Der Lahrer Schwarzwaldverein sucht Wegepaten, die auf einzelne Streckenabschnitte seines Wanderwegenetzes achtgeben.
Vom Wanderparkplatz am Altvater geht’s auf einem engen Waldweg recht steil bergauf, doch Andreas Kaufmann bereitet der Anstieg keine Probleme, der Vorsitzende des Lahrer Schwarzwaldvereins geht mit schnellen Schritten voraus. Das Ziel ist eine Wanderwege-Kreuzung ungefähr 50 Höhenmeter weiter bergan, an der mehrere Schilder Naturfreunden die Richtung weisen. Zur Geroldseck sind es 14,5 Kilometer nach Westen, ist zum Beispiel zu lesen. Auch die gelbe Raute ist zu sehen, das Standardzeichen für örtliche Wege, sowie die blaue Raute für regionale Wanderwege.
Solche Schilder sind nicht nur Orientierungshilfe, sondern prägen das Gesicht des Wanderns im Schwarzwald, erzählt Kaufmann. Die Ausschilderung der Wege sei die Aufgabe oder geradezu das Herzstück des Schwarzwaldvereins, der 1864 von Gastwirten in Freiburg gegründet worden sei, um den Tourismus zu fördern oder überhaupt erst in die Region zu bringen. Mittlerweile umfasse das Netz mehr als 23 000 Kilometer mit einer einheitlichen Markierungssystematik. Für 135 Kilometer davon sei der Ortsverein Lahr zuständig, sagt Kaufmann. Es seien Wege wie der vom Altvater auf die Geroldseck, Wege, auf denen man die Natur genießen und die Seele baumeln lassen könne. Wandern sei ideal, um Stress abzubauen, den Kopf freizubekommen und einfach fit zu werden, so Kaufmann, der seit 26 Jahren Vorsitzender ist.
Es geht darum, kleine Streckenabschnitte zu kontrollieren
Man habe einen sehr engagierten Wegewart – Jürgen Skazel – und acht Wegepaten, doch die bräuchten Verstärkung, erzählt Kaufmann. Deshalb habe der Lahrer Schwarzwaldverein, der 2024 sein 150-Jähriges feierte, nun eine Initiative gestartet: Man suche Menschen, die eine Wege-Patenschaft übernehmen wollen. Wegepaten seien interessierte Wanderer, auch Nicht-Vereinsmitglieder, die bei ihren Touren auf Wegeschäden oder Unregelmäßigkeiten bei der Beschilderung achten und diese dem Wegewart melden. Es sei ein Ehrenamt, bei dem man kleine Streckenabschnitte kontrolliert und etwa Verschmutzungen auf den Schildern beseitigt. Größere Arbeiten, etwa das Wegräumen eines im Weg liegenden Baumstammes, übernehmen Forstmitarbeiter.
„Es geht einfach darum, es zu melden, wenn auf unseren Wanderwegen etwas verbessert werden kann“, erklärt Kaufmann. „Ideal wäre es zum Beispiel, wenn jemand die Patenschaft für seine Lieblingsstrecke im Wald übernimmt, auf der er oder sie ohnehin ab und zu unterwegs ist.“
Andere Ortsvereine haben solche Wege-Patenschaften bereits erfolgreich etabliert, die „grünen Engel“ sind im ganzen Schwarzwald unterwegs. Wegewarte und Wegepaten werden so genannt, da sie ehrenamtlich, oft in grüner Kleidung oder einfach als „gute Geister“ der Natur, auf Wanderwege achtgeben und Schilder erneuern. So sorgen sie dafür, dass Wanderer sich zurechtfinden und sicher unterwegs sind.
Wer an einer Wege-Patenschaft für den Lahrer Schwarzwaldverein Interesse hat, kann sich bei Jürgen Skazel melden, Telefon 0172/6 65 38 39, E-Mail juergen.skazel@schwarzwaldverein-lahr.de.
Das Jahresprogramm
Der Lahrer Schwarzwaldverein ist längst wieder in sein Wanderprogramm eingestiegen, unter anderem mit einer Hunde-Wanderung Anfang März. Insgesamt 50 Touren werden in diesem Jahr veranstaltet, etwa für Kinder (und mit Kindern als Wanderführer). Es gibt auch Trauerspaziergänge oder „Gesundheitswandern“ für Menschen mit Einschränkungen, außerdem E-Mountain-Bike- oder Rennradtouren. Gewandert wird vor allem natürlich im Schwarzwald, aber auch in den Vogesen oder Südtirol. Auf der Vereinshomepage finden sich alle Termine.