Das Neckarbad ist jetzt eigentlich ideal für alle, die draußen schon Wärme und Sonne geschnuppert haben. Jetzt ist es wieder geschlossen. (Archivfoto) Foto: Daniel Begemann

Mitten im idealen Hallenbadwetter ist das Neckarbad wieder mal an einzelnen Tagen geschlossen. Was hinter dem Personalmangel wirklich steckt.

Am Wochenende über den ersten Mai haben viele Sonne und Wärme getankt. Jetzt wird das Wetter wieder unbeständiger. Da käme ein Ausflug ins Hallenbad gerade recht. Im Neckarbad geht das aber nicht immer – wegen Personalmangel. So heißt es aktuell auf der Homepage: „Wegen Personalmangel bleibt das Neckarbad am Sonntag, 17. Mai 2026 sowie am Donnerstag, 21. Mai 2026 und Freitag, 22. Mai 2026 für den öffentlichen Badebetrieb leider geschlossen. Der Schul-Schwimmsport kann unabhängig hiervon stattfinden.“ Auch am vergangenen Wochenende musste das Neckarbad geschlossen bleiben.

 

Personalmangel? Jeder denkt da sofort an die Bademeister. Doch die sind alle an Bord. Aus Insiderkreisen heißt es: Die wahre Ursache solle in Sparmaßnahmen bei den Reinigungskräften liegen. In der Vergangenheit sei die Reinigung zu den Badezeiten erfolgt. Das heißt: Wenn der Bademeister mal kurz auf Toilette musste, konnte die Reinigungskraft solange aufpassen. Und Bescheid sagen, wenn etwas komisch ist. Das sei aber eine gefährliche „Grauzone“, so heißt es im Rathaus.

Das geht jetzt nicht mehr, weil die Reinigungskräfte nur noch vormittags da sind. Die Folge, so die Insider: Es müssen jetzt zwei Bademeister auf einmal für eine mögliche „Pinkelpause“ anwesend sein.

Im Mai drohen schon acht Schließtage im Neckarbad

Fakt ist: Durch den Personalmangel drohen jetzt im Mai insgesamt acht Schließtage, bestätigt das Rathaus. Und das gerade in einer Zeit, wo das Neckarbad Horb wieder im Trend ist. Die Rathaussprecherin: „Das Neckarbad war in den ersten Monaten des Jahres 2026 gut besucht.“

Der Grund, so bestätigen Gäste – die steigenden Preise. Sie sagen: „Bei 3,50 Euro Eintritt für Erwachsene lohnt sich auch die Fahrt von weiter nach Horb. Deshalb kommen viele ins Neckarbad.“ Im Hallenbad Pfalzgrafenweiler sind 5 Euro fällig, Rottenburg verlangt seit Anfang des Jahres 5,50 Euro, Nagold 4 Euro.

Und gerade jetzt werden die gewonnenen Gäste durch die Schließtage abgeschreckt.

So sauer sind die Bürger

In der Facebook-Gruppe „Horber Stadtgeflüster“ reagieren die Nutzer mit Unverständnis. Anne H.: Ich werd das Gefühl nicht los, dass seitens der Stadt auf eine weitere Reduzierung der Öffnungszeiten, wenn nicht sogar auf die Schließung des Neckarbads hingearbeitet wird.“ Simon M.: „Horb verarmt vollends. Was gibt es noch für Gründe, nach Horb zu fahren?“ Susanne H.: „Wieder geschlossen. Lasst es doch ganz zu.“

Dietmar R.: „Wegen Renovierung geschlossen, nach Renovierung endgültig geschlossen.“

Das sagt das Rathaus zu dem drohenden Schließungs-Schock

Diese Redaktion fragte das Rathaus Horb, was der Grund für den Personalmangel sei. O-Ton der Frage: Gab es eine Umorganisation im Neckarbad gegeben, welche die Anwesenheit von zwei Bademeistern auf einmal notwendig macht?

Der Aushang am Neckarbad: In diesem Monat wird es laut Rathaus noch sechs Schließtage geben. Foto: Jürgen Lück

Die Antwort des Rathauses: „Bei einem öffentlichen Badebetrieb im Neckarbad sind die Aufsichtspflichten einzuhalten. Dabei gibt es besondere Anforderungen an die Qualifikation der Aufsichtspersonen.“ Keßler bestätigt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass er angewiesen hat, dass künftig zwei Bademeister gleichzeitig im Einsatz müssen.

OB Keßler: „Wollen höchstmögliche Sicherheit für Gäste“

Das die Ursache in der Umstellung der Putz-Dienste liegt, will das Rathaus weder bestätigen noch dementieren. OB Michael Keßler (CDU): „Uns ist wichtig, dass wir die rechtlichen Rahmenbedingungen so eng stecken,dass die höchstmögliche Sicherheit der Gäste gewährleistet ist. Damit entlasten wir auch das Personal.“

Fakt ist: Neben dem Schild, dass die Schließung des Neckarbads vom 7. bis 9. Mai ankündigt, ist ein Aufruf der Stadt: „Rettungsschwimmer als Zweitkraft gesucht. Neben dem Schwimmmeister wären Sie in der Beckenaufsicht.“