Alles andere als einfach sei die Herbstübung der Feuerwehr Schwanau in Wittenweier gewesen. Herausfordernd sei die Lage, die enge Bebauung und die Brennkammer mit Alkohol gewesen. Foto: Lehmann

Eine Herbstabschlussübung mit herausfordernder Lagebeschreibung liegt hinter der Feuerwehr Schwanau. Vom Kreisbrandmeister gab es Lob, er regte aber auch an, aus gewohnten Mustern auszubrechen.

Wittenweier - Eine enge Bebauung, die Tierhaltung und eine Brennkammer sowie schwerverletzte Personen forderten nicht nur die Einsatzkräfte von Schwanau bei ihrer Herbstübung. Im Vorfeld trafen sich einige Übungsbeobachter und Kommandant Bernd Leppert vor Ort, um etwas über die Übungsannahme zu erfahren. So biete das Grundstück einige Tücken – die Brennkammer mit Alkohol und auch die enge Bebauung des Grundstücks. Auch die umliegenden Gebäude müssten gesichert und die Personen gerettet werden.

Bei der Übung ertönte in der Ferne, am Übungsort kaum hörbar, die Sirene. Derzeit werde, aufgrund der Alarmierung per Melder oder App, die Sirene nur manuell geschalten. Sowohl Hörbarkeit als auch die Möglichkeit der zentralen Schaltung soll sich auch in Schwanau bald ändern. Gerade im Hinblick auf den Katastrophenschutz sei dies wichtig.

Laut Übungsannahme war es bei der Anfeuerung des Brennkessels zu einem Brand gekommen. Der Brand waus Rurde mittels Pulverlöscher versucht, zu löschen, dabei zog sich die Person schwere Brandverletzungen zu. Aufgrund des vielen trockenen Holzes, breite sich das Feuer schnell aus.

Es gab Verstärkung aus Rust, Meißenheim und vom Führungstrupp Rhein-Süd

Neben den Kameraden der Feuerwehr Schwanau waren die Drehleiter aus Rust, der Führungstrupp Rhein-Süd wie auch der DRK-Ortsverein Meißenheim-Schwanau im Einsatz. Letztere kümmerten sich um die Erstversorgung der verletzten Personen und betreute diese außerhalb des Gefahrenbereichs. Auch im Einsatz war der neue Gerätewagen der Feuerwehr-Abteilung Ottenheim. Bei der Übung waren neben 43 Feuerwehrangehörigen, fünf Mitglieder des Führungstrupps, sieben Helfer des DRK, Kreisbrandmeister Thomas Happersberger und auch zwei Vertreter der Polizei vor Ort.

Routiniert legten die Feuerwehrangehörigen Hand an und kümmerten sich um die Löschwasserversorgung sowie die Menschenrettung. "Die Übung war saugut vorbereitet", betonte Kreisbrandmeister Happersberger in der Nachbesprechung. Die Lage sei besonders herausfordernd gewesen, was für die Führungskräfte besonders unschön zu meistern sei. Die Leiter zur Rettung der Verletzten sei schnell gestanden, ebenso die Wasserversorgung aufgebaut. Er regte jedoch an, lageabhängig aus gewohnten Mustern auszubrechen und sah an der ein oder anderen Stelle etwas Optimierungsbedarf. "Wir müssen ans Operative rangehen", so Happersberger. "Wir machen eine Übung aber auch nicht, damit es gut aussieht, sondern damit sie effektiv ist", betonte der Kreisbrandmeister. So sei dies eine gelungene Übung.

Beengte Verhältnisse erschwerten "Rettung"

Leppert betonte, dass sich die gute Ausbildung der Feuerwehrmänner bemerkbar gemacht habe, sich aber auch zeigt, dass die Wehr am Punkt Ausbildung weiter dran bleibt. Er sprach ein großes Lob an alle Beteiligten aus – im internen Kreis soll über Details der herausfordernden Übungsannahme beraten werden.

Dirk Weber, Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsverbands, dankte für die gute Zusammenarbeit. Die beengten Verhältnisse und die Schläuche erschwerten den Helfern die Rettung der bewusstlosen Person. Auch müsse die Platzierung der geretteten Personen bei einer derartigen Lage unter die Lupe genommen werden.

Lob von Bürgermeister und Kreisbrandmeister

Der Dank des Bürgermeisters Marco Gutmann galt seiner einsatzstarken Feuerwehr. Er lobte die gute Zusammenarbeit, auch mit den anderen Einsatzkräften, und hob besonders die interkommunale Zusammenarbeit hervor. In der kommenden Zeit stünde der Feuerwehrbedarfsplan auf der Agenda, um für die Zukunft der Wehr gut aufgestellt zu sein. Den Abschluss seiner Worte bildete der Dank für den selbstlosen Einsatz zum Wohl der Allgemeinheit.

Bürgermeister bekommt Ausrüstung

Bei der Nachbesprechung wurde der Bürgermeister als Oberhaupt der Gemeinde und der Feuerwehr entsprechend ausgestattet. Kommandant Bernd Leppert und Jochen Holderer von der Einsatzabteilung Süd überreichten Marco Gutmann einen Meldeempfänger, eine Einsatzjacke und einen Helm. Mit dem Meldeempfänger sei Gutmann im Ernstfall informiert. "Damit unser Bürgermeister im Einsatzfall vor Ort erkannt wird, erhält der Helm die Aufschrift BGM Gutmann M.", so Gesamtwehrkommandant Bernd Leppert.