Hermann Flaig und Bärbel Flaig begeisterten mit ihrem humorvollen Spiel über die Jahre viele Stücke des Käppeletheater Villingendorf und werden jetzt von Angelika Grimm in den Käppeletheater-Ruhestand verabschiedet. Foto: Riedlinger

Mit drei Vorstellungen des Dreiakters „Tatort – wer hot do de Schuss it ghört“ begeisterte das Käppeletheater Villingendorf einmal mehr die Zuschauer.

Dabei verabschiedete in der Vorstellung am Samstagabend Angelika Grimm, die wie so oft das Stück auch inszeniert hatte, die beiden langjährigen Mitglieder des Käppeletheaters Hermann Flaig und Bärbel Flaig in den Käppeletheater-Ruhestand.

 

Beide sind seit Beginn des Käppeletheaters 1991 mit dabei. Von 29 Aufführungen in dieser Zeit, in der eigentlich nur während der Corona-Zeit und während des Hallenneubaus pausiert werden musste, haben Bärbel Flaig in 27 Stücken und Hermann Flaig in 23 Stücken ihren jeweiligen Rollen ein immer humorvolles Gesicht gegeben.

Eigentlich sind sie mit ihrer Spielfreude für die Zuschauer nicht zu ersetzen. Und doch gibt es Lichtblicke. Mit Daniel Auber und Noah Klett steht der Nachwuchs in den Startlöchern und hat sich bereits gut eingeführt.

In der Schule hats geknallt

Bei diesem „Tatort“ des Käppeletheaters war alles anders. Zunächst wurde ein vermeintlicher Mord verübt, im zweiten Akt wurde zurückgeblendet und die Geschichte davor erzählt, bevor im dritten Akte das Ganze aufgelöst werden konnte.

Kurzum, in der Villingendorfer Schule hat’s geknallt. Sofort sind der schusselige Kommissar Pfiffig (Daniel Auber) und seine Kollegin Berger-Schlau (Laureen Auber, wurde schon auch mal als „Schlauberger“ tituliert) zur Stelle, um den Fall zu untersuchen. Eine vermeintliche Leiche gibt es ebenso, doch die ist nicht wie vermutet Chemielehrer Schön (Luis Bonillo), sondern unerwarteterweise Hausmeister Otto (Hermann Flaig).

Lehrerkollegium nicht ohne

Das Lehrerkollegium, bestehend aus der überdrehten Französischlehrerin Chantal (Leila Garcia), Sportlehrer Toni (Joaquin Garcia), Biolehrerin Blümle (Claudia Klett) und Religionslehrer Braun (herrlich trocken: Thomas Klett), zeichnet sich überwiegend durch Eifersüchteleien und Intrigen aus und gibt sich redlich Mühe, so wenig wie möglich zur Aufklärung beizutragen. Denn mehrere wollen den scheidenden Rektor in seinem Amt beerben.

Traditionelle Seitenhiebe

Chemielehrer Schön stellt regelmäßig allen Röcken nach, Relilehrer und Vikar Braun hadert mit dem als Priester auf ihn zukommenden Zölibat, findet er doch Biolehrerin Blümle äußerst nett und ansprechend.

Es wäre nicht die Feder von Angelika Grimm, wenn es nicht jede Menge Seitenhiebe und Anspielungen auf örtliche Gegebenheiten gäbe.

„Die ganzen Umleitungen“

So erfuhr der Zuschauer, dass die gerufene Spurensicherung das Navi falsch programmiert und nach Villingen-Stadt anstelle nach Villingendorf gefahren sei und nun den Tatort nicht finde. Da wird mit einer Kollegin aus Bösingen telefoniert und gefragt, ob sie für den Chef ein Stück Speck einpacken soll. Und auch die Ankunft der KTU könne dauern – „bei den ganzen Umleitungen ums Ort herum“. So waren viele kleine Lacher garantiert.

Spätes Glück gefunden

Natürlich wurde der „Mord“ schließlich aufgeklärt, der vermeintliche Tote war nur ohnmächtig geworden.

Sekretärin Brunhilde (Bärbel Flaig), die immer wieder EDV-Unterstützung von Schüler Oskar (Noah Klett) bekommt, und Hausmeister Otto (Hermann Flaig) finden ein spätes Glück, nicht ohne jedoch einen gefundenen Joint seiner ursprünglichen Bestimmung zuzuführen.