Weil zwei Fachkräfte zum 31. März gekündigt haben, kann der Betrieb in der Kappeler Einrichtung nicht fortgeführt werden. Wie es weitergeht, bleibt offen.
Der Elternabend am 13. Januar in der Kita Regenbogen dürfte vielen der Besucher wohl eher wie eine Krisensitzung vorgekommen sein. Der Grund: Zum 31. März haben zwei der drei pädagogischen Fachkräfte gekündigt, informiert die Gemeinde Kappel-Grafenhausen in einer Mitteilung. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Kündigungen habe die Verwaltung an Lösungen gearbeitet, um für die sieben betroffenen Familien ab April eine nahtlose Betreuung sicherstellen zu können. Das war jedoch schwieriger als gedacht, geht aus der Pressemitteilung hervor.
Aufgrund des akuten Fachkräftemangels wurde eine Neubesetzung der Stellen bis April als nicht realistisch eingeschätzt. Auch die Idee, den Personalausfall durch Fachkräfte anderer Einrichtungen zu kompensieren, führte zu keinem umsetzbaren Ergebnis, so die Gemeinde. „Nach sorgfältiger Abwägung musste daher festgestellt werden, dass der Betrieb der Kita Regenbogen in der bisherigen Form ab April 2026 nicht fortgeführt werden kann“, bedauert die Verwaltung. Allerdings sei es gelungen, zwei „tragfähige Alternativen“ zu erarbeiten. So habe die Großtagespflege „Wunderland“ zugesagt, die Kinder aufzunehmen und die Betreuung in den Räumlichkeiten der Kita Regenbogen fortzuführen. Optional bestehe für Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder künftig in der katholischen Kita Rust unterzubringen. Dort habe sich die Gemeinde vor Jahren bereits Belegplätze gesichert. Eine schrittweise Übernahme sei hier schon ab Februar möglich.
Elternräte stellen kritische Fragen
Dass bei den Eltern der „Regenbogen“-Kindern trotz der Lösungsvorschläge Unmut herrscht wurde nun am Montagabend bei der Gemeinderatssitzung deutlich: Rund 40 Besucher kamen in das Kappeler Rathaus, um sich über die Zukunft der Einrichtung zu informieren. Darunter auch Julia Goetsch und Jeanine Schehr. Die beiden Elternbeiräte der Kita konfrontierten die Verwaltung mit wohl vorbereiteten fünf Fragen: Ist die Schließung der Kita Regenbogen endgültig oder war sie bereits im Vorfeld gewünscht? Warum wurden bisher keine Stellenausschreibungen veröffentlicht und keine aktive Personensuche betrieben? Besteht die Bereitschaft, weitere Optionen zu prüfen, so wie es auch im vergangenen Jahr bei der Erhöhung der Kita-Gebühren der Fall war, als kurzfristig eine zusätzliche Lösung erarbeitet wurde? Was passiert mit den Kindern und Familien, für die keine der beiden vorgestellten Lösungen in Frage kommt? Und: Gibt es die Möglichkeit, noch vor dem Stichtag einen separaten Termin mit Vertretern des Gemeinderates und den Eltern zu finden, um nach weiteren Lösungen zu suchen?
Elternabend soll Antworten liefern
Bürgermeister Philipp Klotz war das Ganze sichtlich unangenehm. Er wolle auf jeden Fall nicht erst bei der nächsten Gemeinderatssitzung auf die berechtigten Fragen antworten, sondern vorab schon am kommenden Elternabend am heutigen Mittwoch. Ansonsten werde so schnell wie möglich eine Lösung gesucht.
Allerdings sei es völlig unmöglich, in so kurzer Zeit Personalstellen neu zu besetzen. In gleiche Richtung äußerte sich dann anschließend auch Frank Andlauer (Pro KG). Man sei sehr aktiv dabei, eine Lösung zu finden, tröstete er – und dies so schnell wie möglich. Eine Kita-Schließung stehe jedenfalls nicht im Raum, versprach er.
Gemeinderäte bitten Eltern um Verständnis
Martin Häfele (Pro KG) ergänzte mit Bitte um Verständnis: Bei der Kita Regenbogen als kleine Einheit mit wenigen Plätzen müsse man personell ständig hinterherrennen. Nun ginge es darum, zügig eine Notlösung zu finden.
„Uns ist wichtig, dass jede Familie eine Lösung findet, die sowohl zum Kind als auch zur Lebenssituation passt. Ziel bleibt eine verlässliche Kinderbetreuung, sichere Übergänge und gute Rahmenbedingungen für Kinder und Familien“, so Klotz in der Pressemitteilung.