bundestagswahlen teilnehmen können sollten.