Brutzone des Wiesenbrüters Wachtelkönig im Mattfeld in Weil am Rhein Foto: Landratsamt Lörrach/Franz Gieringer

Mehrere Gehwege im nördlichen Mattfeld nahe dem Platz der drei Länder sind bis zum 1. September gesperrt.

Grund der Sperrung ist das Vorkommen des seltenen Wachtelkönigs. Die besonders störungsempfindlichen Feldvögel sind in Deutschland fast ausgestorben, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

 

Nicht stören

Die betroffenen Wege sind deutlich ausgeschildert und voraussichtlich bis zum 1. September gesperrt. In der Umgebung stehen weiterhin zahlreiche attraktive Alternativrouten für Spaziergänge, mit und ohne Hund, zur Verfügung.

„Wir möchten die vom Aussterben bedrohte Art bei uns in der Region erhalten. Schon durch kleine Störungen – etwa durch freilaufende Hunde – können die Vögel ihre Nester verlassen, was den Bruterfolg gefährdet“, wird Birgit Schwarz, Leiterin des Sachgebiets Naturschutz und Landschaftspflege, in der Mitteilung zitiert. Nur durch eine Sperrung lasse sich gewährleisten, dass die Aufzucht der Jungen ungestört verläuft.

Wenig Paare

„Wir setzen hier ganz stark auf die Rücksichtnahme der Spaziergänger und Hundebesitzer.“

Der Wachtelkönig bevorzugt extensiv genutzte, dicht bewachsene Wiesen als Lebensraum. Seine Bestände sind langfristig stark zurückgegangen. Das liegt vor allem an Grundwasserabsenkung, der Umwandlung von Grünland sowie einer intensiven Nutzung mit früher und flächendeckender Mahd, heißt es weiter. Da die Vögel sehr versteckt leben, lassen sie sich meist nur über ihren charakteristischen Ruf nachweisen, den sowohl Durchzügler als auch Brutvögel äußern. Dadurch sind sichere Brutnachweise, etwa durch Nestfunde oder Sichtungen von Jungvögeln, sehr schwierig, so die Experten. In Baden-Württemberg wurde der Brutbestand im Jahr 2001 auf lediglich zehn bis maximal 30 Paare geschätzt